Stillen ist mehr als Nahrung

Stillen hat viele Vorteile: Ein Teil ist die Ernährung, gleichzeitig werden das Urvertrauen und die Immunabwehr des Kindes gestärkt und das Brustkrebsrisiko der Mutter reduziert.

Muttermilch ist natürlich und vertieft die Verbindung zwischen Mutter und Kind. Physiologisch gesehen können nur wenige Frauen gar nicht stillen. In der Frauenklinik im SRO steht das Wohlbefinden von Mutter und Kind im Mittelpunkt, auch beim Thema Stillen. Stillberaterin Barbara Pfister informiert zu diesem Thema, beantwortet als Ernährungsberaterin Fragen zum Essverhalten der stillenden Mutter und erzählt schon mal ein Ammenmärchen.

Während der Schwangerschaft ist die Geburt klar Thema Nr. 1 und die Thematik Stillen eine Art Blackbox, die erst nachher aktuell wird. «Habe ich genug Milch?» ist die grosse Frage beim ersten Kind. «Umso grösser ist das Glücksgefühl, wenn die Milch fliesst und das Baby trinkt. In der neuen Frauenklinik SRO wird das Rooming-in nach Möglichkeit gefördert. Man weiss, es geht Mutter und Kind am besten, wenn sie nur auf Armlänge entfernt sind. Wir begleiten während dem Stillen, unterstützen, falls Probleme auftreten und sorgen dafür, dass genügend Zeit und Raum bleiben zum Kennenlernen. Gerade heute wo die gute Nachricht so schnell verbreitet ist», erklärt Stillberaterin Barbara Pfister. Ein wichtiger Part komme der begleitenden Hebamme zu, die ein entspanntes Ankommen zuhause ermöglicht.

Einfluss auf Ernährung
Grundsätzlich kann die Milch allein durchs Essen weder gesteigert noch reduziert werden. Eine stillende Mutter sollte abwechslungsreich und vielfältig essen. «Doppelt so gut zusammengesetzt, aber nicht doppelt so viel in der Menge lautet das entsprechende Credo» sagt Barbara Pfister und ergänzt: «Neben einer ausgewogenen Ernährung genügen beispielsweise zusätzliche Zwischenmahlzeiten. Während der Stillzeit, wie bereits in der Schwangerschaft, sind die Frauen sensibilisiert, sich gesund zu ernähren. Nach der Geburt des Kindes entsteht im Alltag ein neuer Lebensrhythmus, auch bezüglich Mahlzeiten.»

Jede Frau kann stillen – oder?
Nur wenige Frauen können physiologisch nicht stillen. Prägend sind Umfeld und Familiengeschichten (siehe Ammenmärchen). Deshalb gilt auch in der Stillberatung: Entscheiden tut immer die Mutter. Stillen ist durchaus möglich, wenn die Mutter berufstätig ist. «Nach der ersten Trennung sind Körperkontakt und Nähe ein wichtiges Bedürfnis von Mutter und Kind. Teilstillen ist ebenfalls ein Weg. Hilfreich ist eine frühzeitige Organisation, eventuell mit Unterstützung der Stillberatung», erklärt Barbara Pfister.

Learning by Doing
Stillwunsch haben praktisch alle Mütter; gleich nach der Geburt wollen 95 Prozent ihr Kind stillen. Nach einem halben Jahr sind es noch 40 Prozent. Treten Stillprobleme auf, ist es wichtig, rasch Hilfe zu beanspruchen; z. B. bei Stillberaterinnen, Hebammen, Mütter- und Väterberatung usw. Schwierigkeiten können meistens gelöst werden. Aus der Sicht der Stillberaterin sollte der Entscheid, abzustillen, möglichst nicht während einem Problem, z. B. Milchstau, gemacht werden. Idealerweise ist das Abstillen ein gemeinsamer Prozess. Es besteht auch die Option einer Stillpause. Dies ist auch möglich, wenn Medikamente eingenommen werden müssen. Unbedingt vorher mit dem Gynäkologen besprechen und die Stillberatung beiziehen.

Was bringt Stillen Mutter und Kind?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge vier bis sechs Monate voll zu stillen. Danach sollen die Kinder neben der Beikost bei Mama trinken dürfen. Muttermilch ist natürlich und vertieft die Verbindung zwischen Mutter und Kind. Neben der natürlichen Ernährung werden gleichzeitig das Urvertrauen und die Immunabwehr des Kindes gestärkt sowie das Risiko für Adipositas und diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen gemindert. Stillen ist eine einmalige Zeit im Leben einer Frau. Auch ihre Gesundheit wird gestärkt: z. B. Glückshormone gesteigert, das Brustkrebsrisiko reduziert und die Rückbildung gefördert.

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