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Medien

Die Abteilung Marketing und Kommunikation ist für die interne und externe Kommunikation, Medienarbeit, Marketing, Publikationen sowie Veranstaltungen zuständig und steht allen Medienschaffenden gerne zur Verfügung.

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Seit Anfang Juli bietet die Hals-Nasen-Ohrenmedizin (HNO) im Spital Langenthal ein erweitertes Angebot operativer Eingriffe sowie vielfältige konservative Therapien. In der ausgebauten HNO werden sowohl Erwachsene wie auch Kinder behandelt.

Die Hals-Nasen-Ohrenmedizin der SRO AG diagnostiziert und behandelt im Spital Langenthal Erkrankungen, Beschwerden und Verletzungen im Bereich des Gesichts, des Halses, der Nase und der Ohren.
Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Djawed Tahery, übernimmt eine grosse Vielfalt operativer Eingriffe und konservativer (nicht operativer) Therapien. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der SRO AG ermöglicht es, Abklärungen und Therapien rasch und flexibel durchzuführen. «Wir sind glücklich, unseren Patienten mit einem breiten HNO-Behandlungsangebotzu dienen. Und dies unter der Leitung eines Facharztes, der das Wissen und die Erfahrung auf dem neusten Stand der Medizin mitbringt», sagt Andreas Kohli, Direktor SRO AG.

Minimal invasive Eingriffe und Gesichtsästhetik
Das Leistungsspektrum der Abklärungen, Therapien und operativen Eingriffen ist umfassend. Zum Operationsangebot gehören zahlreiche minimal invasive Eingriffe sowie plastische Gesichtschirurgie. Djawed Tahery verfügt mit über 80 000 operativen Eingriffen über grosse Erfahrung. Zuletzt war er als Oberarzt im Bürgerspital Solothurn tätig. Der sprachbegabte Arzt persischer Herkunft spricht 7 Sprachen. Zurzeit lernt Djawed Tahery fleissig schweizerdeutsch sowie weitere Sprachen. «Mein Ziel ist es, mich mit allen Patienten in ihrer Muttersprache unterhalten zu können.»

SRO AG, Spital Region Oberaargau
Das Spital Region Oberaargau – Das Spital mit Herz. Mit einem umfassenden medizinischen Angebot, Therapien, Beratungen bis zum Notfallzentrum, Rettungsdienst und Frauenklinik. Von Tag zu Tag sichern alle Mitarbeitenden der SRO AG das Morgen.

Für die Zukunft. Für den Oberaargau. Für Sie. Unter diesem Leitsatz investiert die SRO AG laufend in ihre Infrastruktur und medizinischen Leistungen. Damit ermöglichen wir Ihnen als Patientin oder Patient auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung und den Aufenthalt in einer modernen und angenehmen Umgebung. Die Sanierung des Bettenhochhauses wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen.

 

Seit im ehemaligen Bezirksspital Niederbipp das SRO Gesundheitszentrum Jura Süd seinen Betrieb aufgenommen hat, dient das einstige Schwesternhaus als «Therapiehaus». Nach einer umfassenden Renovation sind die Innenräume nun bereit für die bisherigen und neuen Benutzer: die Psychiatrischen Dienste SRO und die dahlia oberaargau ag.

«Die Innenräume des denkmalgeschützten Gebäudes befanden sich wirklich in einem desolaten Zustand», erzählt Daniel Wellinger, Bereichsleiter Gesundheitszentren SRO AG. «Auch wenn man im Winter die Heizung voll aufdrehte, wurden die Räume nie richtig warm». Der Keller sei feucht gewesen und die veraltete Elektroinstallation für zeitgemässe Technologien überfordert. Nebst der gründlichen Renovation der Räumlichkeiten seien deshalb auch die Wasser- und Abwasserinstallation sowie die EDV-Anlage des zentral auf dem Areal des Gesundheitszentrum liegenden Gebäudes erneuert worden. 

Ambulante Psychotherapien 
Das Team der Psychiatrischen Dienste SRO freut sich, seine Patienten in frischen, freundlichen Räumen zu begrüssen. Insgesamt 7 Psychiater und Psychotherapeuten behandeln im Therapiehaus ein breites Spektrum psychischer Störungen. Von der kurzfristigen Kriseninterventionen bis zur langfristigen Begleitung: Die betroffenen Menschen zwischen 18 und 59 Jahren profitieren von einem vielfältigen Therapieangebot der psychiatrischen Fachpersonen. «Die Bevölkerung schätzt das Angebot vor Ort. Das Team arbeitet seit vielen Jahren in derselben Zusammensetzung und ist stets ausgelastet.» Das spreche für eine hohe Behandlungs-qualität, meint Daniel Wellinger.

Schulungsräume dahlia oberaargau
Das zentral auf dem Areal gelegene Therapiehaus beherbergt ausserdem Büros, Sitzungsräume und Schulungsräume der dahlia oberaargau AG. Damit sich die Qualität der Betreuung betagter Menschen stetig verbessert, bringen die Pflegefachpersonen in internen Weiterbildungen regelmässig ihr Wissen auf den neuesten Stand. 

Gesundheitszentrum Jura Süd 
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2011 findet die Bevölkerung des südlichen Oberaargaus im Gesundheitszent-rum ein breites Spektrum an Gesundheitsdienstleistungen sowie ein Restaurant mit Gartenwirtschaft und Spielplatz. Das Herzstück des Gesundheitszentrums in Niederbipp bildet die Gemeinschaftspraxis. Hier bieten neben zwei Hausärztinnen verschiedene Fachspezialisten aus dem Spital Langenthal ihre Sprechstunden an: Chirurgie, Ergotherapie, Ernährungsberatung, Gynäkologie, Hand- und Plastische Chirurgie, Orthopädie, Physiotherapie, Wirbelsäulenmedizin und Wundbehandlung. Im Gesundheitszentrum Jura Süd haben 36 betagte Menschen ein Zuhause gefunden. Die vorwiegend Pflegebedürftigen werden auf drei Etagen von Mitarbeitenden der dahlia oberaargau ag betreut.

Aussenstandorte werden gepflegt
Die Spital Region Oberaargau SRO AG investiert laufend in Infrastruktur und medizinische Leistungen, auch an ihren Aussenstandorten Niederbipp, Huttwil und Herzogenbuchsee. Die Angebote werden gepflegt und ausgebaut. Der regionalen Bevölkerung steht damit weiterhin eine hochwertige Gesundheitsversorgung vor Ort zur Verfügung.

SRO AG, Spital Region Oberaargau
Das Spital Region Oberaargau – Das Spital mit Herz. Mit einem umfassenden medizinischen Angebot, Therapien, Beratungen bis zum Notfallzentrum, Rettungsdienst und Frauenklinik. Von Tag zu Tag sichern alle Mitarbeitenden der SRO AG das Morgen.

 

Seit rund einem Monat verwendet das Spital Langenthal Hygienemasken, die in der Schweiz hergestellt werden. Dank des bezahlbaren Spitzenprodukts aus dem Schweizer Mittelland ist zukünftig die Versorgung mit Hygienemasken jederzeit sichergestellt. Zusätzliche Vorteile: Der Schweizer Werkplatz wird gestärkt und der Umweltschutz sowie die Menschenwürde werden berücksichtigt.

«Während langer Zeit lautete der Tenor im Einkauf von Verbrauchsmaterialien aller Spitäler: sparen, sparen, sparen. Es wurde im Materialeinkauf um jeden Rappen gefeilscht», erzählt Roger Giger, Leiter Einkauf, Logistik und Medizintechnik der Spital Region Oberaargau. Themen wie Liefersicherheit, Umweltschutz oder Ethik hätten vielerorts nicht den höchsten Stellenwert eingenommen. Die SRO AG habe bereits vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie darauf geachtet, lokale Hersteller zu berücksichtigen. Aber bei Medizinprodukten sei dies sehr herausfordernd. «Corona führte im Einkauf von Einweg-Verbrauchsmaterialien zu einem Wendepunkt. Weg vom reinen Sparen. Hin zu Versorgungssicherheit, Qualität, Nachhaltigkeit und Einhaltung der Menschenwürde.»

Beschaffungskrieg nach Ausbruch der Pandemie
Nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie ist unter anderem die Nachfrage nach Hygienemasken explodiert. Gleichzeitig wurden zahlreiche chinesische Produktionsstätten in der Region Hubei geschlossen. Für Einkäufer wurde es extrem schwierig, Schutzmaterial aus Vliesstoff zu beschaffen. Diese Situation haben zahlreiche Krisengewinnler ausgenutzt. «Wir haben täglich bis zu zehn Werbeanrufe von sogenannten Schutzmateriallieferanten erhalten. Masken, die vor der Krise 12 Rappen pro Stück gekostet hatten, wurden uns für 2 Franken angeboten. Ich weiss von einem Schweizer Spital, das in der Not für eine Atemschutzmaske 28 Franken ge-zahlt hat», erzählt Roger Giger. 

Abhängigkeit von globalen Liefer- und Transportketten
Bereits vor ein paar Jahren sei es zu Situationen gekommen, die gezeigt hätten, wie abhängig das Spital von den eng vernetzten Ketten vom Rohmaterial bis zum Transport sei. «Nachdem ein Wirbelsturm ein Produktionswerk in Puerto Rico zerstört hat, wurde es für uns schwierig, die Operationssäle mit Fäden zu beliefern», erzählt Roger Giger. In einer zweiten kritischen Situation habe ein weltweit führender Hersteller von Operationstüchern aufgrund eines angepassten Materialbeschaffungssystems den Lagerbestand reduziert. «Von einem Tag auf den anderen fehlten die sterilen Abdeckungstücher, die wir zwingend für OPs benötigen.»

Zusätzliche Arbeitsplätze in der Schweiz
Roger Giger war nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie überzeugt, dass es in der Schweiz die Möglichkeit gibt, qualitativ gute Masken zu einem guten Preis herzustellen. Trotz Skepsis in seinem Umfeld hätten sich Optimismus und Beharrlichkeit gelohnt. Mit der Aargauer Firma Wernli AG habe er einen Lieferanten gefunden, der Hygienemasken des Typs 2R in optimaler Qualität zu einem günstigen Preis anbiete. 
Die Verbandsstofffabrik Wernli AG in Rothrist hat im Frühling die Herstellung von Hygienemasken von Null hochgefahren. Die SRO AG gehört zu einem der ersten Spitäler der Schweiz, die der Firma und den neu entwickelten Masken Vertrauen geschenkt hat. Roger Giger: «Wie ich gehört habe, sind nun in Rothrist zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Dies freut uns sehr. Wir setzen weiterhin wenn möglich auf lokale Produkte. Dies kommt schlussendlich auch unserer Wirtschaft und den Patienten aus der Region zu Gute.» 

SRO AG, Spital Region Oberaargau
Das Spital Region Oberaargau – Das Spital mit Herz. Mit einem umfassenden medizinischen Angebot, Therapien, Beratungen bis zum Notfallzentrum, Rettungsdienst und Frauenklinik. Von Tag zu Tag sichern alle Mitarbeitenden der SRO AG das Morgen.

Für die Zukunft. Für den Oberaargau. Für Sie. Unter diesem Leitsatz investiert die SRO AG laufend in ihre Infrastruktur und medizinischen Leistungen. Damit ermöglichen wir Ihnen als Patientin oder Patient auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung und den Aufenthalt in einer modernen und angenehmen Umgebung. Die Sanierung des Bettenhochhauses wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen.

In der Frauenklinik der SRO AG fühlen sich Mutter und Kind geborgen. Das Team schafft eine herzliche Atmosphäre und geht auf die individuellen Wünsche der Frauen ein. So wird sowohl die Geburt wie auch die Zeit davor und danach für die Eltern ein unvergesslich schönes Erlebnis. Für die kompetente und persönliche Betreuung der Familien wird das Spital Langenthal von der UNICEF mit dem Qualitätslabel «Baby Freundliches Spital» ausgezeichnet.

Im Rekordjahr 2019 haben 685 Kinder im Spital Langenthal das Licht der Welt erblickt. In der Frauenklinik der SRO AG wird die Familie während der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett kompetent betreut. Die Mütter werden während der Stillzeit von Hebammen, Stillberaterinnen und Pflegefachfrauen weiter unterstützt. Zwei Beleghebammen, die das Team seit 2109 unterstützen, haben bereits viele Geburten in der SRO AG individuell und einfühlsam begleitet. Die Frauenklinik der SRO AG beschäftigt fünf Stillberaterinnen. Das ist im Vergleich zu anderen Spitälern, die in der Regel zwei bis drei dieser speziell ausgebildeten Fachfrauen angestellt haben, einzigartig.

Rooming-in
Um das Qualitätslabel «Baby Freundliches Spital» zu erhalten, müssen sich die Geburtskliniken konsequent an zehn Schritte halten. Der sofortige Hautkontakt zwischen Mutter und Baby nach der Geburt, die Unterstützung der Mutter beim Stillen sowie die kontinuierliche Beratung der Eltern in Entwicklungsfragen spielen eine zentrale Rolle. In der modernen Frauenklinik der SRO AG wird der Mutter-Kind-Bindung viel Raum und Zeit eingeräumt. Rooming-in bedeutet, dass das Kind Tag und Nacht bei der Mutter bleibt.

Stillambulatorium
Stillen fördert die Gesundheit des Kindes und wirkt sich bis ins Erwachsenenalter aus. Treten Stillprobleme auf, ist es wichtig, professionelle Hilfe zu beanspruchen. Das Stillambulatorium der Frauenklinik ist auch nach dem Spitalaustritt während der gesamten Stillzeit für die Mutter und das Baby da. Die Unterstützung übernehmen Stillberaterinnen, Hebammen oder die Mütter- und Väterberatung. Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt drei Stillberatungs-Termine. Die Frauenklinik pflegt einen aktiven Austausch mit frei praktizierenden Hebammen und Pflegefachfrauen der Region und vermittelt den Eltern den Kontakt zu Fachpersonen, Eltern- und Stillgruppen.

Informationsabende
An Informationsabenden und in Geburtsvorbereitungskursen der Frauenklinik der SRO AG erhalten Eltern wertvolle Informationen zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Coronavirus werden Onlinekurse angeboten.

Qualitätslabel
«Baby Freundliche Spitäler» stehen für eine entsprechend hohe Pflege- und Betreuungsqualität in der Geburtshilfe und in der Vermittlung einer regelmässigen Betreuung in der ambulanten Nachsorge. Die zertifizierten Geburtskliniken in der Schweiz haben erwiesenermassen einen positiven Einfluss auf die Stillhäufigkeit und Stilldauer in der Schweiz. Schweizer Spitälern, die den Qualitätskriterien «Baby Freundliches Spital» von UNICEF und WHO entsprechen, verleiht UNICEF Schweiz das Zertifikat «Baby Freundliches Spital». Heute sind rund 20 Geburtsspitäler in der Schweiz zertifiziert.

SRO AG, Spital Region Oberaargau
Das Spital Region Oberaargau – Das Spital mit Herz. Mit einem umfassenden medizinischen Angebot, Therapien, Beratungen bis zum Notfallzentrum, Rettungsdienst und Frauenklinik. Von Tag zu Tag sichern alle Mitarbeitenden der SRO AG das Morgen.

Für die Zukunft. Für den Oberaargau. Für Sie. Unter diesem Leitsatz investiert die SRO AG laufend in ihre Infrastruktur und medizinischen Leistungen. Damit ermöglichen wir Ihnen als Patientin oder Patient auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung und den Aufenthalt in einer modernen und angenehmen Umgebung. Die Sanierung des Bettenhochhauses wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen.

Um der Bevölkerung des Oberaargaus durch die Gefährdung der COVID-19-Pandemie eine möglichst gute Versorgung zu gewährleisten, steht der ärztliche Bezirksverein (ABV) in engem Kontakt mit Vertretern der Hausärzte und der Ärzteschaft des Spitals Langenthal.

Das Spital Langenthal hat innert kurzer Frist eine Screening-Abteilung geschaffen, welche in rascher Folge das Testen von Verdachtsfällen nach BAG-Kriterien ermöglicht. Die Hausärzte können Patienten elektronisch anmelden und ihren Patienten Zeiten für den Test abgeben. So werden die Patienten bei ihrem Eintreffen im Spital bereits erwartet. Patienten können den Aufnahmeprozess weiter beschleunigen, indem sie online ihre persönlichen Daten über die Internetseite des Spitals eingeben. Dadurch sind keine grösseren Aufnahmeformalitäten mehr notwendig.

Weiter ist die Corona-Hotline des SRO auf- und ausgebaut worden. Diese wird seit dem 23. März tagsüber von über einem Dutzend freiwilligen ärztlichen Kollegen betrieben, welche teilweise während der letzten Jahre pensioniert wurden. Dank ihrer grossen Erfahrung können sie die vielfältigen Fragen rund um COVID-19 beantworten. Diese Kollegen entscheiden gemeinsam mit den Anrufern, ob eine Testung, eine klinische Beurteilung
im Spital oder eine Selbstisolation nötig ist.

Kommt ein Patient mit einer möglichen COVID-Infektion im Spital an, betritt er einen separaten Eingang, geht einen abgeschirmten Weg und wird in einer eigens dafür eingerichteten Abteilung behandelt. So werden andere Patienten konsequent von einer möglichen Übertragung geschützt.

Die noch engere Zusammenarbeit von SRO und dem ABV hat zum Ziel, dass Tests in einer kontrollierten Umgebung mit ausreichend Schutz- und Testmaterial durchgeführt werden. Gleichzeitig werden dadurch hausärztliche Kapazitäten frei, beispielsweise für eine aufwändigere Betreuung der Pflegeinstitutionen. Engpässe werden rascher identifiziert und in gemeinsamer Abstimmung behoben.

Wir Ärzte vom Oberaargau bitten sie alle, die vom Bund empfohlenen Massnahmen einzuhalten und sich primär telefonisch beim Hausarzt oder im Spital zu melden. Besten Dank und bleiben Sie gesund.

Ihre Ärzte und Ärztinnen vom Oberaargau

COVID-19-Fälle im Spital Langenthal
Die Situation im Spital Langenthal ist zurzeit stabil.

SRO AG
Spital Region Oberaargau
St. Urbanstrasse 67
4900 Langenthal

www.sro.ch

ABV Oberaargau
c/o PonteNet AG
Hauptgasse 67
4500 Solothurn
www.aerzte-oag.ch


SRO AG, Spital Region Oberaargau

 

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Die Vorbereitungen laufen auch in Langenthal auf Hochtouren. Das Regionalspital ist für die Krise gewappnet.

COVID-19-Fälle
Stand 20. März, 8.40 Uhr: 8 positiv auf COVID-19 getestete Personen. 4 Patienten werden aktuell stationär und 4 ambulant betreut.

Eingänge Spital Langenthal
Die Eingänge im Regionalspital Langenthal sind klar getrennt. Patienten mit Atemwegsinfektionen werden ausschliesslich beim Eingang West triagiert und den notwendigen Abklärungen und Behandlungen zugeführt. Alle Eingänge werden durch Security-Personal bewacht.

Online-Check-in
Patienten, die einen bestätigten Termin für ein COVID-19-Screening erhalten haben, können sich bereits von Zuhause aus online einchecken.

Separate Station
Es wurde eine Abteilung für stationäre, isolierte COVID-19-Patienten eingerichtet. Ab 21. März wird die Tagesklinik als Notfallerweiterung und Screening-Center betrieben.

Terminabsage
Seit 16. März werden Termine für Behandlungen wie Physio- oder Ergotherapie verschoben. Ab 23. März werden Operationen für Wahleingriffe auf zwei Säle reduziert. Alle Veranstaltungen bis Ende Mai wurden abgesagt. Der Fitnessraum bleibt geschlossen.

Patientenbesuch
Patienten zu besuchen, ist seit Montag, 16. März nicht mehr erlaubt. Für ausserordentliche Patientensituationen gelten Ausnahmen*.

Restaurant
Das Restaurant bleibt für externe Gäste geschlossen. Es dürfen sich dort nie mehr als 50 Mitarbeitende gleichzeitig aufhalten. Um den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten, wurde jeder zweite Stuhl entfernt. Die Teams gehen gestaffelt in die Pausen. Damit alle Mitarbeitenden das Mittagessen einnehmen können, hat das Restaurant die Öffnungszeiten erweitert.

Krisen-Hilfskräfte
Um die heranrollende Corona-Pandemie besser meistern zu können, wird ein Personalpool aufgebaut. Am Dienstag, 17. März hat die SRO AG die Suche nach Krisen-Hilfskräften in den Sozialen Medien publiziert. Der Beitrag hat auf Facebook eine überwältigende Resonanz ausgelöst. Bis 20. März erreichte er 187'894 Personen und wurde 2'782-mal geteilt. Weil das Ressort Human Resources mit Bewerbungen überrollt wurde, sucht man inzwischen nur noch ausgebildete Pflegefachleute.

Pandemiestab
Der Pandemiestab trifft sich täglich zweimal zur Beurteilung der aktuellen Situation. Alle organisatorischen Massnahmen und Änderungen werden durch dieses Gremium definiert und angeordnet.

Telefon-Hotline für Mitarbeitende
Die Tröpfchenisolations-Massnahmen entsprechen den BAG/SwissNoso-Empfehlungen und bieten allen Mitarbeitenden den notwendigen Schutz. Ausnahmesituationen mit Notwendigkeit einer FFP2-Maske und Schutzbrille wurden definiert. Mitarbeitende mit respiratorischer Symptomatik müssen sich in Rücksprache mit der vorgesetzten Stelle für ein COVID-19-Screening melden. Für Fragen zum Coronavirus steht den Mitarbeitenden eine Hotline-Nummer zur Verfügung.

Ferien vorbeziehen
Damit das Spital Langenthal für zukünftige personelle Engpässe gerüstet ist, beziehen zurzeit Mitarbeitende alle geplanten Ferien bis zum 29. März 2020.

Kinderbetreuung
Kinderbetreuung für das Personal wird vorbereitet. Die Solidarität unter den Mitarbeitenden ist beeindruckend. Die Direktion dankt allen für den grossen Einsatz in dieser aussergewöhnlichen Situation.

Corona-Screening nur mit Voranmeldung
Die Bevölkerung wird gebeten, die Notfallstation im Zusammenhang mit COVID-19 nur aufzusuchen, wenn deutliche Symptome einer Atemwegsinfektion vorliegen. Weil die Kapazitäten begrenzt sind, entstehen sonst unnötige Wartezeiten. Auch in diesem Fall müssen sich die Personen gemäss Weisung des Bundes vorgängig anmelden: Unsere Telefonnummer: 062 916 33 19.

* Partner von Gebärenden und Wöchnerinnen sowie enge Angehörige sterbender Patienten

Marketing und Kommunikation
Carol Schmid
T 062 916 35 06
ca.schmid(at)sro.ch

SRO AG
Spital Region Oberaargau
St. Urbanstrasse 67
4900 Langenthal
www.sro.ch


SRO AG, Spital Region Oberaargau

 

In der Schweiz sind bereits über 1009 Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden. (Stand 13. März 2020). Die SRO AG ist darauf vorbereitet. Folgend beantworten wir die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit COVID-19. Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an die Behörden.

Besuche
Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, werden die Besucherfrequenzen eingeschränkt auf maximal zwei Besuchende pro Tag je Patientin oder Patient. Besuchende, die an Husten, Schnupfen oder Fieber leiden, dürfen das Spital nicht betreten. Kindern wird nur in Ausnahmefällen Zutritt gewährt.

Restaurant
Als weitere Vorsichtsmassnahme ist das Restaurant ab Montag, 16.März nur noch für Mitarbeitende der SRO AG geöffnet. Externe Gäste sowie alle Patientinnen und Patienten können sich in der Cafeteria «Treffpunkt» beim Haupteingang verpflegen.

Behandlung
Die SRO AG ist auf die Abklärung und allfällige Behandlung von betroffenen Personen vorbereitet. Wir verfügen über das nötige Know-how, die Infrastruktur und ausreichend Material zum Schutz des Personals und der Patientinnen und Patienten.

Besonders gefährdete Personen
Das höchste Risiko haben Personen über 65 Jahre sowie solche mit Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen, Krebs oder Erkrankungen und Therapien, welche das Immunsystem schwächen. Derzeit wird das Hauptaugenmerk darauf ausgerichtet, diese zu schützen.

Quarantäne
Kontaktpersonen eines bestätigten Coronavirus-Patienten zu ermitteln und zu isolieren, ist laut BAG nicht mehr wirksam, weil die Symptome meist leicht sind und nicht als Coronavirus erkannt werden. Die Ressourcen will man primär für die schweren Fälle und die besonders gefährdeten Personen einsetzen. Es werden ausdrücklich keine Corona-Tests bei Personen ohne Symptome durchgeführt. Erkrankte bleiben gemäss Empfehlung des Bundes freiwillig zu Hause.

Informationen
Die Lage kann sich laufend ändern. Die Massnahmen der SRO AG finden Sie auf unserer Homepage. Für weitere Informationen sind die Kantonalen Gesundheitsdepartemente und das Bundesamt für Gesundheit BAG verantwortlich.

Veranstaltungen
Zurzeit werden die meisten Veranstaltungen voraussichtlich bis Ende April abgesagt.

Sprechstunde, Abklärung, Therapie, ambulanter oder stationärer Eingriff
Falls bei Ihnen Fieber oder Husten auftreten, bleiben Sie bitte zuhause und sagen Sie Ihren Termin bei uns ab. Gerne vereinbaren wir mit Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Termin. Falls Sie sich in den letzten 14 Tagen in einem Corona-Gebiet aufgehalten haben oder in engem Kontakt mit Heimkehrenden aus betroffenen Gebieten waren, müssen Sie Ihren Termin bei uns um 10 Tage verschieben.

Kontakt zum Verschieben oder Absagen
Beachten Sie bitte die Kontaktadresse auf Ihrer Termineinladung.

So schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen:

  •  Abstand halten.
  •  Gründlich Hände waschen.
  •  In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen.
  •  Papiertaschentuch nach Gebrauch in geschlossenen Abfalleimer.
  •  Hände schütteln vermeiden.
  •  Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben.
  •  Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation.
     

SRO AG, Spital Region Oberaargau

 

Langenthal, 10. Februar 2020 – Die SRO AG erweitert ihr Angebot mit der Linie «SRO Plus», welche sich speziell an zusatzversicherte Patientinnen und Patienten richtet. Ergänzt mit einer hochstehenden individuellen medizinischen Betreuung bietet SRO Plus dieses umfassende Leistungsangebot.

Während des Spitalaufenthaltes wird sehr auf die persönlichen Bedürfnisse und die darauf abgestimmte Behandlung und Therapie geachtet. Hohe Priorität bei der Vergabe von Sprechstunden- und bei Operationsterminen sowie die freie Arztwahl sind nur ein Teil des Angebots.

Die Zimmer bieten einen hohen Komfort und eine edle Ausstattung. Diese gewährleisten so genügend Raum und Ruhe für die Erholung. Sieben Tage pro Woche von 07.00 – 18.30 Uhr steht den Patienten der persönliche Gastronomie-Service zur Verfügung. Mit ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung werden zudem die Gesundheit und das Wohlbefinden gefördert.

Der Heimfahrservice für Patienten, die erweiterte Menüwahl, flexible Besuchszeiten, edle Textilien der Plus-Linie und vieles mehr erwarten die Patienten in der neuen Privatabteilung des Spital Langenthals.

Für die Zukunft. Für den Oberaargau. Für Sie. Unter diesem Leitsatz investiert die SRO AG laufend in ihre Infrastruktur und medizinischen Leistungen. Damit ermöglichen wir Ihnen als Patient auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung und den Aufenthalt in einer modernen und angenehmen Umgebung. Die Sanierung des Bettenhochhauses wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen.

SRO AG, Spital Region Oberaargau

Das Spital Region Oberaargau – Das Spital mit Herz. Mit einem umfassenden medizinischen Angebot, Therapien, Beratungen bis zum Notfallzentrum und Rettungsdienst. Von Tag zu Tag sichern alle Mitarbeitenden der SRO AG das Morgen.

Als eines der ersten Spitäler der Schweiz hat sich die SRO AG für die Einführung eines digitalen Assistenzsystems im Operationsbereich entschieden.

Hohe Anspannung, Konzentration und Zeitdruck sind für die Mitarbeitenden im OP-Bereich eines Krankenhauses Alltag. Patientinnen und Patienten spüren davon nichts oder nur wenig, denn meistens schlafen diese, stehen unter Narkose. Doch gerade in der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen passiert parallel zur Operation eine ganze Menge. Diese Tätigkeiten haben direkten Einfluss auf die Qualität der Behandlung.

Die OP-Pflegekräfte beispielsweise müssen für jede Operation die richtigen Materialien, Instrumente, Implantate und Dokumente bereit legen, den Patienten richtig lagern, desinfizieren und vieles mehr. Bisher geschah dies in Langenthal ohne digitale Unterstützung. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter musste sich für diese komplexen Auf-gaben auf Papierlisten oder private Notizen verlassen. Papier ist als Informationsträger allerdings begrenzt. Abbildungen von den benötigten Materialien, von Lagerorten im Operationssaal oder Informationen zur eindeutigen Identifizierung waren mit diesen Mitteln nicht realisierbar. Dadurch erhöhte sich auch die Gefahr von Verwechslungen und führte zu unnötig geöffneten Materialverpackungen, sodass sich Dauer und auch Kosten einer Operation erhöhten. Hinzu kommt, dass die bisher eingesetzten Papierlisten den heutigen Hygienestandards nicht mehr entsprechen.

Die Lösung des Problems fand die SRO AG beim Schweizer Jungunternehmen chimpplus AG aus Solothurn. De-ren OP-Informationssystem «OP-Puls» schafft einen Rahmen zur Standardisierung und ist ein digitaler Helfer für Pflegende wie auch für Ärzte. Das System trägt dazu bei, die Informationsflut bei Materialien, operationsspezifi-schem Wissen und Gerätebedienung zu bündeln und zu kontrollieren. Anhand einer Checklistenfunktion wie aus der Luftfahrt bekannt, werden die Materialien und Instrumente exakt und korrekt vorbereitet. Dies bedeutet für den OP-Alltag: Das Wissen über Qualitätsstandards, Hygiene und Materialien muss nicht mehr aus verschiedenen Quellen (Ordnern, Loseblattsammlungen und Verzeichnissen) zusammengesucht werden. Das Wissen steht allen OP-Beteiligten aktuell und in Echtzeit zur Verfügung: Das Assistenzsystem von chimpplus AG läuft auf intuitiv be-dienbaren Tablets und ist seit August 2018 im Einsatz.

Zum Abschluss der Implementierung überreichte Christoph Bossert (Mitgründer von chimpplus AG) am 21. November 2018 ein Zertifikat an Nicole Ruf und Timo Thimm. Weiter bestätigte er die Aufnahme in das Operating Room Network. Bossert: «Dieses Zertifikat händigen wir dem Klinikmanagement aus, da es verstanden hat, dass Effizienz und Qualitätsverbesserung nur durchgängig digital und mobil funktionieren kann. In der SRO AG wurde eine OP-gerechte Basis für die beste Behandlungsqualität und für mitarbeiterförderndes Arbeiten geschaffen».

«OP-Puls» hat sich in der kurzen Einsatzzeit absolut bewährt und ist aus dem OP-Alltag nicht mehr wegzudenken.

Die Gesundheitskosten steigen jährlich, Ärzte und Spitäler stehen im Fokus. Die Diskussionen drehen sich um Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität von erbrachten Behandlungen.
In diesem Kontext hat sich die Chirurgie SRO für Transparenz entschieden – der gesamte Behandlungsprozess, von der Sprechstunde bis zur Nachkontrolle wird offen gelegt. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie die Klinik ihre Qualitätsdaten nutzt, um die erbrachten Leistungen weiter zu verbessern. Für diese Bestrebungen wurde die Chirurgie SRO mit dem T-Zertifikat ausgezeichnet.

«Das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten ist unser höchstes Gut», sagt Dr. med. Thomas Kinsbergen, Chefarzt Chirurgie SRO. «Transparenz, Nachvollziehbarkeit und umfassende Information des Patienten verstehen wir als zentrale Aspekte einer kompetenten und professionellen Behandlung», so Kinsbergen weiter.
Operationsindikationen werden in der Chirurgie SRO anhand der neusten Guidelines der Fachgesellschaften gestellt. Der Patient wird umfassend informiert, auch über mögliche Alternativen. Das besprochene Verfahren wird dokumentiert und begründet. «So stellen wir eine hohe Indikationsqualität sicher; die Entscheidung für das gewählte Verfahren bleibt nachvollziehbar», so Kinsbergen.
Die Bedeutung der Indikationsqualität unterstreicht Dr. med. Markus Trutmann vom Verband chirurgischer und invasiv tätiger Fachgesellschaften (FMCH): «Die Indikationsqualität gibt Auskunft auf die Frage, ob ein Eingriff bei bestimmten Patienten den erwarteten Nutzen erbracht hat. Somit stellt die Indikationsqualität für die chirurgischen und interventionell tätigen Fachgebiete das Herzstück der Qualitätssicherung dar. Die FMCH unterstützt alle Bestrebungen, die zu einer Stärkung der Indikationsqualität führen.»

Damit zukünftig auch der Nutzen einer Behandlung noch strukturierter ausgewertet werden kann, plant die Chirurgie SRO bereits die nächsten Schritte. «Wir planen die Einführung einer sogenannten Outcome-Messung für definierte Eingriffe», erklärt Dr. med. Dominik Lüdi, stv. Chefarzt Chirurgie SRO, «anhand von sechs Fragen wird vor dem Eingriff der Gesundheitszustand des Patienten erhoben; dieselben Fragen werden dem Patienten einige Wochen nach dem erneut Eingriff gestellt. Die Wirksamkeit der Behandlung wird gemeinsam mit dem Patienten überprüft.» Diese Daten werden im Register der Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie (AQC) erfasst und können strukturiert ausgewertet werden. «Diese Outcome-Messung ergänzt die bereits erhobenen Qualitätsdaten, wie beispielsweise das Auftreten von Komplikationen. Die erhobenen Daten sowie die Umsetzung der Qualitätskriterien des T-Zertifikats besprechen wir regelmässig im Ärzteteam und passen unsere Verfahren bei Bedarf entsprechend an. So wurde dieses Jahr unter anderem ein zweistufiger Aufklärungsprozess eingeführt; mit einer Erstaufklärung durch den Kaderarzt in der Sprechstunde und einer zweiten Aufklärung durch den Assistenzarzt einige Tage vor Spitaleintritt. Wir stellen so sicher, dass der Patient vor dem Eingriff alle Fragen stellen kann und mögliche Unsicherheiten geklärt werden können», führt Lüdi weiter aus.

Als Hausarzt überweist Dr. med. Thomas Ruckstuhl der Klinik für Chirurgie SRO regelmässig Patienten. Dass sich die Klinik für Chirurgie hat zertifzieren lassen und ihre tägliche Arbeit einer externen Prüfung unterzogen hat, unterstreicht für Ruckstuhl den Einsatz der Klinikleitung für eine bestmögliche Behandlungsqualität. «Eine angepasste Information des Patienten sowie eine zeitnahe und transparente Kommunikation gegenüber mir als Hausarzt fördert das Vertrauen und unterstützt den gesamten Behandlungsprozess. Hausarzt und Chirurg agieren als Team und setzen sich gemeinsam für die bestmögliche Versorgung des Patienten ein.»

Die Chirurgie SRO ist die erste Klinik der Schweiz, die sich hat zertifizieren lassen. Das T-Zertifikat ist neu und deshalb noch wenig bekannt. Mit der Société Générale de Surveillance SA (SGS) hat die Trägerin des Zertifikats, die T-Stiftung, eine der weltweit grössten Inspektions- und Zertifizierungsgesellschaften als Partner an der Seite. Die hohe Qualität der Zertifzierungsaudits wird durch Zertifizirungsexperten der SGS sowie durch einen Fachexperten aus dem zu zertifizierenden medizinischen Fachgebiet sichergestellt. PD Dr. med. Valentin Neuhaus, Leitender Arzt Traumatologie am Universitätsspital Zürich, überprüfte als ärztlicher Experte die Prozesse in der Chirurgie SRO. Er ist überzeugt, dass im Rahmen von externen Audits wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, wie Kliniken ihre Qualität weiter steigern können. Diese Erkenntnisse kommen schliesslich den Patientinnen und Patienten zu Gute, die ihr wertvollstes Gut, ihre Gesundheit, den behandelnden Ärztinnen und Ärzten anvertrauen.

Über das T-Zertifikat
Das «T» im T-Zertifikat steht für Transparenz. Die Patientinnen und Patienten wissen bei der Wahl eines T-zertifizierten Instituts, dass sich dieses für transparente Qualität einsetzt. Von der Indikationsstellung bis zur Ergebnismessung, arbeitet die Klinik nach anerkannten Standards und nutzt Ergebnisse in nachvollziehbarer Weise für die kontinuierliche Verbesserung Ihrer Prozesse.
Durch wertvolles Feedback aus der Zertifizierung werden Abläufe weiter optimiert. Das T-Zertifikat stärkt die Position einer Klinik oder Praxis gegenüber Krankenkassen und Ämtern.
Die T-Stiftung für Transparenz und Qualitätssicherung in der Medizin in Zürich hat die Oberaufsicht des Zertifikates. Die T-Stiftung ist eine gemeinnützige und steuerbefreite Stiftung unter Aufsicht der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht des SECO.

Alexander Mak heisst das erste Neugeborene der frisch eröffneten Frauenklinik

Vergangenen Freitag war es soweit: Alexander Mak erblickte als erstes Baby der neueröffneten Frauenklinik am 12.01.2018 um 22:46 Uhr das Licht zur Welt.
Die Mutter und das Frischgeborene sind wohlauf und erholen sich Zuhause von der Geburt.
Das SRO gratuliert den Eltern herzlich zu Ihrem Sohn und wünscht für die Zukunft nur das Beste!

Auch wenn für das Geburtshilfeteam des SRO‘s noch alles ganz neu und ungewohnt ist, haben sich Hebammen, Pflegeteam sowie Ärzte dennoch gut eingelebt und geniessen die neue, freundliche Umgebung samt modernsten Gerätschaften.
Da nun die gesamte Frauenklinik im selben Gebäude untergebracht ist, werden die Wege nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern natürlich auch für die Patientinnen kürzer, und dadurch eine noch komfortablere Behandlung erreicht.

Interessierte können am monatlich stattfindenden Informationsabend teilnehmen und sich selber vor Ort ein Bild der neuen Frauenklinik machen.

Bauchchirurgie: Spitäler Emmental und Oberaargau arbeiten zusammen

Das Spital Emmental und die Spital Region Oberaargau (SRO) haben einen Zusammenarbeitsvertrag für ihre Spezialgebiete in der Bauchchirurgie unterzeichnet. Eingriffe bei tiefliegenden Enddarm-Tumoren sollen für Patienten aus beiden Regionen in Burgdorf durchgeführt werden, Operationen am Magen wegen Übergewicht (bariatrische Chirurgie) in Langenthal.

Dazu gründen die beiden Spitalunternehmen die «Viszeralchirurgie Emmental-Oberaargau». Die Vor- und Nachbehandlungen werden wie bisher wohnortsnah im «Stammspital» des jeweiligen Patienten durchgeführt. Damit nutzen die Patienten beider Regionen wohnortsnah die Kompetenz der beiden erfahrenen Chirurgie-Teams.

Das Spital Emmental fokussiert sich am Standort Burgdorf seit 2010 auf die Entfernung von Enddarm-Tumoren und gehört in diesem Bereich zu den innovativsten Kliniken in der Schweiz. Im Sinne einer Konzentration der Eingriffe der tiefen Rektum-Chirurgie werden in Zukunft zusätzlich zu den Emmentaler Patienten auch Oberaargauer Patienten in Burgdorf operiert, letztere durch ein gemeinsames Operationsteam. Umgekehrt werden die Emmentaler Patienten für bariatrische Operationen in Burgdorf abgeklärt und in Langenthal am Referenzzentrum für bariatrische Chirurgie operiert.

Überregionale Zusammenarbeit
Die Kooperationsvereinbarung ist Zeichen des gegenseitigen Willens zu einer überregionalen langfristigen partnerschaftlichen Zusammenarbeit der beiden regionalen Spitalunternehmen. Die beiden Chefärzte der Chirurgie – Dr. med. Thomas Kinsbergen im SRO und Prof. Dr. med. Stephan Vorburger im Spital Emmental – arbeiten seit längerer Zeit auf diesen Schritt hin und freuen sich auf den Beginn der institutionellen Zusammenarbeit. Zu einem späteren Zeitpunkt ist auch der Miteinbezug der viszeralchirurgischen Aus- und Weiterbildung vorgesehen.

Vorläufiges HSM-Hindernis
Der Umsetzung des Kooperationsvertrags steht im Moment noch ein Entscheid des eidgenössischen Beschlussorgans für die Hochspezialisierte Medizin (HSM) entgegen. Da das Spital Emmental alle Auflagen erfüllt und zudem in der Qualität Spitzenwerte aufweist, erwartet es, dass es den Zuschlag für sein Spezialgebiet «tiefe Enddarmchirurgie» erneut erhalten wird.

Seit Anfang Juli bietet die Hals-Nasen-Ohrenmedizin (HNO) im Spital Langenthal ein erweitertes Angebot operativer Eingriffe sowie vielfältige konservative Therapien. In der ausgebauten HNO werden sowohl Erwachsene wie auch Kinder behandelt.

Die Hals-Nasen-Ohrenmedizin der SRO AG diagnostiziert und behandelt im Spital Langenthal Erkrankungen, Beschwerden und Verletzungen im Bereich des Gesichts, des Halses, der Nase und der Ohren.
Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Djawed Tahery, übernimmt eine grosse Vielfalt operativer Eingriffe und konservativer (nicht operativer) Therapien. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der SRO AG ermöglicht es, Abklärungen und Therapien rasch und flexibel durchzuführen. «Wir sind glücklich, unseren Patienten mit einem breiten HNO-Behandlungsangebotzu dienen. Und dies unter der Leitung eines Facharztes, der das Wissen und die Erfahrung auf dem neusten Stand der Medizin mitbringt», sagt Andreas Kohli, Direktor SRO AG.

Umfassendes Leistungsspektrum
Das Leistungsspektrum der Abklärungen, Therapien und operativen Eingriffen ist umfassend. Zum Operationsangebot gehören zahlreiche minimal invasive Eingriffe sowie plastische Gesichtschirurgie. Djawed Tahery verfügt mit über 80 000 operativen Eingriffen über grosse Erfahrung. Zuletzt war er als Oberarzt im Bürgerspital Solothurn tätig. Der sprachbegabte Arzt persischer Herkunft spricht 7 Sprachen. Zurzeit lernt Djawed Tahery fleissig schweizerdeutsch sowie weitere Sprachen. «Mein Ziel ist es, mich mit allen Patienten in ihrer Muttersprache unterhalten zu können.»

Spital mit Herz
Das Spital Region Oberaargau – Das Spital mit Herz. Mit einem umfassenden medizinischen Angebot, Therapien, Beratungen bis zum Notfallzentrum, Rettungsdienst und Frauenklinik. Von Tag zu Tag sichern alle Mitarbeitenden der SRO AG das Morgen.
«Für die Zukunft. Für den Oberaargau. Für Sie». Unter diesem Leitsatz investiert die SRO AG laufend in ihre Infrastruktur und medizinischen Leistungen. Damit ermöglichen wir Ihnen als Patientin oder Patient auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung und den Aufenthalt in einer modernen und angenehmen Umgebung. Die Sanierung des Bettenhochhauses wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen.

© Unter-Emmentaler

 

Niederbipp - Das Schwesternhaus des ehemaligen Bezirksspitals wurde saniert.

Im ehemaligen Bezirksspital Niederbipp hat das Spital Region Oberaargau (SRO) vor einigen Jahren das Gesundheitszentrum Jura Süd in Betrieb genommen. Seither dient das einstige Schwesternhaus als Therapiehaus für die Psychiatrischen Dienste des SRO. Seit Jahren war das Gebäude sanierungsbedürftig.

«Die Innenräume des denkmalgeschützten Gebäudes befanden sich in einem desolaten Zustand», sagt Daniel Wellinger, Bereichsleiter Gesundheitszentren der SRO AG. «Auch wenn man im Winter die Heizung voll aufdrehte, wurden die Räume nie richtig warm.» Der Keller sei feucht gewesen und die veraltete Elektroinstallation für zeitgemässe Technologien überfordert. Nebst der gründlichen Renovation der Räumlichkeiten seien deshalb auch die Wasser- und Abwasserinstallation sowie die EDV-Anlage des Gebäudes erneuert worden.

Büros und Schulungsräume
Nun sind die Innenräume bereit für die bisherigen und neuen Nutzer: die Psychiatrischen Dienste und die Dahlia Oberaargau AG. Letztere betreut im Gesundheitszentrum Jura Süd auf drei Etagen 36 betagte Menschen. Im zentral auf dem Areal gelegenen Therapiehaus hat die Dahlia nun zusätzlich Büros, Sitzungs- und Schulungsräume eingerichtet, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Anfang dieser Woche ist zudem das Team der Psychiatrischen Dienste nach zehnmonatigen Sanierungsarbeiten wieder im Therapiehaus eingezogen. Während der Renovation hätten die Mitarbeitenden im leer stehenden ehemaligen Spital gearbeitet, sagt Bereichsleiter Daniel Wellinger. Insgesamt sieben Psychiaterinnen und Psychiater, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter behandeln ein breites Spektrum psychischer Störungen Von kurzfristigen Kriseninterventionen bis zur langfristigen Begleitung können betroffene Menschen zwischen 18 und 59 Jahren profitieren. Ältere Patientinnen und Patienten werden laut Wellinger meistens in Langenthal behandelt, wo das SRO Spezialisten in der Alterspsychiatrie beschäftige.

Diverse Fachkräfte
In Niederbipp wiederum könne die Bevölkerung von einer engen Zusammenarbeit aller medizinischen Fachkräfte im Gesundheitszentrum profitieren, sagt Wellinger: Seit der Eröffnung im Jahr 2011 findet die Bevölkerung des nördlichen Oberaargaus dort verschiedene Gesundheitsdienstleistungen sowie ein Restaurant mit Gartenwirtschaft sowie Spielplatz. Das Herzstück bildet aber die Gemeinschaftspraxis. Hier bieten neben zwei Hausärztinnen auch verschiedene Fachspezialisten aus dem Spital Langenthal ihre Sprechstunden an. 

© BZ Langenthaler Tagblatt

 

Spital Region Oberaargau - In der Sommerzeit scheint es um das Spital Region Oberaargau ruhig geworden zu sein. Doch der Eindruck täuscht, die Einsätze sind unverändert intensiv.

Wer im Frühling das Spital Region Oberaargau (SRO) in Langenthal betrat, konnte dies nicht über das Parkhaus und den Westeingang tun - ausser die Person kam für einen Covid-19-Test. Denn dieser Bereich war als Screening-Station einzig für potenzielle Infizierte reserviert. Das Team der SRO AG erwartete die Welle, die zwar kam, aber im Kanton Bern weniger stark als befürchtet.

Mittlerweile ist das öffentliche Leben auf die Strassen zurückgekehrt. Viele Menschen geniessen ihre Sommerferien in Parks, am Wasser oder in den Bergen. Das Coronavirus scheint zuweilen - ausser in den Nachrichten - weit weg. Im SRO allerdings kommt derzeit keine Ferienstimmung auf. Der Chefarzt der medizinischen Klinik, Alexander Imhof, sagt: «Es ist noch nicht vorbei. Im Gegenteil, wir stehen Gewehr bei Fuss.»

Die Sicherheit geht vor
Ab Ende April und mit dem Abflachen der ersten Welle begann das Spital langsam auf Normalbetrieb umzustellen. Die zwischenzeitlich stark reduzierten Operationen und Sprechstunden sind wieder gebucht wie vor der Pandemie, allerdings gilt im Gebäude nach wie vor Maskenpflicht. Patienten dürfen zudem nur einen Besucher pro Tag empfangen. Goutiert wird das nicht immer von allen, wie Imhof erklärt: «Wir merken es, die Leute haben einfach genug - aber für uns gilt: Sicherheit geht vor.»

Denn die Vorsichtsmass nahmen zu diesem Zeitpunkt herunterzufahren, erachtet der Chefarzt als äusserst gefährlich. Zumal die Zahl positiv getesteter Personen gerade auch im Oberaargau wieder ansteigt. Allein in Langenthal waren es sechs neue Infektionen innerhalb von nur einer Woche. «Das ist eine sehr hohe Zahl. Die Stadt und Umgebung sind ein richtiger Hotspot», so Imhof. Die meisten der neuen Covid-19-Patienten befinden sich zu Hause in Quarantäne. Genauere Angaben könne er nicht machen.

Der Ansturm auf die Screening-Station, die sich mittlerweile bei der Notfallstation befindet, hält weiterhin an: Hier werden täglich 30 bis 60 Personen auf das Virus getestet und von einem Arzt untersucht. Im hauseigenen Labor werden die Proben innerhalb von ein bis zwei Tagen analysiert. Die Teststation wurde ausgebaut und personell aufgestockt. Zu Bürozeiten sind hier fünf Pflegende, zwei Ärzte und zwei Personen für die Administration im Einsatz. Der Aufwand sei kein bisschen geringer als zu Spitzen zeiten im Frühling.

Wie Alexander Imhof sagt, wird die Screening-Station bereits wintersicher eingerichtet, um den künftigen Ansturm stemmen zu können. Mit einem Abflachen der Covid-19-Ausbreitung rechnet er nämlich nicht: «Ich denke, die Pandemie wird nahtlos in die Grippesaison übergehen.» Tritt diese ein, müssen zusätzlich diese Patienten diagnostiziert werden. Der Gedanke daran bereitet dem Chefarzt des SRO einige Sorgen.

Festanstellung für Helfer
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Ende März rief das Spital Region Oberaargau über seine Social-Media-Kanäle dazu auf, sich freiwillig für einen Einsatz zu melden. Beworben hatten sich etwa 300 Personen. Viele der meist selbstständig Erwerbenden oder Studenten konnten einen Einsatz leisten, ein paar sind nach wie vor im SRO tätig.

Zwei Freiwillige erhielten mittlerweile sogar eine Festanstellung offeriert und wurden vom Spital fix übernommen. Alexander Imhof ist denn auch voll des Lobes für das Personal: «Alle haben sich eingesetzt und ihr Bestes gegeben, um diese Krise zu meistern.»

Das Team um den Chefarzt trifft sich nach wie vor wöchentlich, um die Pandemie-Lage zu beurteilen. Und um dafür zu sorgen, dass das Spital über genügend Material verfügt - falls es wieder losgehen sollte. Wie Imhof sagt, wird jeder Posten genau angeschaut. Täglich benötigt das SRO etwa 1000 Masken, doch das Lager sei gefüllt. «Im Moment sind wir sehr gut aufgestellt.»

© Berner Zeitung

 

Seit im ehemaligen Bezirksspital Niederbipp das SRO Gesundheitszentrum Jura Süd seinen Betrieb aufgenommen hat, dient das einstige Schwesternhaus als «Therapiehaus». Nach einer umfassenden Renovation sind die Innenräume nun bereit für die bisherigen und neuen Benutzer: die Psychiatrischen Dienste SRO und die dahlia oberaargau ag.

«Die Innenräume des denkmalgeschützten Gebäudes befanden sich wirklich in einem desolaten Zustand», erzählt Daniel Wellinger, Bereichsleiter Gesundheitszentren SRO AG, gegenüber neo1. «Auch wenn man im Winter die Heizung voll aufdrehte, wurden die Räume nie richtig warm». Der Keller sei feucht gewesen und die veraltete Elektroinstallation für zeitgemässe Technologien überfordert. Nebst der gründlichen Renovation der Räumlichkeiten seien deshalb auch die Wasser- und Abwasserinstallation sowie die EDV-Anlage des zentral auf dem Areal des Gesundheitszentrum liegenden Gebäudes erneuert worden.

Ambulante Psychotherapien
Das Team der Psychiatrischen Dienste SRO freut sich, seine Patienten in den neuen Räumen zu begrüssen. Insgesamt 7 Psychiater und Psychotherapeuten behandeln im Therapiehaus ein breites Spektrum psychischer Störungen. Von der kurzfristigen Kriseninterventionen bis zur langfristigen Begleitung: Die betroffenen Menschen zwischen 18 und 59 Jahren profitieren von einem vielfältigen Therapieangebot der psychiatrischen Fachpersonen. «Die Bevölkerung schätzt das Angebot vor Ort. Das Team arbeitet seit vielen Jahren in derselben Zusammensetzung und ist stets ausgelastet.» Das spreche für eine hohe Behandlungsqualität, meint Daniel Wellinger.

Schulungsräume dahlia oberaargau
Das zentral auf dem Areal gelegene Therapiehaus beherbergt ausserdem Büros, Sitzungsräume und Schu-lungsräume der dahlia oberaargau AG. Damit sich die Qualität der Betreuung betagter Menschen stetig verbessert, bringen die Pflegefachpersonen in internen Weiterbildungen regelmässig ihr Wissen auf den neuesten Stand.

Gesundheitszentrum Jura Süd
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2011 findet die Bevölkerung des südlichen Oberaargaus im Gesundheitszentrum ein breites Spektrum an Gesundheitsdienstleistungen. Das Herzstück des Gesundheitszentrums in Niederbipp bildet die Gemeinschaftspraxis. Hier bieten neben zwei Hausärztinnen verschiedene Fachspezialisten aus dem Spital Langenthal ihre Sprechstunden an: Chirurgie, Ergotherapie, Ernährungsberatung, Gynäkologie, Hand- und Plastische Chirurgie, Orthopädie, Physiotherapie, Wirbelsäulenmedizin und Wundbehandlung. Im Gesundheitszentrum Jura Süd haben 36 betagte Menschen ein Zuhause gefunden. Die vorwiegend Pflegebedürftigen werden auf drei Etagen von Mitarbeitenden der dahlia oberaargau ag betreut.

Aussenstandorte werden gepflegt
Dem Spital Region Oberaargau SRO AG sind die Aussenstandorte Niederbipp, Huttwil und Herzogenbuchsee wichtig. Die Angebote werden gepflegt und ausgebaut. Der regionalen Bevölkerung steht damit weiterhin eine hochwertige Gesundheitsversorgung vor Ort zur Verfügung, sagt Daniel Wellinger.

© NEO 1

Im August sollen weitere fünf Maschinen eintreffen – die Produktion made in Rothrist wird nochmals gesteigert.

Drei Mal mehr Mitarbeiter als vor Corona – dank der Produktion von Hygienemasken. Die Rothrister Wernli AG von Felix Schönle ist auf Erfolgskurs, was die Maskenproduktion anbelangt. Im Moment spucken sieben Maschinen 250 000 Masken pro Tag aus. Das entspricht noch nicht den im Frühjahr angekündigten 800 000 Stück pro Tag. Es sei allerdings nicht so einfach, die Maschinen aus dem asiatischen Raum auf eine höhere Produktionsgeschwindigkeit einzustellen, sagte Felix Schönle, CEO und Inhaber der Wernli AG, die sonst medizinische Verbandstoffe produziert. «Einige Maschinen sind schlecht programmiert», konstatiert er. Im Moment kann das Unternehmen die offenen Bestellungen jedoch bedienen. Die Wernli AG liefert an Spitäler und Zwischenhändler, jedoch bisher kaum an Detailhändler.

In der Schweiz produzierte Hygienemasken sind gefragt
In den vergangenen Monaten konnte die Wernli AG 80 neue Mitarbeitende für die Maskenproduktion einstellen. Mit dem nächsten Ausbauschritt im August rechnet Felix Schönle mit weiteren Neuanstellungen – die Wernli AG wird so auch zur Jobmaschine. Schönle geht davon aus, dass die Nachfrage nach Hygienemasken hoch bleibt – nicht nur wegen des Maskenobligatoriums im öffentlichen Verkehr. «Verschiedene Abnehmer, zum Beispiel Spitäler, wollen in der Schweiz produzierte Masken beziehen», sagt Schönle. So beispielsweise das Spital Oberaargau in Langenthal, das seit einem Monat Masken aus Rothrist verwendet. «Wir setzen wenn möglich auf lokale Produkte. Dies kommt schlussendlich auch unserer Wirtschaft und den Patienten aus der Region zugute», sagt Roger Giger, Leiter Einkauf, Logistik und Medizintechnik.

Damit er die angekündigten tiefen Preise für seine Masken auch weiterhin anbieten kann, muss Felix Schönle den Ausstoss seiner Maschinen erhöhen. «Der Knackpunkt ist das Ankleben der Ohrenbändel», sagt er. Aufgrund dieses Prozesses könnten die Maschinen nicht schneller laufen – oder bleiben gar ganz stehen, wenn sich wieder einmal ein Bändel verklemmt hat. Die Lösung: Bei einigen Maschinen konnten die Produktionsschritte getrennt werden. Erster Schritt: Masken produzieren. Zweiter Schritt: Ohrenbändel ankleben. Dies sei zwar personalintensiver, aber dafür könne die Produktion erhöht werden. «Da wir die Maschinen aus Asien importiert haben, können wir nicht schnell vorbeigehen und reklamieren», sagt Schönle. Er hofft nun auf den nächsten Ausbauschritt im August, wenn fünf weitere Maschinen erwartet werden. Der Vorteil dieser Maschinen: Sie stammen aus der Schweiz – oder zumindest ist der Vertragspartner eine einheimische Firma.

© Zofinger Tagblatt

 

Die Schweizer Spitäler schätzen den finanziellen Schaden durch die Covid-19-Massnahmen auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken - 80 Prozent davon wegen des Operationsverbots. Der Spitalverband H+ fordert nun einen Gesundheitsgipfel über die Kostenverteilung.

Allein das Behandlungsverbot bei nicht-dringlichen Eingriffen im stationäre und ambulanten Bereich vom 16. März bis am 26. April habe schätzungsweise zu finanziellen Ausfällen der Spitäler in der Höhe von 1,2 bis 1,4 Milliarden Franken geführt, teilte der Verein Spitalbenchmark am Freitag mit. Er hat dazu zusammen mit dem Beratungsunternehmen PwC eine Grobschätzung auf Basis einer repräsentativen Stichprobe bei 13 Spitälern, drei Psychiatrien und einer Rehabilitationsklinik vorgenommen. «Wir haben den Vergleich auch gemacht, weil der Bundesrat schon andere Wirtschaftshilfen beschlossen hat. So können wir auch zeigen, dass die Spitäler auch wirtschaftlich gesehen werden müssen», sagt der Präsident vom Verein Spitalbenchmark, Thomas Brack. 

Demnach schlugen die Mehrausgaben für die angeordnete Bereitstellung der Kapazitäten zur Bewältigung der Pandemie mit rund 300 Millionen Franken zu Buche. Dazu kommen Mehrkosten bei den Behandlungen durch die verschärften Hygiene- und Isolationsmassnahmen in der Höhe von rund 100'000 Franken. Nicht enthalten seien in diesen Zahlen die nicht gedeckten Behandlungskosten von Covid-19-Patienten.

Viele Unbekannte
Auf das ganze Jahr hochgerechnet gehen Spitalbenchmark und PwC von finanziellen Ausfällen in der Höhe von 1,7 Milliarden bis 2,9 Milliarden Franken aus. Im pessimistischsten Szenario könnten die Spitäler ihr Leistungsniveau von rund 60 Prozent im April bis auf 95 Prozent im Dezember erhöhen. Damit würden sie im Gesamtjahr 88 Prozent des Vorjahres erreichen.

Im optimistischsten Szenario erreichten die Spitäler die Leistung des Vorjahres bereits wieder im August und könnten dann «mit entsprechender Planung und Organisation in den Herbstmonaten aufholen. Trotzdem würde auch in diesem Fall die Leistung mit 97 Prozent unter dem Vorjahr bleiben.»

Dazu kämen zahlreiche unbekannte Faktoren, hiess es weiter. So sei zum Beispiel nicht bekannt, ob die während der Krise nicht erfolgten Eingriffe in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden könnten. Zudem könnte eine zweite Infektionswelle zu weiteren Einbussen führen.

«Dies aufzuholen dürfte sehr schwierig werden», sagt der Leiter Ressort Finanzen des Spital Region Oberaargau SRO, Rolf Hayoz. Auch wenn, die Leute jetzt wieder in die Behandlung kommen. 

Spitäler fordern Kostenverteilung
Der Spitalverband H+ fordert nun, dass die ungedeckten Mehrkosten und die Ertragsausfälle durch den Bund, die Kantone und die Versicherer kompensiert werden, wie er in einer Mitteilung schreibt. Die Spitäler hätten «in Rekordzeit Personal, Infrastrukturen und Material bereit gestellt», damit die an Covid-19 erkrankten Patienten zu jedem Zeitpunkt die notwendige medizinische und pflegerische Versorgung erhielten.

Zwar habe das Bundesamtes für Gesundheit (BAG) die geltenden Tarife angepasst. Doch das reiche nicht aus. Nach ersten Schätzungen von H+ anhand von Stichproben blieben fünf Prozent der Behandlungskosten im ambulanten Bereich ungedeckt, im stationären Bereich sogar zehn Prozent. Der Verband fordert deshalb Zuschläge auf die nicht-kostendeckenden Preise für ambulante und stationäre Behandlungen.

Ausserdem verfügten die Versicherer über Reserven in der Grössenordnung von rund neun Milliarden Franken, schreibt H+ weiter. Diese sollten für unvorhergesehene Mehrkosten wie zum Beispiel bei einer Epidemie eingesetzt werden.

Durch das Behandlungsverbot hätten die Krankenversicherer Geld eingespart. Damit und mit den Reserven könnten die Covid-19-bedingten Zusatzkosten mehr als aufgefangen und so ein Prämienschub verhindert werden. Dazu müsse der Bundesrat so rasch wie möglich einen nationalen Gesundheitsgipfel einberufen, um die Frage nach der «gesetzeskonformen Kostenverteilung» zu klären.

«Wir sind in engem Kontakt mit dem Kanton Bern und haben auch eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, da das Spital zu 100 Prozent dem Kanton und schlussendlich dem Steuerzahler gehört», erklärt Rolf Hayoz vom SRO.

© neo1

 

Thomas Künzi ist einer der Ärzte, die in den letzten Wochen im Langenthaler Spital SRO Corona-Patienten behandelt haben. Der 57-jährige Langenthaler erzählt gegenüber dem «Unter-Emmentaler» vom Lernprozess, den er im Zusammenhang mit dieser Krankheit erlebte.

Mundschutz überstreifen, gelbes Papiergewand anziehen. Hände desinfizieren, Handschuhe überstreifen, anklopfen und eintreten. Der Aufwand für eine Kontrolle bei einem Corona-Patienten ist für Ärzte und das Pflegepersonal merklich grösser als beim Besuch eines gewöhnlichen Patienten. Auch sonst hat die Krankheit Covid-19 den Spitalalltag verändert.

Wer nicht stationär behandelt wird - ambulante Patienten, Pflegepersonal und Ärzte - muss ständig eine Maske tragen, die Eingänge werden von Securitas und Zivilschutz kontrolliert, Besuche sind nur noch in Ausnahmefällen zugelassen. Auch Dr. Thomas Künzi sagt: «Das Coronavirus ist quasi ein Dauerthema ohne absehbares Ende.» Vor allem Letzteres belastet viele. Während man bei einer Militärübung bereits im Voraus weiss, wann der nächste Ausgang ansteht, ist beim Coronavirus auch heute noch vieles schleierhaft. «Wir wissen und wussten schon, wie wir in Punkto Spitalhygiene damit umgehen müssen. Die gleichen Verfahrensweisen gibt es auch bei der Bekämpfung der Influenza. Wie wir das Virus aber behandeln, wissen wir weiterhin nicht», sagt der Stellvertretende Chefarzt der medizinischen Klinik und Leiter der Nierenabteilung.

Bis heute würden vor allem Folgen behandelt. Wenn sich beispielsweise Wasser in der Lunge ablagert und die Sauerstoffaufnahme erschwert ist, wird beatmet, damit Zeit für eine mögliche Heilung gewonnen wird. Die Ursachen sind aber weiterhin unbekannt, weshalb auch nicht bekannt ist, wie man gegen diese vorgeht. Klar ist einzig, dass einzelne Bevölkerungsgruppen, mittlerweile bekannt als Risikogruppen, öfter von schweren Folgen betroffen sind als andere.

Höchstens zehn Patienten zeitgleich
Thomas Künzi hatte als betreuender Arzt in den letzten Wochen mehrmals mit solchen Patienten zu tun. Mitte April habe man im Spital Langenthal mit gegen zehn stationär behandelten Patienten den Peak erreicht, seither seien die Fallzahlen rückläufig. Sie widerspiegeln damit auch die schweizweiten Zahlen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). «Bevor ich ein Zimmer mit Covid-19-Patienten betrete, mache ich immer noch rasch eine Kontrolle, ob ich alles richtig angezogen habe», verrät der 57-Jährige. Das habe aber nicht nur mit dem Eigenschutz zu tun, sondern auch mit dem Schutz seiner Mitarbeiter und den weiteren Patienten. Er selbst habe berufsbedingt mit vielen Menschen Kontakt, diese wolle er auch entsprechend schützen, indem er die Abläufe strikt befolgt. Die Gefahren des Coronavirus habe er deshalb durchaus ständig im Hinterkopf, weil dies letztlich auch gegen Fahrlässigkeiten vorbeugen soll.

«Bevor ich in ein Zimmer mit einem Covid19-Patienten gehe, mache ich immer noch rasch eine Kontrolle.»
Dr. Thomas Künzi, Leitender Arzt

Angst vor diesen Patientenbesuchen habe er aber nie gehabt. «Ich gehe damit sehr nüchtern um und betrachte es aus einer medizinischen Perspektive.» Tatsächlich habe es aber auch im SRO Personal gegeben, das Bedenken geäussert hat. Eigens dafür wurde denn auch eine Hotline eingerichtet, die zu Beginn rege benutzt wurde. Ausserdem gab es einzelne Mitarbeitende, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe aus guten Gründen umplatziert wurden.

Ein einmaliger Lernprozess
Viele Bedenken konnten aber auch mit Gesprächen aus dem Weg geräumt werden. Sowieso habe man mit der Zeit immer mehr über das Virus gelernt und erfahren.

«Zu Beginn war nicht klar, dass auch Geschmacksverlust zu den Symptomen zählt. Erstmals davon gehört habe ich selbst von einer Patientin, die darüber klagte. Am gleichen Abend noch habe ich dann auch in einer Fachzeitschrift davon gelesen», erklärt der Langenthaler weiter. Gut eine Woche danach habe das BAG dieses Symptom als eines der Hinweise aufgenommen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeutet.

Vor allem dies weise auf einen Lernprozess hin, der einmalig sei. Ein Lehrbuch, welches das Vorgehen vorschreibt, sei für einmal eben nicht vorhanden. «Ich arbeite nun schon seit 30 Jahren im Spital und habe schon vieles gesehen. Etwas wirklich Neues wie jetzt das Coronavirus habe ich schon länger nicht mehr erlebt.» Wirklich gelernt habe man in dieser Zeit insbesondere eines: Ein heilendes Medikament fehlt weiterhin. Während zu Beginn noch AIDS-Medikamente helfen sollten oder zwischenzeitlich auch anderen Medikamenten heilende Unterstützung zugesagt wird, ist heute klar, dass ein solches weiterhin nicht bekannt ist.

Besuche eingeschränkt möglich
Gleichwohl werden auch im Langenthaler Spital die Einschränkungen schrittweise gelockert. Besuche werden in aussergewöhnlichen Situationen mittlerweile wieder zugelassen. Das gilt beispielsweise für frischgebackene Väter oder aber für Angehörige eines Menschen in der letzten Lebensphase. Allen anderen Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen bleiben Besuche vorerst noch verwehrt. Natürlich gilt gleiches auch rund um den Coronavirus, sagt Thomas Künzi. «Nur wenn die Patienten sterben könnten, lassen wir Angehörige zu.» Jene Besucher werden aber, weil sie aufgrund des Kontaktes zu jenem Patienten oftmals in Quarantäne leben, von anderen Menschen im Spital ferngehalten.

All diese Massnahmen zeigen auch, dass das Spital in Punkto Hygiene das Virus mittlerweile so gut wie nur möglich im Griff hat. Sorgen bereitet derzeit höchstens noch eine drohende zweite Welle. Bisher sei man im SRO noch glimpflich davongekommen, insbesondere auch im Vergleich mit dem Tessin und Norditalien, findet Thomas Künzi. Und: Auch Masken werden weiterhin genügend vorhanden sein, so der Langenthaler Arzt. «Zu Beginn waren noch Befürchtungen vorhanden, aber am 22. Mai dürfen wir mit den ersten Masken aus der Schweiz rechnen.» Und bis dahin werden jene aus China vorerst noch zur Genüge vorhanden sein.

© Unter-Emmentaler

 

Für die kompetente und persönliche Betreuung der Familien wird das Spital Langenthal von der UNICEF Und WHO mit dem Qualitätslabel «babyfreundliches Spital» ausgezeichnet. Im Rekordjahr 2019 haben 685 Kinder im Spital Langenthal das Licht der Welt erblickt.

Heute sind rund 20 Geburtsspitäler in der Schweiz von UNICEF und WHO als «babyfreundliche Spitäler» zertifiziert. Damit werden Spitäler gewürdigt, die sich auszeichnen durch eine hohe Pflege- und Betreuungsqualität in der Geburtshilfe und in der Vermittlung einer regelmässigen Betreuung in der ambulanten Nachsorge.

Baby im Zimmer der Mutter
Um das Qualitätslabel «babyfreundliches Spital» zu erhalten, müssen sich die Geburtskliniken konsequent an zehn Schritte halten. Der sofortige Hautkontakt zwischen Mutter und Baby nach der Geburt, die Unterstützung der Mutter beim Stillen sowie die kontinuierliche Beratung der Eltern in Entwicklungsfragen spielen eine zentrale Rolle. In der modernen Frauenklinik der SRC AG wird der Mutter- Kind-Bindung viel Raum und Zeit eingeräumt. Rooming-in bedeutet, dass das Kind Tag und Nacht bei der Mutter bleiben kann. In der Frauenklinik der SRO AG wird die Familie nicht nur während der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett, sondern auch während der Stillzeit von Hebammen, Stillberaterinnen und Pflegefachfrauen unterstützt. Zwei Beleghebammen, die das Team seit 2019 unterstützen, haben bereits viele Geburten in der SRO AG individuell und einfühlsam begleitet. Die Frauenklinik der SRO AG beschäftigt fünf Stillberaterinnen.

Das ist im Vergleich zu anderen Spitälern, die in der Regel zwei bis drei dieser speziell ausgebildeten Fachfrauen angestellt haben, einzigartig.

Stillambulatorium hilft auch danach
Stillen fördert die Gesundheit des Kindes und wirkt sich bis ins Erwachsenenalter aus. Treten Stillprobleme auf, ist es wichtig, professionelle Hilfe zu beanspruchen. Das Stillambulatorium der Frauenklinik ist auch nach dem Spitalaustritt während der gesamten Stillzeit für die Mutter und das Baby da. Die Unterstützung übernehmen Stillberaterinnen, Hebammen oder die Mütter- und Väterberatung. Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt drei Stillberatungs-Termine.

Die Frauenklinik pflegt einen aktiven Austausch mit frei praktizierenden Hebammen und Pflegefachfrauen der Region und vermittelt den Eltern den Kontakt zu Fachpersonen, Eltern- und Stillgruppen.

© Der Unter-Emmentaler

Gelockerter Zutritt zum SRO - Bis Ende April waren die meisten Besuche im Spital Langenthal untersagt. Nun gab es eine Lockerung - die Kinder dürfen ihr neugeborenes Geschwister trotzdem erst zu Hause sehen.

Noch vor zwei Wochen durften Mütter mit ihrem Neugeborenen im Spital Region Oberaargau (SRO) keinen Besuch empfangen. Der Vater des Kinds konnte einzig bei der Geburt dabei sein. Hatte das Kind Geschwister, mussten diese sich gedulden, bis die Mutter und das Bébé nach Hause kamen.

Ein komplettes Besuchsverbot galt für fast alle anderen Patientinnen und Patienten, so etwa auch für die Krebskranken auf der Onkologieabteilung. Die Mediensprecherin des Spitals, Carol Schmid, hat Verständnis für sie: «Ein Aufenthalt im Spital ist sowieso eher langweilig, nun stellen Sie sich diesen ohne Besuch vor.» Doch die Massnahmen waren zum Schutz der Patientinnen und Patienten und der Mitarbeitenden, damit eine Covid-19-Ansteckung vermieden werden konnte.

Über 800 Tests
Bis vor zwei Wochen gab es im SRO zudem noch einen erweiterten Notfall mit Screening zentrum für Covid-19-Verdachtsfälle. Insgesamt habe das Spital bis Ende April über 800 Tests durchgeführt, davon seien 65 positiv gewesen, sagt Carol Schmid. Bei den Spitalmitarbeitenden wurde bei einem Arzt und vier Pflegenden das Coronavirus nachgewiesen, gibt Schmid bekannt. Sie seien nun nach der Selbstisolation aber alle wieder am Drücker.

Die ganze Region Oberaargau zählt - Stand 3. Mai - laut Corona-Website des Kantons Bern 105 Coronavirus-Infizierte. Das SRO gibt die Anzahl Todesfälle nicht bekannt. Der Website des Kantons ist jedoch zu entnehmen, dass es bis zum 3. Mai 7 Todesfälle im Oberaargau gab.

Um sich für die Krankheitswelle zu wappnen, hat das SRO Mitte März auf Facebook ein Inserat für freiwillige Helferinnen und Helfer aufgeschaltet. Aus den 400 Bewerbungen hat das Spital 20 Personen rekrutiert. Die Mehrheit hat einen medizinischen Hintergrund: Darunter sind Berufsfachleute, Pflegepersonal oder Studierende. Hilfskräfte ohne medizinisches Wissen hat das Spital etwa für Botengänge im Haus eingesetzt. Aufgrund der Abflachung der Infektionskurve sind noch rund zehn Hilfskräfte im Einsatz.

Respekt vor Ansteckung
Auch die Platzkapazität für Corona-Infizierte hat das SRO heruntergefahren: Verdachtsfälle werden seit dem 27. April wieder in einem reservierten Teil des normalen Notfallzentrums behandelt. Auf einer isolierten Station für Covid-19-Patientinnen waren bereits in den letzten Wochen jeweils nur 1 bis 4 Personen, sie war also nicht voll belegt.

Dafür würden wieder alle Operationen durchgeführt, und mehr Patienten kämen wieder in die Sprechstunde, sagt Carol Schmid. Allerdings hätten viele Respekt vor einer Ansteckung. Diese Angst sei jedoch unbegründet: «Personen mit Covid-19-Verdacht kommen über einen anderen Eingang ins Spital als die übrigen Patienten. Unser Hygienekonzept sieht vor, dass Patientinnen und Patienten mit Atemwegssymptomen getrennt von den andern Patienten behandelt werden», sagt die Mediensprecherin. «Es ist wichtig, dass die Leute bereits bei anfänglichen Symptomen ins Spital kommen und nicht erst bei fortgeschrittenem Leiden.»

Mutter und Bébé besuchen
Ebenfalls am 27. April hat das Spital die Besuchsregeln gelockert: So dürfen zum Beispiel palliative Patienten oder operierte Kinder nun Besuch empfangen - allerdings nur eine Person pro Tag, für maximal eine Stunde und natürlich mit Mund-Nasen-Schutz. Bei Frauen während der Geburt hat nach wie vor einzig die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner das Recht auf einen Besuch, mittlerweile darf diese Person aber auch in den Tagen nach der Geburt Mutter und Bébé besuchen. Die Kinder müssen sich weiter gedulden.

© Berner Zeitung

Normalbetrieb - Spitäler und Praxen können ab Montag wieder alle Patienten behandeln. Doch absehbare Engpässe bei Medikamenten und Schutzmaterial belasten die Ärzte.

Ab Montag dürfen Spitäler und Arztpraxen auch jene Operationen und Behandlungen wieder durchführen, die nicht dringend sind. Die Ambulatorien und die Operationssäle seien nächste Woche wieder voll funktionsfähig, sagt etwa Alexander Imhof, Chefarzt der Medizinischen Klinik beim regionalen Spitalzentrum Oberaargau (SRO). Auch die Tagesklinik, die in den letzten Wochen als Corona-Station gedient hatte, werde wieder ihre ursprüngliche Funktion aufnehmen. Alle ambulanten und stationären Angebote seien wieder zugänglich. Selbstverständlich werde es aber in Langenthal auch weiterhin eine Corona-Station und einen getrennten Zugang zur Notaufnahme geben.

Die Skepsis der Patienten
Konkretere Angaben zu den Lockerungsmassnahmen erwarten die Verantwortlichen vom Bund im Laufe dieser Woche. Auch der Kanton wird die Spitäler eng begleiten und von ihnen verlangen, dass sie weiterhin Kapazitäten für Covid-19-Fälle freihalten, wie die bernische Gesundheitsdirektion festhält. Imhof ist klar, dass eine zweite Corona-Welle auf die Spitäler zukommen könnte. Ihn plagt derzeit jedoch etwas anderes: «Grosse Sorge macht uns der Ressourcenmangel.» Momentan hätten sie zwar noch genügend Medikamente und Materialien, «doch wir sehen, dass einige Artikel sehr schwierig zu beschaffen sind».

Trotzdem können nun die Spitäler die Patienten auf den Wartelisten für ihre geplanten Eingriffe aufbieten. In den vergangenen Wochen lehnten allerdings nicht nur Spitäler Patienten ab - auch Patienten verzichteten aus Angst vor einer Corona-Ansteckung aufs Spital. Sowohl das Spital SRO als auch die Spitäler der Insel-Gruppe spüren die Skepsis nach wie vor: «Viele Patienten haben Angst, ins Spital zu gehen, trotz klarer Abtrennung der Covid-Abteilungen», sagt Insel-Sprecher Adrian Grob. Anders sieht es offenbar in den Hirslanden-Kliniken aus, wo man eine grosse Nachfrage nach geplanten Operationen feststellt. «Dies lässt darauf schliessen, dass die Berner Patienten keine allzu grosse Angst haben, sich im Spital behandeln zu lassen», so die Leiterin Kommunikation, Annina von Arx.

Einstimmig rufen die Spitäler dazu auf, bei gesundheitlichen Problemen keinesfalls aus Angst vor einer Corona-Ansteckung zu Hause zu leiden. «Wir erwarten mehr schwere Fälle, die sicher einfacher zu behandeln gewesen wären, hätte man dies früher getan», sagt Alexander Imhof vom SRO.

Spaziergang mit dem Arzt
Den Arztpraxen hatte das Bundesamt für Gesundheit einen grossen Spielraum zugestanden, welche Konsultationen sie trotz Notregime durchführen - schliesslich wisse man bei vielen nicht zum Voraus, ob sie dringend seien oder nicht. Je nach Fachrichtung waren die Massnahmen trotzdem einschneidend. «Spezialisten hatten zum Teil Einbussen bis 95 oder sogar 100 Prozent des Umsatzes», sagt Rainer Felber, Vizepräsident der Ärztegesellschaft des Kantons Bern (Bekag) auf Anfrage. Einige Ärzte konnten auf Telefongespräche oder Videokonferenzen ausweichen, so etwa Psychiater François Moll, ebenfalls Bekag-Vizepräsident. Einzelgespräche fanden teilweise in der Praxis statt, Paar- und Familiengespräche oder Standortbesprechungen jedoch verschob Moll oder führte sie digital durch. «Auch nutzten wir Psychiater häufiger unkonventionelle Möglichkeiten, begleiteten etwa Patienten bei einem Spaziergang.»

Ab Montag erfolgt gemäss Felber ein schrittweiser Übergang in den Normalbetrieb. Patienten hätten sich bereits etwa für Check-ups angemeldet. Nur beim Schutzmaterial gebe es immer noch Engpässe, was die Ärzte belaste.

Abstand in der Praxis
Die bernischen Haus- und Kinderärzte verzeichneten in den letzten Wochen ebenfalls weniger Konsultationen, wie ihr Verband (VBHK) auf Anfrage mitteilt. In den kommenden Tagen müssten viele aufgeschobene Termine nachgeholt werden. Damit die Abstandsregeln auch bei grösseren Patientenzahlen gewährleistet bleiben, passen die Praxen teilweise ihre Abläufe an. Auch die Zahnärzte haben ihre bestehenden Hygienestandards verstärkt und etwa im Wartezimmer für genügend Abstand gesorgt.

Der VBHK und die Ärztegesellschaft schliessen sich der Aufforderung der Spitäler an: Patienten, die bisher trotz gesundheitlicher Probleme auf einen Arztbesuch verzichtet haben, sollen sich nun melden. Wer zur Risikogruppe gehört, soll dies bereits bei der Terminvereinbarung erwähnen, so könne man das Vorgehen gemeinsam planen. Eine telefonische Anmeldung sei sowieso in jedem Fall nötig, teilt der VBHK mit.

© Der Bund

Die Corona-Krise beschäftigt die Menschen in gesundheitlicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Mit den Ängsten, die dadurch entstehen, werden sich auch psychiatrische Dienste auseinandersetzen müssen. Marieke Kruit, Leitende Psychologin bei den ambulanten psychiatrischen Diensten des Spitals SRO, bemerkt bereits jetzt eine drastische Veränderung des Arbeitsalltages.

Kurzarbeit im Job, ständiges Aufeinandersitzen zu Hause und das Fehlen von gewohnten sozialen Kontakten lösen derzeit bei vielen Menschen unbekannte Problemzustände aus. Nicht wenige wenden sich deshalb an einen Therapeuten. Das bemerken auch die psychiatrischen Dienste des Langenthaler Regionalspitals SRO. Insbesondere Anrufe beim Notfalltelefon haben deutlich zugenommen, weiss die Leitende Psychologin Marieke Kruit. «Oft genügt eine kurzfristige Unterstützung, beispielsweise ein Telefongespräch», so die Leiterin der ambulanten psychiatrischen Dienste. Gemeinsam werde dann über Ängste und Probleme diskutiert und nach Lösungen gesucht. Ob eine langfristige psychiatrische Behandlung nötig ist, wird sich meist aber erst später zeigen.

Bereits heute gehe sie davon aus, dass die Arbeit mit dem Ende der bundesrätlichen Massnahmen nicht abgeschlossen sein wird. «Die Probleme können in gewissen Fällen bestehen bleiben, weshalb wir erst zum Ende der verschärften Massnahmen eine Zunahme der Konsultationen erwarten», so Marieke Kruit. Eine Zunahme von Langzeitpatienten konnte bisher aber noch nicht festgestellt werden.

Tagesstruktur behalten und ablenken
Klar sei aber, dass Menschen auch in dieser Krise sehr unterschiedlich reagieren. Betroffen seien alle, nicht jeder brauche aber auch professionelle Hilfe. «Einzelne Menschen sind stressresistenter und können einfacher mit solchen Situationen umgehen. Manchmal genügt auch ein Gespräch mit Familienangehörigen. Hier muss jeder für sich entscheiden, wann er professionelle Hilfe in Anspruch nehmen will», erklärt Marieke Kruit und gibt sogleich ein paar Hinweise: «Wer beispielsweise konstant Mühe hat, zu schlafen oder stundenlang herumgrübelt und die negativen Gedanken nicht loswird, soll sich diesen Schritt überlegen.»

Den Patienten rate sie zu unterschiedlichen Lösungsansätzen. Wichtig sei in erster Linie, einen strukturierten Tagesablauf beizubehalten. «Auch jene, die nicht mehr arbeiten können, sollten wie gewohnt morgens aufstehen und sich anziehen. Ein Wochenende im Pyjama kann ja lustig sein, aber auf Dauer schafft das eher Probleme.» Wer aber weiterhin arbeiten darf, jedoch Mühe mit dem Alltag hat, der solle sich so gut wie möglich ablenken. «Beispielsweise ein altes Hobby reaktivieren. Backen oder Kochen. Sport treiben ist auch eine gute Idee.» Wichtig sei zudem das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten, wenn auch mit der nötigen Distanz. «Eine Telefonkonferenz mit Fussballkollegen oder ein Anruf bei Verwandten kann einem schon viel geben.» Social Distancing sei deshalb eigentlich der falsche Ausdruck, um sich zu schützen. Vielmehr solle man sich physisch und nicht sozial von seinen Kontakten abgrenzen.

Grosse Ungewissheit
Besonders wichtig sei in der aktuellen Situation indes, die Probleme nicht zu verlagern. «Alkohol und Drogen sind kein Ausweg, um der Situation zu entfliehen», sagt Marieke Kruit. Dazu komme, dass Personen, die aufgrund solcher Abhängigkeiten in Behandlung sind, im Zusammenhang mit der Isolation umso stärker auf die Probe gestellt werden.

«Auch deshalb sind wir weiterhin da für unsere Patienten. Vielen Menschen ist dieser persönliche Kontakt zu uns sehr
wichtig. Er verleiht ihnen Stabilität.»

Wo zuvor jedoch Nähe aufgebaut wurde, gilt es nun, Distanz zu halten. So diente vor der Coronakrise beispielsweise die Begrüssung, das Händeschütteln als erste Kontaktaufnahme, die Nähe darstellt. Dies ist aber nicht mehr länger möglich. «Es ist eine Herausforderung, die auch bei uns den Alltag auf den Kopf stellt», weiss die Leitende Psychologin. Das führt auch dazu, dass dem Schutz der eigenen Mitarbeiter ein besonderer Wert beigemessen wird. «Sie alle sind von den Veränderungen persönlich ebenfalls betroffen. Es ist wichtig, dass auch sie mit der Situation umgehen können und gesund bleiben, damit wir weiterhin für unsere Patienten dasein können.» Hier halte man sich an die Vorgaben des SRO, nicht zuletzt auch, um Ansteckungen zu verhindern.

Noch keine Skype-Beratung
Eine Unsicherheit bleibe aber dennoch für beide Seiten, viele Patienten hätten deshalb bereits jetzt auf eine persönliche Konsultation zu Gunsten eines Telefongesprächs verzichtet. Zwar sei auch Internet-Therapie ein bereits zuvor diskutiertes Thema, über Skype wird vorerst aber noch nicht behandelt, verrät Marieke Kruit. «Komplett ohne Beratungstermine, die von Angesicht-zu-Angesicht stattfinden, wird es auch in Zukunft nicht gehen. Durch die aktuelle Siuation steigt aber die Sensibilisierung zu solch neuen Möglichkeiten», weiss die Bernerin. Und sollten die Massnahmen noch verschärft werden, wird auch der ambulante psychiatrische Dienst womöglich auf Innovationen angewiesen sein, um weiterhin für seine Patienten da zu sein. «Es ist die Ungewissheit, die viele Menschen derzeit nur schwer aushalten können», sagt Marieke Kruit. Niemand weiss, wie lange die Situation anhält und wie es weiter gehen wird. Vor allem auch deshalb seien die derzeit vorhandenen Ängste völlig normal und nachvollziehbar.

Leroy Ryser
© unter-emmentaler.ch

 

Coronavirus im Oberaargau
Mit Covid-19 steht der Ärztliche Bezirksverein Oberaargau vor einer neuen Herausforderung. Die Praxen mussten ihren Arbeitsalltag komplett umstellen.

Seit zwei Wochen ist bei Hausärztin Ursula Grob nichts mehr, wie es einst war. Vor der Eingangstür des Ärztehuus Buchsi warnt ein Stoppschild – ohne Termin darf niemand mehr die Praxis betreten. Die Öffnungszeiten sind reduziert, viele Fälle, etwa Laborresultate oder Röntgenberichte, bespricht die Hausärztin nur noch via Telefon. Dieses sei neu immer über zwei Leitungen besetzt. Und wenn doch eine Beurteilung vor Ort nötig ist, finden am Morgen die normalen Sprechstunden statt. Nachmittags dann kümmern sich Ursula Grob, ihre Arztkollegen und ihr Team um die «unsicheren Fälle», wie sie diese nennt – unter Umständen mit einem Abstrich. Denn Verdachtsfälle auf Covid-19 trennen die Hausärzte mittlerweile klar von ihren übrigen Patienten. «Wir wollen Personen in unserer Praxis sicher behandeln können», sagt Grob.

Täglich Zeit für Tests
Nachweislich infektiöse Personen sollen nach Möglichkeit nicht in die Praxis kommen. Denn: «Jeder, der eine Infektion in den oberen Luftwegen hat – also Husten, Halsweh oder Fieber – wird als Corona-Fall betrachtet.» Handelt es sich dabei nicht um Schwerkranke oder Risikogruppen, müssen die Betroffenen zehn Tage isoliert zu Hause bleiben, so sehen es die Richtlinien vor. Grob weiss: «Für viele Leute ist das schwer nachzuvollziehen.» Es gibt aber Situationen, die eine Beurteilung erfordern. So klagen etwa auch Allergiker über Husten. Bei ihnen gelte es zu klären, ob sie an einem Asthma oder an einer Coronavirus-Infektion leiden. Ihrem Team gegenüber sieht sich die Hausärztin in der Pflicht. Deshalb verfügt die Praxis von Ursula Grob über die nötige Schutzausrüstung, um mögliche Träger des Coronavirus zu untersuchen. Täglich sei jeweils eine Randstunde für Covid-19-Tests reserviert, in dieser Zeit darf niemand anderes die Praxis betreten. «Gewisse Ärzte haben gar nicht die Kapazitäten oder das Material dazu.»

Ärzte beantragen Kurzarbeit
Als Notfalldienst-Leiterin des Ärztlichen Bezirksvereins Oberaargau (ABV) ist Ursula Grob eine der Hausärztinnen, die Teil der Koordinationsgruppe zwischen Hausärzten, ABV und dem Spital Region Oberaargau (SRO) in Langenthal ist. Diese Zusammenarbeit begann bereits Mitte März. Vier Hausärzte aus den Subregionen Nord, Süd, West und Ost tauschen sich regelmässig mit den Chefärzten Medizin und Chirurgie, dem Infektiologen sowie dem Leiter des Notfallzentrums aus. Die Koordinationsgruppe habe wesentlich zum raschen Aufbau einer Hotline und Screening-Station im SRO beigetragen, sagt Grob. Jüngst haben sich pensionierte Hausärzte zusammen mit Spezialärzten des SRO rasch dazu bereit erklärt, diese Hotline zu betreiben, die den Notfall des Spitals entlasten soll. Die Hotline kann über die Nummer 062 916 33 19 erreicht werden. Der Anruf wird dann direkt auf das Handy eines pensionierten Arztes umgeleitet. Diese sitzen zu Hause, denn mit über 65 Jahren gehören sie selbst zur Risikogruppe. Die etwa zwölf Freiwilligen arbeiten jeweils halbtags für fünf Stunden. Die Hotline ist von 8 bis 18 Uhr bedient, nachts läuft sie über das Spital. In der Notfallpraxis, die sich im SRO befindet, sind laut Grob die Fallzahlen dagegen stark rückläufig. Denn mit dem ausgerufenen Notstand und dem stark reduzierten Lebensstil der Bevölkerung fielen gerade Verletzungen beim Sport und im Ausgang weg. Auf dem Notfall werden Patienten strikte von infektiösen Personen getrennt, denn diese werden alle über die Screening-Station geleitet. So ist gewährleistet, dass der Notfall für andere Patienten sicher bleibt. Im Spital werden die Hausärzte derzeit (noch) nicht gebraucht. Ursula Grob stellt erstaunt fest: «Wir sind nicht überlastet, wir haben alle Kapazitäten. Von Mehraufwand ist bei uns keine Rede.» Die Hausärztin hat ihren Praxisalltag extrem heruntergefahren und arbeitet etwa 40 bis 50 Prozent weniger. Sie wisse zudem, dass einige Berufskollegen sogar Kurzarbeit beantragt hätten. Denn viele Routineuntersuchungen sind abgesagt worden – einerseits, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in der Praxis aufhalten, andererseits auch, weil Patienten selber sich dagegen entschieden haben. Zu Beginn des Ausnahmezustands sei die Adaption für die verschiedenen Oberaargauer Praxen schwierig und zeitintensiv gewesen, da es seitens Bund und Kanton Bern fast täglich zu Änderungen kam. Ursula Grob sagt, die Situation sei für alle komplett neu. «Vor ein paar Monaten hätte sich noch niemand vorstellen können, dass wir heute so arbeiten. Wir sind aber froh, weiterhin für unsere Patienten da sein zu können.»

Julian Perrenoud
© BZ Langenthaler Tagblatt

Spital im Corona-Modus

Das Spital Region Oberaargau hat in Langenthal eine separate Screening-Abteilung geschaffen, in der Verdachtsfälle auf das Covid-19-Virus gestestet werden können.

Besucher des Spitals Langenthal, die ihr Auto in der neuen Einstellhalle parkieren, können gegenwärtig nicht den direkten Weg über den Eingang West nehmen. Dieser ist den Patientinnen und Patienten vorbehalten, die sich auf das Covid-19-Virus testen lassen. Auf kürzestem Weg gelangen diese von den für sie reservierten Parkplätzen dorthin.

Dank der engen Zusammenarbeit mit den Hausärztinnen und Hausärzten des ärztlichen Bezirksvereins konnte rasch eine Corona-Hotline sowie eine elektronische Patientenanmeldung für Patientenscreening etabliert werden.

«So werden die Patienten bei uns bereits erwartet», erklärt Timo Thimm, der Leiter des medizin-technischen Dienstes und der Akutpflege Stationen der SRO AG. Zusammen mit PD Dr. med. Alexander Imhof, Chefarzt Innere Medizin, und ihren Teams, hat er die neue Abteilung aufgebaut. Timo Thimm betont die hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter den Teams. Patienten können die Aufnahme weiter beschleunigen, indem sie ihre Daten online über die Website des Spitals eingeben. Dadurch sind vor Ort keine grösseren Aufnahmeformalitäten mehr nötig.

Auf kürzestem Weg geht es weiter, wenn man den aufmerksamen Securitas-Mitarbeiter und die Anmeldung passiert hat. Der Lift in die Screening-Station ist so programmiert, dass nur die beiden benötigten Stockwerke angefahren werden können.

Die bestehenden Tagesklinik wurde innert kürzester Zeit für die bestehenden Bedürfnisse angepasst. So stehen nun aktuell neben vier Screening-Plätzen zwölf Betten zur weiteren Diagnostik und Therapie bereit. «Wir hatten zum Glück genügend Raumreserven, um nicht provisorische Bauten wie Zelte aufstellen zu müssen», hält Timo Thimm fest.
In der Administration der Sreening-Zone arbeitet Loranda Ramosaj. Sie war vorher in der Patientenlagerung der Operationssäle tätig. «Ich wollte die besondere Situation für etwas Neues nutzen und habe mich für diese Aufgabe gemeldet», sagt sie. Sie sei gut eingearbeitet worden und bereue ihren Entscheid nicht.

 

Tests in Echtzeit
Auch hat die SRO das Labor aufgerüstet. Es hat die nötigen Geräte angeschafft, um Polymerase Kettenreaktionen selbst in Echtzeit durchführen zu können. Das Testergebnis liegt innerhalb weniger Stunden vor. «Wir haben dafür eine neue Stelle geschaffen», erklärt Debora Eisele, Teamleiterin Mikrobiologie.

Wer positiv getestet wird und hospitalisiert werden muss, kommt in eine Bettenstation, die eigens für die Pandemie eingerichtet worden ist. Für intensive Betreuung mit Beatmungsgerät sind drei Betten eingerichtet. Momentan ist es auf der Station noch ruhig. Ein einziger Corona-Patient war am Dienstag hospitalisiert. Im Durchschnitt der letzten beiden Wochen waren es drei bis vier pro Tag.

Dr. med. Thomas Künzi, stellvertretender Chefarzt Medizin, erklärt, womit sich die Mitarbeitenden auf der Station konfrontiert sehen: «Wir haben es mit einer Krankheit zu tun, die wir nicht kennen. Wir gehen deshalb zweimal statt einmal täglich auf Krankenvisite. Nicht nur, um die Patienten gut zu betreuen. Sondern auch, um Hinweise zu erhalten, wie die Krankheit verläuft.»

«Wir sind vorbereitet, um bei Bedarf sofort eine weitere Station in Betrieb zu nehmen und die Intensivplätze auf mindestens zehn erweitern zu können», sagt Timo Thimm. Zudem werde laufend Personal umgeschult, um Corona-Patienten betreuen und pflegen zu können.

Tests in Altersheimen
Vorbeugend ist auch der Rettungsdienst unterwegs und testet zum Beispiel Bewohner von Altersheimen vor Ort. 390 Personen hat die SRO AG bisher getestet, davon zeigten 13 ein positives Resultat.

Erfolgreich war das Spital mit seinem Aufruf an Freiwillige, sich zu melden. Rund zwanzig Frauen und Männer konnten zusätzlich rekrutiert werden. Darunter sind gemäss Timo Thimm sowohl ausgestiegene Fachleute wie auch Personen ohne medizinische Vorkenntnisse, die zum Beispiel Botengänge erledigen. Verstärkt hat das Spital Langenthal auch die Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Bezirksverein Oberaargau.

Rund ein Dutzend Ärzte, die während der letzten Jahre teilweise pensioniert wurden, betreuen seit gut einer Woche tagsüber die Corona-Hotline des Spitals. Dank ihrer grossen Erfahrung könnten sie die vielfältigen Fragen rund um das neue Virus beantworten, teilen Spital und ärztlicher Bezirksverein mit. Gemeinsam mit den Anrufern könnten sie entscheiden, ob ein Test, eine klinische Beurteilung im Spital oder eine Selbstisolation nötig sei.

Durch den Einsatz dieser Kollegen würden auch bei den Hausärzten Kapazitäten frei, zum Beispiel wenn in einer Pflegesituation eine aufwendigere Betreuung nötig werde. Engpässe könnten so rascher identifiziert und in gemeinsamer Abstimmung behoben werden.

Insgesamt ziehen Alexander Imhof und Timo Thimm eine positive Bilanz der bisherigen Aufbauarbeit. Sie winden dabei den Oberaargauerinnen und Oberaargauern ein Kränzchen: «Sie reagieren mit viel Verständnis auf unsere Anordnungen.» Die Sicherheit sei nie gefährdet gewesen.

Den Umweg über den Haupteingang müssen übrigens nur wenige Besucherinnen und Besucher einschlagen. Das Spital musste ihnen starke Restriktionen auferlegen. Diese werden jeweils situativ angepasst. Auf dem ganzen Areal kommt es zu Einschränkungen. Auch am Haupteingang steht ein Securitas-Mitarbeiter, der nach dem Zweck des Besuches fragt. Väter können zum Beispiel weiterhin bei der Geburt dabei sein. Im Wochenbett dürfen sie jedoch Ihre Partnerin und das Kind nicht mehr besuchen.

Für den weiteren Verlauf der Pandemie wird gern das Bild einer Welle verwendet, wobei die Hoffnung besteht, diese durch die verordneten und eingehaltenen Einschränkungen möglichst tief halten zu können. Im Spital Langenthal sagt Timo Thimm: «Wir sind gewappnet für das, was noch kommt. Aber auch wir wissen noch nicht, was es sein wird.»

Jürg Rettenmund

© BZ Langenthaler Tagblatt

Coronavirus - Die Anzahl bekannter Corona-Fälle steigt. Die Intensiv-Pflegestationen sind jedoch aktuell noch nicht mit Corona- Patienten gefüllt.

Die Kantone Jura, Basel-Stadt und Basel-Land nehmen Schwerstkranke auf, um französische Krankenhäuser zu entlasten. Das geht, weil die Kapazitäten ihrer Spitäler noch nicht voll ausgeschöpft sind. Auch in Berner Spitalbetten liegen derzeit nicht durchwegs Corona-Patienten. Nach wie vor ist die Auslastung der Betten gering, wie eine Umfrage am Sonntagnachmittag zeigte. Das hat auch damit zu tun, dass nur medizinisch dringliche Sprechstunden, Operationen und Therapien durchgeführt werden dürfen.

In den sechs Kliniken der Inselgruppe wurden am frühen Sonntagabend 13 Corona-Patienten behandelt. Im Auftrag des Kantons sei man daran, Betten umzunutzen und zusätzliche Intensivbetten zu schaffen, sagt Mediensprecher Alex Josty. Wie viele es aktuell sind, will er nicht sagen: Weil sich das sehr schnell wieder ändern könne. Doch Josty bestätigt: Kapazitäten sind noch viele vorhanden.

Die Hälfte der Betten ist leer
Im FMI-Spital Interlaken sind von 135 Betten deren 75 frei - ohne Intensivstation, Geburtshilfe und Covid-19-Intensivstation. Die zehn Betten der Letzteren sind momentan noch leer, in der Geburtshilfe sind alle sechs Betten frei. Sechs von acht Betten der Intensivstation werden aktuell genutzt. Das FMI-Spital Frutigen hat 27 Betten besetzt, 23 sind frei.

In Thun ist aktuell die Hälfte der insgesamt 250 Betten belegt. «Die Reduktion auf diesen Bestand ist nach Vorgaben von Bund und Kanton bewusst und koordiniert erfolgt», sagt STS-Mediensprecherin Marie-Anne Perrot. Der Notfallbetrieb werde wie bisher aufrechterhalten, und medizinisch dringliche Eingriffe und Behandlungen wie etwa bei onkologischen Patienten werden vorgenommen.

Patienten wieder entlassen
In Langenthal wurde eine zusätzliche, rund um die Uhr geöffnete Station mit 12 Betten eingerichtet. Es handelt sich dabei um eine spezielle Abteilung für stationäre, isolierte Covid-19-Patienten der Spitalregion Oberaargau SRO AG. Deren Tagesklinik werde als Notfallerweiterung und Screening-Center betrieben, erklärt SRO-Kommunikationsleiterin Carol Schmid. «Wir haben noch Platz», sagt sie. Von den 8 am Freitag positiv auf Covid-19 getesteten Personen konnten ihr zufolge einige wieder entlassen werden. Die Resultate der Tests, die am Wochenende gemacht wurden, sollen am Montag vorliegen.

«Die Ruhe vor dem Sturm»
An ihren beiden Standorten, in Burgdorf und Langnau, erlebt auch die Spital Emmental AG «die Ruhe vor dem Sturm», lässt Sprecher Markus Hächler ausrichten. Es hat noch freie Betten. «Zahlen geben wir keine bekannt, weil das stündlich ändern kann, auch ohne Corona.»

© BZ Berner Zeitung Gesamt

Das Spital Region Oberaargau benötigt Hilfskräfte. Innert weniger Tage meldeten sich mehr Personen als erwartet.

Wie in der gesamten Schweiz hat sich auch in Langenthal die Zahl positiv auf das Coronavirus getesteter Personen stark erhöht. Stand Freitagmorgen betreut das Spital Region Oberaargau (SRO) nach eigenen Angaben acht Patienten - vier stationär und vier ambulant.

Die Spitaleingänge sind klar getrennt, Patienten mit Atemwegsinfektionen werden ausschliesslich über den Eingang West aufgenommen. Security-Personal bewacht alle Zugänge.

Laut Carol Schmid, Bereichsleiterin Marketing und Kommunikation, sind die Lager mit Schutzmaterial ausreichend bestückt - doch steckt bestellter Nachschub an der Grenze fest.

Das SRO hat eine eigene Abteilung für stationäre, isolierte Covid-19-Patienten eingerichtet. Zudem dient die Tagesklinik als Notfallerweiterung und Screening-Center. Um die heranrollende Corona-Pandemie besser meistern zu können, hat das Oberaargauer Spital einen Personalpool aufgebaut und einen Aufruf bei Facebook aufgeschaltet. Gesucht werden Krisenhilfskräfte, Freiwillige aus der breiten Bevölkerung.

Vielfältig einsetzbar
Mittlerweile hat das SRO seinen Aufruf teilweise wieder zurückgezogen, denn wie Carol Schmid sagt, sei die Resonanz «überwältigend» gewesen. Innerhalb von nur drei Tagen sei der Aufruf über 2700-mal in den sozialen Medien geteilt worden und habe fast 190 000 Personen erreicht. «Die Personalstelle wurde mit Bewerbungen überrollt. Mittlerweile suchen wir nur noch ausgebildetet Pflegefachleute», sagt Schmid. Von den 300 Bewerbern stehen 14 bereits im Einsatz, wie das SRO sagt. Bei vielen handelt es sich um medizinische Praxisassistenten oder Medizinstudenten.

Betten für weitere Coronavirus-Patienten hat es im SRO derzeit noch genug. Wie lange dieser Zustand anhalten wird, ist allerdings unklar - denn die Lage verändert sich täglich.

© BZ Berner Zeitung

Klinik gekauft - Die SRO hat per 1. März die Aktien der Gastroenterologie Oberaargau übernommen.

Die Gastroenterologie Oberaargau AG am Wuhrplatz gehört seit dem 1. März zur Spital Region Oberaargau (SRO) AG.
Wie das Spital mit einem Schreiben an das Personal informierte, wurden die Aktien der Privatpraxis auf Anfang Monat
übernommen. Damit werde die vor einem Jahr gestartete Zusammenarbeit zwischen der Praxis und der
Gastroenterologie der SRO weiter ausgebaut und die beiden Betriebe rechtlich und organisatorisch zusammengeführt.

Die Zusammenarbeit habe sich im letzten Jahr bewährt: Kommunikationswege und Behandlungsprozesse hätten
verkürzt und vereinfacht werden können, was sowohl den Patienten als auch den Mitarbeitern und den Zuweisern
zugute komme. Gemäss dem Schreiben konnte auch die Arbeitsplatz attraktivität gesteigert werden, was hinsichtlich
des personell sehr ausgetrockneten Arbeitsmarkts wichtig ist.

Organisatorisch und personell komme es zu keinen Veränderungen. Auch für die zuweisenden Hausärztinnen und
Hausärzte ergeben sich durch den Zusammenschluss keine Veränderungen. Die Praxis beschäftigt neun Mitarbeite
rinnen und Mitarbeiter. Die Gesamtleitung verbleibe weiterhin bei Kaspar Truninger. Truninger ist seit 2007 ärztlicher
Leiter der Gastroenterologie im Spital Langenthal, seit Herbst 2013 deckt er mit seiner Privatpraxis am Wuhrplatz
Behandlungen bei Magen-Darm-Erkrankungen ab. (gm)

© BZ Berner Zeitung Burgdorf + Emmental

 

Das Coronavirus beschäftigt auch die Region: In den Apotheken sind Gesichtsmasken längst ausverkauft, auch Desinfektionsmittel gehen langsam zur Neige. In den Grossverteilern wie Coop und Migros sind Konserven und Teigwaren besonders beliebt, weil sich die Bevölkerung mit diesen Waren sicherheitshalber eindecken will.

Von Leroy Ryser

Der Coronavirus dominiert seit Wochen die Schlagzeilen in der gesamten Welt. Wie kann man sich schützen, wie gefährlich ist das Virus und wie geht es weiter sind nur einzelne Fragen, mit denen sich mittlerweile auch die Bürger der Region befassen. In der Huttwiler «Benu Pharmacie» bemerkt man dies schon länger eindeutig. «Gesichtsmasken sind seit gut drei Wochen ausverkauft», sagt die Leiterin Dr. Karin Pohl. Auch Hand-Desinfektionsmittel sind so gut wie ausverkauft, als Alternative wird, solange vorhanden, Alkohol zur Desinfektion angeboten. «Oft kommen Leute vorbei und sagen, sie brauchen Masken, Desinfektionsmittel oder Hustensaft. Erst im Gespräch bemerkt man dann, dass der Coronavirus der Grund dazu ist.» Gerade dass Hustensaft zur Vorbeugung einer Grippe helfe, sei aber ein Irrglaube. Die Stärkung des Immunsystems, auch durch einen gesunden Lebenswandel, würde da schon besser helfen, weiss Dr. Karin Pohl. «Wir raten den Kunden, dass sie sich an die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit halten, die Hände öfter mit Wasser und Seife waschen, mit den Händen nicht ins Gesicht greifen und in ein Taschentuch oder in die Ellenbeuge husten oder niesen.» Ins Grübeln komme man hin und wieder aber durchaus, sagt auch Mitarbeiterin Marlen Ott. «An einem der Nachmittage kam jemand vorbei, der stark gehustet hat und sich über hohes Fieber beklagte. Im Beratungsgespräch konnte die Situation aber rasch geklärt werden, zumal die Person sich bereits in ärztlicher Behandlung befand. Mit solchen

«Wir raten den Leuten, dass sie im Corona-Verdachtsfall nicht vorbei kommen, sondern zu Hause bleiben und beim Hausarzt anrufen.»
Karin Pohl, Benu Pharmacie Huttwil

Menschen kommen wir in der Apotheke automatisch in Kontakt, weshalb man sich dann durchaus fragt, was genau der Grund für deren Erkrankung ist.» Deshalb gilt auch hier, die Ratschläge des Bundesamtes für Gesundheit zu beachten. «Wir raten den Leuten, dass sie im Corona-Verdachtsfall nicht persönlich vorbeikommen, sondern zuhause bleiben und bei der BAG-Hotline, beim Hausarzt oder im Spital anrufen.» Dies, weil man durch den Kontakt mit anderen Menschen das Virus weiterverbreiten könnte.

Masken helfen nur beschränkt
Dabei ist das Coronavirus nach heutigem Wissen zwar gefährlicher als eine gewöhnliche Grippe, letztlich sind aber vor allem ältere, geschwächte Menschen gefährdet. «Für uns stellt sich in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, wie wir unsere Grosseltern schützen. Bei unter 60-Jährigen scheint der Krankheitsverlauf milder zu sein.» Karin Pohl rät deshalb wiederholt, die Ratschläge des Bundesamtes für Gesundheit und die empfohlenen Hygienemassnahmen zu befolgen. «Gesichtsmasken tragen sollte eigentlich nur, wer selbst krank ist. Schutz vor Ansteckung bietet eine solche Maske nur beschränkt.» Und: Händewaschen mit Seife ist fast genauso effektiv wie das Desinfizieren mit Alkoholpräparaten. Besser sah es zuletzt noch die Turmapotheke Langenthal aus, die immerhin noch einen kleinen Bestand an Desinfektionsmitteln hatte, verrät Leiterin Sarah May noch am späten Freitagnachmittag. «Wir bemerken, dass die Bevölkerung verunsichert ist und auf das Virus reagiert. Die Nachfrage nach solchen Produkten ist gestiegen.» Für verängstigte Bürger liegt derweil ein Flyer bereit, auf dem mit dem richtigen Umgang hingewiesen wird, grundsätzlich werden die Tipps vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) weitergegeben. Immerhin die Mitarbeiter machen sich laut Sarah May aber noch keine Sorgen: «Letztlich ist es eine Grippe, Panik oder ähnliches ist deshalb auch nicht angebracht.»

Hamsterkäufe auch in der Region
Apotheken sind aber nicht die einzigen Institutionen, welche die Angst vor dem Coronavirus bemerken, an einzelnen Orten in der Schweiz haben bereits Hamsterkäufe begonnen. Auch in Huttwil bemerkte man zuletzt, dass gerade Teigwaren und Konserven etwas beliebter waren als sonst. In Langenthal wurden jeweils, je später die Nachmittage wurden, die Konserven und Teigwaren knapp. Eine Mitarbeiterin verrät bereits am Samstagmittag, dass es tatsächlich mehrere Kunden gab, welche den Einkaufswagen randvoll mit Konserven, Teigwaren und Reis füllten und deshalb selbst im Lager die Ware auszugehen drohte. Abends waren die Grossverteiler deshalb ausgeschossen. Ebenfalls geisterten immer wieder Meldungen umher, dass erste Fälle in der Region bestätigt wurden, dieser Verdacht erhärtete sich von offizieller Seite bisher aber nicht. Konsequenzen gezogen haben aber auch Altersheime, im Langenthaler Haslibrunnen beispielsweise wurde schon vor dem bundesrätlichen Entscheid auf die Konsequenzen des Corona-Virus hingewiesen. Auf einem Anschlagbrett vor dem Eingang werden Besucher, die sich in den letzten zwei
Wochen in Risikogebieten aufgehalten haben, aufgefordert, auf einen Besuch im Altersheim zu verzichten.

Rund 20 Personen getestet
Ebenfalls vorbereitet hat sich das Langenthaler Spital Region Oberaargau «SRO», dies verrät Reto Laffer, Leitender Arzt in der Infektiologie und der Spitalhygiene. «Wir haben Räumlichkeiten eingerichtet, in denen Personen getestet werden können. Dort wird dann ein Schnelltest, ein Nasen-Rachen- Abstrich, durchgeführt.» Solche Tests wurden im SRO am Wochenende etwa 20 Mal durchgeführt, alle fielen aber negativ aus. «Viele Personen sind verunsichert und ängstlich. Einzelne haben sogar bei uns angerufen, weil sie in einem chinesischen Restaurant gegessen haben und deshalb in Sorge waren», erklärt Reto Laffer. Dies sei jedoch unnötig, gefährdet sei schliesslich nur, wer sich in den letzten zwei Wochen in den Risikogebieten – China, Singapur, Norditalien und Iran – aufgehalten hat und über einen Atemwegsinfekt klagt. Sollte aber dennoch ein Fall in der Region nachgewiesen werden, kann das SRO diese Person auch in Quarantäne nehmen. «Aktuell greift unser Pandemie- Konzept. Personen, die einen Verdachtsfall haben, werden auf gesonderten Wegen ins Spital gebracht und von den gewöhnlichen Kranken getrennt», so Reto Laffer weiter. Eine gewisse Aufregung sei deshalb durchaus spürbar, gerade am Wochenende habe sich die Situation aber auch wieder etwas entspannt. «Der Oberaargau ist in der aktuellen Zeit kein reisefreudiger «Kanton», weil ja auch noch die

«Personen, die einen Verdachtsfall haben, werden auf gesonderten Wegen ins Spital gebracht.»
Reto Laffer, Leitender Arzt, SRO Langenthal

Fasnacht anstand. Von den zahlreichen Anrufern müssen deshalb nur die wenigsten auch wirklich getestet werden.» Wichtig sei einzig, dass Personen nicht einfach das Spital besuchen, sondern zuerst anrufen, am besten gleich bei der Hotline des Bundesamtes für Gesundheit (058 463 00 00), betont auch Reto Laffer, auch wenn diese zurzeit wegen starker Frequenz schwer zu erreichen sei. Derweil sind die Auswirkungen des Corona-Virus auch in Rohrbach spürbar – oder zumindest bedingt. Bei der Lanz-Anliker AG, die medizinische Produkte beispielsweise für den Strahlenschutz herstellt, sind mehrere Anfragen eingegangen, ob auch die rar gewordenen Mundschütze produziert werden könnten. Inhaber Peter Hirschi hat aber, wie er gegenüber dem «UE» mit einem Schmunzeln verrät, bisher darauf verzichtet.

© Unter-Emmenthaler

 

Langenthal - In der Notaufnahme gibt es extra eine Zone zur Überprüfung von möglichen Corona-Patienten. Sie
sollen sich allerdings unbedingt zuerst telefonisch melden.

Tobias Granwehr

Das Coronavirus hält seit Tagen das ganze Land in Atem. Vieles ist bekannt, vieles aber noch völlig unklar. Auch für
Spitäler ist das Virus eine grosse Herausforderung, vor allem wenn potenziell Infizierte unangemeldet im Spital erscheinen.

«Es ist sehr wichtig, dass sich die Patienten zuerst telefonisch anmelden, damit ein reibungsloser Ablauf garantiert
werden kann», sagt Carol Schmid, Leiterin Marketing und Kommunikation der Spital Region Oberaargau (SRO) AG in
Langenthal.

Nach einer Anmeldung werden die Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf das Coronavirus zu einer Teststation
verwiesen. Sie befinde sich beim Hintereingang des Rettungsdienstes, sagt Schmid. Die SRO AG hat hinter dem
Helikopterlandeplatz sogar eigens Parkplätze für Screening-Patienten eingerichtet.

Rachen- und Nasenabstrich

Carol Schmid erklärt den Ablauf, wenn ein Patient beim Hintereingang des Rettungsdienstes eintrifft: An der Tür könne
man sich mit der Klingel anmelden. Eine zuständige Pflegefachperson ziehe sich die speziellen Isolationsschutzkleider
an und führe die Patientin oder den Patienten in eine Screening-Koje. Dort werde ein Rachen- und Nasenabstrich
vollzogen sowie eine Blutprobe genommen.

«Falls sich der Patient den Umständen entsprechend gut fühlt, darf er nach Hause gehen mit der Verordnung, sich 48
Stunden lang zu isolieren», so Schmid. Nach 24 Stunden ist der Laborwert bekannt, und die Patienten können
telefonisch benachrichtigt werden. «Bei einer schlechten Verfassung von Patienten werden diese stationär und isoliert
betreut.» Dafür hat das Spital in Langenthal eine Station mit Isolationszimmern eingerichtet.

Nicht ohne Anmeldung

Laut Carol Schmid gab und gibt es nach wie vor Personen, die das Notfallzentrum aufsuchen, ohne sich vorgängig
anzumelden. Sie werden ebenfalls zur Kontrollzone geleitet, wo das oben beschriebene Testverfahren durchgeführt wird.

Im Spital in Langenthal gab es bisher keinen positiven Befund. Damit das auch so bleibt, setzt die SRO AG vor allem
auch auf Prävention. Im ganzen Spital seien Plakate mit den Verhaltensregeln vom Bundesamt für Gesundheit verteilt
worden, so Schmid. Zudem werde aufs Händeschütteln verzichtet.

Eine Herausforderung

Generell sei der Zusatzaufwand für die Umsetzung der Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sehr
hoch. «So gilt es beispielsweise logistische Herausforderungen mit Verbrauchsmaterial und Medikamenten zu meistern
sowie deren Vorratshaltung nachhaltig zu planen.»

© BZ Langenthaler Tagblatt

 

Langenthal «SRO Plus» für Zusatzversicherte

Die SRO AG erweitert ihr Angebot mit der Linie «SRO Plus», welche sich an zusatzversicherte Patientinnen und Patienten richtet. Ergänzt mit einer hochstehenden individuellen medizinischen Betreuung bietet SRO Plus dieses umfassende Leistungsangebot.

Während des Spitalaufenthaltes wird sehr auf die persönlichen Bedürfnisse und die dafür abgestimmte Behandlung und Therapie geachtet. Hohe Priorität bei der Vergabe von Sprechstunden- und bei Operationsterminen sowie die freie Arztwahl sind nur ein Teil des Angebots.

Die Zimmer bieten einen hohen Komfort und eine edle Ausstattung. Diese gewährleisten so genügend Raum und Ruhe für die Erholung. Sieben Tage pro Woche von 7 - 18.30 Uhr steht den Patienten der persönliche Gastronomie-Service zur Verfügung. Mit ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung werden zudem die Gesundheit und das Wohlbefinden gefördert.

Der Heimfahrservice für Patienten, die erweitere Menüwahl, flexible Besuchszeiten, edle Textilien der Plus-Linie und vieles mehr erwarten die Patienten in der neuen Privatabteilung des Spital Langenthals.

Für die Zukunft. Für den Oberaargau. Für Sie. Unter diesem Leitsatz investiert die SRO AG laufend in ihre Infrastruktur und medizinischen Leistungen. Damit ermöglichen wir Ihnen als Patient auch in Zukunft eine zeitgemässe Behandlung und den Aufenthalt in einer modernen und angenehmen Umgebung. Die Sarnierung des Bettenhochhauses wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen.

© Oberaargauer

 

Oberaargau - Betroffene von Angst- und Panikattacken können sich neu in einer Selbsthilfegruppe austauschen. Drei Mitglieder erzählen.

Marc* aus Langenthal erinnert sich an die Situation vor zehn Jahren, als wäre es gestern gewesen: «Ich befand mich in Luzern im Bus auf dem Weg zur Arbeit. Plötzlich hatte ich heftige Atemnot, fühlte mich schlecht. Der einzige Weg, den ich sah, war, den Bus an der nächsten Haltestelle fluchtartig zu verlassen.» Im Freien konnte er sich wieder beruhigen und eine Viertelstunde später den nächsten Bus nehmen.

An diesem Tag konnte Marc zwar die Erwartungen am Arbeitsplatz wieder erfüllen, doch die Attacken kamen danach immer wieder. Obwohl erst Anfang zwanzig, zog sich Marc mehr und mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. «Ich lebte mit der ständigen Angst vor der nächsten Attacke», hält er fest. Schliesslich verlor er als Folge der Erkrankung auch seine Stelle.

Viel zu spät habe er professionelle Hilfe gesucht, habe zu lange allein versucht, mit seiner Angststörung fertig zu werden, blickt er heute, zehn Jahre später, zurück. Er ist inzwischen nach Langenthal umgezogen. Er fühlt sich – auch dank der Wiedereingliederung durch die Invalidenversicherung – wieder voll integriert und arbeitet in einem 80-Prozent-Pensum. Trotzdem ist er froh, dass sich im Oberaargau eine Selbsthilfegruppe für Menschen gebildet hat, die unter Angst- und Panikattacken leiden.

Gemeinsam Lösungen finden
«Wir können uns hier über unsere Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungen für Situationen diskutieren, die wir im Alltag erleben», sagt Marc, und eine 35-jährige Frau sowie ein kurz vor der Pensionierung stehender Mann nicken. Die beiden sitzen mit am Tisch, möchten aber auch nicht mit ihrem richtigen Vornamen in der Zeitung stehen. Wir nennen sie hier Marianne* und Urs*.

Nach einer Geburt erlitt Marianne eine Depression - vom Hausarzt sei ihre Krankheit jedoch nicht erkannt worden.

Auch Marianne erinnert sich genau, wie sie 2018 notfallmässig ins Spital Olten eingeliefert werden musste. Beim Kleideranprobieren in der Kabine in einem Einkaufszentrum sei es gewesen, als sie von ihrer ersten Panikattacke aus der Bahn geworfen worden sei. Die Ursache für ihre Ängste ortet sie allerdings viel früher: Als Kind von Gastarbeitern, die in der Schweiz lebten, sei sie von ihren Eltern mit Fragen oft allein gelassen worden. So habe sie insbesondere den Tod einer Mitschülerin nicht verarbeiten können.

Als junge Mutter sei ihr dann die Verantwortung über den Kopf gewachsen. Nach der Geburt eines Kindes erlitt sie eine Depression, habe es sie «verbäset». Vom Hausarzt sei ihre Krankheit jedoch nicht erkannt worden. Erst nach der notfallmässigen Einlieferung habe sie im psychiatrischen Ambulatorium endlich das nötige Verständnis gefunden, und die Krankheit habe für sie einen Namen erhalten. Sie wollte sich jedoch nicht mit chemischen Medikamenten behandeln lassen. Es habe Durchhaltewillen und Geduld gebraucht, bis sie von einer Psychologin die nötige Unterstützung gefunden habe, erinnert sie sich.

Auch sie ist froh um die Gesprächsmöglichkeiten, die sie in der neuen Selbsthilfegruppe gefunden hat. Noch glücklicher wäre sie allerdings, wenn eine weitere Frau den Weg in die Gruppe finden würde. Denn ihre Erfahrungen seien doch recht geschlechtsspezifisch. Bisher sind vier von fünf Mitglieder der Langenthaler Gruppe Männer.

Beratungszentrum in Burgdorf
Zusammengefunden haben diese dank dem Beratungszentrum Burgdorf von Selbsthilfe BE. Es ist eines von vier Zentren im Kanton Bern, die im Auftrag der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion Selbsthilfegruppen vermitteln, informieren und beraten. Es ist auch für den Oberaargau zuständig.

Die Therapeuten Daniela Schmid und Matthias Trombini bereiten sich im Psychiatrischen Ambulatorium des Spitals Region Oberaargau auf eine Gruppentherapie für Patienten mit Angst- und Panikattacken vor. Eine Selbsthilfegruppe ersetzt trotz allem keine Therapie.

Geleitet wird das Zentrum in Burgdorf von Silvia Kiener. Eine Selbsthilfegruppe ersetze keine Therapie, betont diese. Sie sei aber für die Betroffenen hilfreich, weil man gegenseitig Erfahrungen austauschen und sich unterstützen könne. Die Teilnehmenden müssten sich nicht erklären, weil alle wüssten, wovon man rede. So könnten sie ihre Eigenverantwortung besser wahrnehmen. Bei Angst- und Panikstörungen sei dies um so wichtiger, als man ihnen ihre Krankheit im Alltag nicht anmerke, ergänzen die drei Betroffenen.

Gemäss Selbsthilfe BE gibt es im Kanton Bern über 250 Gruppen. Sie engagieren sich zu Themen wie herausfordernde Lebenssituationen, somatische und chronische Erkrankungen, psychische und physische Beeinträchtigungen, Familie, Elternschaft und Beziehungen sowie Sucht. Die Beratungszentren fungieren dabei als Ansprechpartner. Interessierte können sich an sie wenden und werden an bestehende Gruppen weitervermittelt, wo dies möglich ist.

«Dank dem Austausch in unserer Gruppe weiss ich, dass ich mit meinem Leiden kein Exot bin.» Urs*

Für neue Gruppen führt Selbsthilfe BE eine Warteliste und begleitet die Teilnehmenden zur Gründung an den ersten drei Treffen. Danach sind die Gruppen eigenständig unterwegs. Bei den Betroffenen von Angst- und Panikstörungen brauchte es gemäss Silvia Kiener zwei Anläufe, bis die Gruppengründung klappte.

Als Chef ist man einsam
Froh darüber, dass es nun so weit ist, ist auch Urs. Er leitete eine soziale Institution. Mit vierzig begannen ihn Panikattacken, Ängste und Schlafstörungen zu plagen. «Als Chef konnte ich mich mit niemandem darüber austauschen», erinnert er sich. So schlitterte er in ein Burn-out, wurde mehrmals in den Notfall eingeliefert, landete schliesslich selbst als Patient in einer Klinik. «Ich hatte keine Ahnung mehr, wie es mit mir weitergehen sollte. Aufgrund einer Krankheit habe ich zudem ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Das dürfte meine Ängste zusätzlich befeuert haben», vermutet er.

Den tieferen Grund für diese vermutet er jedoch bereits in seiner Kindheit. «Mit zweieinhalb Jahren wurde ich als einziges von mehreren Geschwistern in ein Kinderheim gegeben. Die Eltern konnten mir nie erklären, warum das geschah. Ich konnte ihnen deshalb lange nicht mehr vertrauen.» Das Leben habe er nur dank Psychopharmaka wieder in den Griff bekommen. Seit er kurz vor dem Pensionsalter steht, bezieht er nun eine Invalidenrente. Er sagt: «Dank dem Austausch in unserer Gruppe weiss ich, dass ich mit meinem Leiden kein Exot bin. Das hilft mir.»

* Vollständiger Name der Redaktion bekannt.

Kontakt Selbsthilfe BE, Beratungszentrum Burgdorf: Lyssachstrasse 91, 3400 Burgdorf. www.selbsthilfe-be.ch, Tel. 0848 33 99 00

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Die Angst vor der Angst

Angst ist normalerweise eine wichtige Reaktion des menschlichen Körpers. Sie sorgt dafür, dass der Mensch Gefahren erkennt, sich auf sie einstellen und angemessen reagieren kann. Von einer Störung spreche man dann, wenn sie unangemessen häufig auftrete und ein hoher Leidensdruck entstehe, sagt Marieke Kruit, Leitende Psychologin der Ambulanten Psychiatrischen Dienste des Spitals Region Oberaargau (SRO) in Langenthal. «Die Angst nimmt im Alltag immer mehr Raum ein, und man gerät in einen verhängnisvollen Teufelskreis.» So entsteht die Angst vor der Angst.

In der Schweiz ist gemäss Selbsthilfe BE rund jeder zehnte Mensch von Angst- und Panikstörungen betroffen. Das gelte auch für den Oberaargau, ergänzt Marieke Kruit: «Es ist eine der häufigsten psychischen Krankheiten.» Allerdings könne sie meist auch relativ gut behandelt werden.

Die Ursachen für die Störung seien vielfältig, hält Marieke Kruit fest. Genetische Faktoren könnten eine Angststörung begünstigen, aber auch Erfahrungen in der Lebensgeschichte, Belastungen und Stress. In der Therapie gehe es darum, die Krankheitsbilder besser kennen und verstehen zu lernen und Strategien im Umgang damit zu entwickeln. Nicht immer sei die Bewältigung jedoch dauerhaft, die Störung könne in neuen Lebenssituationen auch wieder auftreten.

Die Psychiatrischen Dienste des SRO bieten Einzel- und ergänzende Gruppentherapien an.

© Berner Zeitung

In der erfolgreichen Vortragsreihe «Faszinierende Medizin» referierte PD Dr.med. Alexander Imhof, Chefarzt Medizinische Klinik und Mikrobiologie, zum Thema «Antibiotikaresistente Bakterien – die dunkle Bedrohung». Rund 50 Personen liessen sich im Vortragssaal des Spitals darüber informieren.

Von Brigitte Meier
Penicillin, eine bahnbrechende Entdeckung der Medizin: durch einen Zufall entdeckte Alexander Fleming 1928 die antibakterielle Wirkung eines Schimmelpilzes. Bereits in seiner Nobelpreisrede von 1945 warnte der schottische Mediziner vor der Gefahr, dass die Mikroben lernen, resistent gegen Penicillin zu werden. Heute sind Antibiotika aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Ein sorgfältiger und richtiger Einsatz verhindert die Bildung von Resistenzen. Antibiotika wirken bei bakteriellen Infektionskrankheiten und nicht gegen Viren (bei Grippe oder Erkältung). Wie Dr. Alexander Imhof erläutert, kann eine antibiotische Therapie die Selektion resistenter Erreger begünstigen: «Bakterien sind anpassungsfähig und vermehren sich rasch. Dabei kann sich deren Erbgut spontan verändern.» So haben die resistenten Bakterien einen Wachstumsvorteil gegenüber den sensibleren Bakterien, die durch das Medikament gezielt zum Absterben gebracht oder geschwächt werden.

Lebensmittel sind nie steril
Hände sollten vor und nach dem Zubereiten von Speisen mit Seife gewaschen werden, besonders nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Geflügel, Fisch oder Meeresfrüchten. Auch Arbeitsflächen und Küchenutensilien sind gründlich zu reinigen. Sonst besteht das Risiko, dass Bakterien auf den Menschen übertragen werden und zu Magen-Darm-Krankheiten führen. So konstatiert Dr. Imhof zweimal jährlich eine deutliche Zunahme von «Campylobacterinfektionen»; zu Beginn der Grillsaison und am Jahresende, wenn Fondue Chinoise aktuell wird. «Gerade Darmbakterien können sich über Kontakte zwischen Menschen, Tieren und über die Umwelt weiter verbreiten. Resistente Escherichia coli wurden auch in Schweizer Gewässern sowie in hohen Mengen im rohen Geflügelfleisch nachgewiesen», gibt der Chefarzt zu bedenken.

Ein natürliches Phänomen
Antibiotische Substanzen werden von Mikroorganismen produziert, um andere Bakterien zu verdrängen. Um sich selbst zu schützen, entwickeln Mikroorganismen eine Resistenz. «Diese Problematik hat sich ab dem Jahr 2000 rasant verstärkt. Die bakteriellen Krankheitserreger legten sich immer raffiniertere Mechanismen als Überlebensstrategien gegen die Wirkstoffe der Antibiotika zu», betonte Alexander Imhof. Werden Antibiotika zu häufig oder nicht in der richtigen Dosis und Dauer eingenommen, erhöht sich das Risiko, dass Resistenzen entstehen und sich ausbreiten. Bisher gut behandelbare Erkrankungen könnten wieder gefährlich werden, weil die üblichen Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken. Im Vergleich zu anderen Projekten sind diese Medikamente weniger lukrativ. Deshalb setzen viele Pharmaunternehmen auf rentablere Segmente. Zusehends wird die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe mit finanziellen Mitteln der öffentlichen Hand unterstützt. Wie Alexander Imhof informiert, sollten die dringend benötigten Antibiotika in fünf Jahren erhältlich sein.

Was tun gegen die zunehmenden Antibiotikaresistenzen?
Der Antibiotikakonsum ist einer der wichtigsten, beeinflussbaren Trigger für die Resistenzentwicklung. Mit einem optimierten Hygienemanagement in den Spitälern geht es darum, Neuinfektionen zu verhindern», sagt Imhof und hält fest, dass in den letzten zwei Jahren in der Mikrobiologie des SRO keine Übertragungen von Keimen mehr erfolgt sind. Der umsichtige Gebrauch von Antibiotika ist auch in der Landwirtschaft zu fördern. Viele der resistenten Bakterien stammen aus der Massentierhaltung. Mit dem Zentrum für Antibiotikaresistenzen in Bern verfügt die Schweiz erstmals über ein umfassendes Überwachungsinstrument
zur Kontrolle der Antibiotikaresistenzen.

Ein globales Problem
Bakterien halten sich nicht an Landesgrenzen. In einer globalisierten Welt verbreiten sich resistente Keime sehr rasch. Besonders ausgeprägt ist das Bewusstsein für eine verhältnismässige Verwendung von Antibiotika in skandinavischen Ländern. «Hingegen werden in Griechenland dreimal mehr Antibiotika verschrieben als in der Schweiz, wo der Verbrauch abgenommen hat», erklärt Alexander Imhof. In den Spitälern wird ein Rückgang von zehn Prozent verzeichnet und auch Hausärzte verordnen deutlich weniger Antibiotika.

© Unter-Emmenthaler

Spitalliste - Der Kanton Bern hat festgelegt, welche Spitäler 2020 welche psychiatrischen Leistungen erbringen dürfen. Noch ist die Liste unter Verschluss. Gerade für ländliche Regionen ist sie von grosser Bedeutung.

Dicke Post erhielt gestern das Spital Region Oberaargau in Langenthal (SRO) - und erst noch eingeschrieben. Dick war aber nur der Umfang, weniger der Inhalt der Spitalliste Psychiatrie 2020. «Wir können unser Angebot weiterführen», sagt Manuel Moser, Chefarzt Psychiatrische Dienste am SRO. Am Spital gibt es eine psychiatrische Grundversorgung für Erwachsenen- und Alterspsychiatrie. «Wir mussten kämpfen und unser Argumentarium darlegen», so Moser. Die kantonale Gesundheitsdirektion (GEF) von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) habe sich überzeugen lassen.

Erklärungsbedürftig war ein besonderes Angebot in Langenthal. Wenn Mütter an Kindbettdepressionen leiden, können sie sich mit dem Bébé hospitalisieren lassen, obwohl dieses nicht krank sei, wie der Chefarzt erklärt. Es gebe nur wenige Fälle, doch der Kanton habe eingesehen, dass ein striktes Festhalten an einer Mindestfallzahl hier wenig Sinn mache. Die Liste sieht generell vor, dass Behandlungen nur an Orten angeboten werden sollen, die darauf spezialisiert sind. Andere müssen darauf verzichten. So will der Kanton das Angebot an den 27 Spitalstandorten steuern.

Kurze Wege im Spital
Die Anbindung ans somatische Spital hat laut Moser den Vorteil, dass - um beim Beispiel zu bleiben - die Säuglingsschwester bei Bedarf zum Bébé oder der Gynäkologe zur Mutter kommen könne, wenn es nötig sei.

Die Nähe zum Spital ist auch für Thomas Ihde wichtig. Der Chefarzt Psychiatrie Spitäler FMI (Frutigen, Meiringen, Interlaken) verfügt am Standort Interlaken über eine eigene Station mit 10 Betten, die mehr als 100-prozentig ausgelastet sei. Auf Anfang 2020 werde sie darum auf 15 Betten aufgestockt. Die Zusammenarbeit mit anderen ärztlichen Disziplinen sei fruchtbar, so Ihde. Die Angliederung an ein Spital verringere auch die Stigmatisierung, die für viele Patienten mit der Psychiatrie verbunden sei. Wenn jemand «i ds Spital» gehen könne, lasse auch der Bergbauer seine jahrzehntealte Depression endlich behandeln, sagt Ihde. Im Oberland stütze sich die psy chiatrische Versorgung weitgehend auf die Spitäler ab. Freie Ärzte mit Spezialausbildung Psychiatrie gebe es kaum.

Den Überblick über die Spitallandschaft hat der Branchen verband Die Spitäler. Geschäftsführer Christoph Schöni hat noch nichts gehört von negativen Reaktionen auf die Liste: «Ob alle zufrieden sind oder ob es Rekurse gibt, weiss ich noch nicht.» Die «dicke Post» von der GEF sei schliesslich kein A4-Blatt, sondern ein Dossier mit vielen Details. «Die Verfügung enthält ausführliche Begründungen, die man studieren muss.» Allerdings sei es auch nicht so, dass eine Änderung die Betroffenen «auf dem linken Fuss erwischt», sagt der Geschäftsführer. Dem Entscheid gingen ausführliche Diskussionen voraus. «Meist spürt man im Verlauf des Prozesses, das etwas auf einen zukommen könnte.»

Die Universitären Psychiatrischen Dienste, früher im Volksmund Waldau genannt, haben das Dossier noch nicht studiert, wie Mediensprecher Mike Sutter sagt. «Die Details kennen wir nicht.» Alle Spitäler haben jetzt 30 Tage Zeit, die Verfügung zu studieren - und allenfalls Rekurs zu machen. Die bereinigte Spitalliste tritt dann Anfang 2020 in Kraft. Die letzte, bisher gültige stammt aus dem Jahr 2012.

© Der Bund

Schnelle Hilfe bei seelischen Krisen auf der Wöchnerinnen-Station – und möglichst wenig Zwangsmassnahmen für die Patienten: Diese beiden Psychiatrie-Projekte haben einen Preis erhalten.

Im Spital-Alltag auf einer Wöchnerinnen-Station ist es schwierig zu reagieren, wenn eine junge Mutter eine psychische Krise hat. Mutter und Kind in eine psychiatrische Klinik zu verlegen, geht häufig nicht.

Hilfe vor Ort dank Zusammenarbeit
In einem solchen Fall können die Psychiatrischen Dienste Spital Region Oberaargau (SRO) trotzdem Hilfe anbieten. Ihr Projekt «Psychische Gesundheit für Schwangere und junge Mütter im Oberaargau» sorgt für die nötige Unterstützung vor Ort. Gynäkologie und Psychiatrie arbeiten zusammen und beziehen auch lokale Beratungsstellen, etwa die Mütter-Väter-Beratung, mit ein.

Grosser Nutzen für die Patientinnen und deren Angehörige
Die Psychiatrischen Dienste haben für dieses Projekt den Prix Perspectives 2019 erhalten. Besonders beeindruckt waren die Juroren laut Jurymitglied Stefan Kaiser, Chefarzt Erwachsenenpsychiatrie an der Universitätsklinik Genf (HUG), vom grossen Nutzen für die Patientinnen und deren Angehörige sowie davon, dass Fachleute aus verschiedenen Richtungen zusammenarbeiten.

Neues Vorgehen zum Verhindern von Zwangsmassnahmen
Die Psychiatrischen Dienste SRO teilen die Preissumme von 25 000 Franken mit der Psychiatrie Baselland, die dieses Jahr ebenfalls mit dem Prix Perspectives ausgezeichnet worden ist. Mit ihrem Projekt versucht die Psychiatrie Baselland, Zwangsmassnahmen zu vermeiden.

Einblick in die Gefühle der Betroffenen
Und zwar tut sie das auf neue Art: Die beteiligten Fachleute drehen die therapeutische Sichtweise um und stellen sich vor allem zwei Fragen: Welche Gefühle lösen Zwangsmassnahmen bei Betroffenen aus und wie ähnlich oder unterschiedlich sind diese im Vergleich zu den Gefühlen der Mitarbeitenden? Dieser Wechsel der Perspektive soll helfen, die Patienten besser zu verstehen.

Der Prix Perspectives wird seit 2006 von der Pharmafirma Janssen-Cilag verliehen.

© Medinside

Die Dahlia Oberaargau AG hat ihr Alters- und Pflegezentrum am Stelliweg eröffnet –die Bewohner sind kürzlich eingezogen, alle Zimmer belegt. Im Juni ist schon die Ambulante Psychiatrie der SRO eingezogen. Weitere medizinische Angebote wie Physiotherapie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) machen das ehemalige Spital zum multifunktionalen Zentrum. Am kommenden Samstag kann sich die Bevölkerung ein Bild vom gelungenen Umbau machen und den PanoramaPark besichtigen.

«Anstehend sind jetzt nur noch Umgebungsarbeiten», sagt Urs Lüthi. Lüthi ist Delegierter des Verwaltungsrats der Dahlia Oberaargau AG, die im umgebauten Haus Ades PanoramaParks als Mieter drei Stockwerke belegt. Erst kürzlich konnten 42 Bewohner des Pflegeheims Wiedlisbach in die neuen, hellen und freundlichen Räume einziehen. «Die neuen, im Normalfall 16 Quadratmeter grossen Einzelzimmer bieten wesentlich mehr Komfort als jene in Wiedlisbach, wo unsere Bewohner teilweise in 3er-Zimmern untergebracht waren», gibt Lüthi zu verstehen. Auf jeder der drei Etagen gibt es einengrossen Aufenthaltsraum, in dem die Bewohner verweilen können – bei Bedarf können sie aber auch eine Küche benützen, wo sie zusammen mit den Mitarbeitenden kochen können. «Die Bewohner sollen so am alltäglichen Leben teilnehmen, etwas erleben können», sagt Urs Neuenschwander, Dahlia-Standortleiter in Buchsi.

Restaurant ist Zentrum und Verbindungsstelle
Zusammen mit dem Haus B, dem 2016 fertiggestellten Neubau, bietet die Dahlia Oberaargau AG in Herzogenbuchsee jetzt 85 Bettenplätze an. Verbunden werden die beiden Häuser durch einen eingeschossigen Zwischenbau, in dem sich Eingang und Empfang befinden und in dem auch das Restaurant untergebracht ist. «Das Restaurant ist die ideale Verbindung zwischen den beiden Häusern und gleichzeitig das Zentrum des PanoramaParks», gibt Urs Lüthi zu verstehen.

Qualität für die Bewohnenden
Seit Juni ebenfalls wieder im Haus ist nach dem Umbau die Physiotherapie der SRO. Sie sei froh, dass die Zeit der Provisorien vorbei sei und fühle sich wohl in den hellen, hohen Räumen, betont Bereichsleiterin Verena Sommer. «Dass die Physiotherapie im Haus ist, das ist Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner», ergänzt dem gegenüber Urs Lüthi.
Als externer Anbieter belegt das TCM Oberaargau ebenfalls Räume im PanoramaPark. «Damit sind wir im Oberaargau an den vier Standorten Herzogenbuchsee, Huttwil, Langenthal und Niederbipp vertreten – und wir sind glücklich hier,weil die Zusammenarbeit mit der Schulmedizin ausgezeichnet funktioniert»,versichert Wuling Fang, Geschäftsführerin von TCM Oberaargau.

Demenzabklärungen vor Ort
Im Attikageschoss eingezogenist schliesslich auch die Ambulante Psychiatrie der SRO. Der Aussenstandort Herzogenbuchsee sei vom wirtschaftlichen Standpunkt her betrachtet nicht optimal – für Klienten aus der Region hingegen schon. «Wir wollen mit diesem Angebot die lokale Versorgung stärken», betont denn auch Manuel Moser, Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie der SRO. Das Team sei nicht wesentlich erweitert worden, sondern an den neuen Standort versetzt worden, «weil wir wohnortsnah unterwegs sein wollen und unser Angebot vor Ort besser mit Hausärzten und Sozialdiensten vernetzen können». So können Angebote der Alterspsychiatrie wie beispielsweise Demenzabklärungen in Herzogenbuchsee vorgenommen werden, dort gibt es auch eine Gruppenraum für allfällige Gruppentherapien.

Kosten von insgesamt rund 26 Mio. Franken
Die Investitionen in den PanoramaPark belaufen sich auf ingesamt rund 26 Mio. Franken und werden vollumfänglich von der SRO AG getragen. Dabei hat die SRO für den Neubau von Haus Brund 10 Mio., für den Umbau von Haus Arund 16 Mio. Franken aufgewendet. Dazukommen die Kosten für die Umgebungsarbeiten, welche vollumfänglich von der Dahlia Oberaargau AG getragen werden.

© Oberaargauer

Die Dahlia Oberaargau AG hat ihr Alters- und Pflegezentrum am Stelliweg eröffnet. Aus dem umgebauten Spital ist ein multifunktionales Haus geworden.

Modern, freundlich, komfortabel. Das sind die ersten Attribute, mit denen man das umgebaute alte Spital am Stelliweg in Herzogenbuchsee beschreiben möchte. Wobei es eigentlich nicht passt, vom alten Spital zu sprechen: «Von diesem merkt man nichts mehr», meint Urs Lüthi, Verwaltungsratsdelegierter der Dahlia Oberaargau AG. Das umgebaute Gebäude ist nun als Haus A Teil des neuen Panoramaparks, den die Spital Region Oberaargau (SRO) AG für das Dahlia als Betreiberin realisierte. Bereits 2016 hatte der dreigeschossige Neubau, Haus B, bezogen werden können. Die beiden Gebäudeteile sind über einen einstöckigen Zwischenbau verbunden, in dem sich das Restaurant befindet.

Knapp zwei Jahre lang war der Panoramapark nun eine Baustelle. Und zumindest im Aussenbereich ist er es immer noch: Die Umgebungsarbeiten, welche die Dahlia als Mieterin selbst finanziert, dauern noch bis Ende Jahr. Im Haus selbst aber sei nun alles fertig, bestätigt Lüthi. Mitte August konnten die 42 Bewohner des Pflegeheims Widlisbach dorthin umziehen.

Eine «halbe Baustelle»
Schon deutlich früher eingezogen ist die Ambulante Psychiatrie der SRO, die sich im Attikageschoss eingerichtet hat. «Anfang Juni war das hier noch eine halbe Baustelle», meint Manuel Moser und lacht. Stolz führt der Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie durch die neuen Räumlichkeiten: Die fünf Sprechzimmer sind in warmen Farbtönen gehalten. Grosse Fenster sorgen für genügend Helligkeit. «Wir bringen Licht ins Leben der Menschen», sagt Moser. Hinzu kommt ein Gruppenraum, über den man hinaus auf die Attikaterrasse gelangt. Der alte Attikaaufbau ist einem modernen Holzbau gewichen. «Uns ist es wohl hier», so der Chefarzt. Sein Team besteht aus fünf Therapeuten, von denen am Montag der letzte seine Arbeit aufnehmen wird.

Der Betrieb sei gut angelaufen, freut sich Manuel Moser. «Von einem Sommerloch haben wir nichts gespürt.» Am Bedarf besteht kein Zweifel: Sei doch der Raum Herzogenbuchsee bisher unterversorgt gewesen. Im Dorf selbst gebe es nur gerade eine Psychiaterin, so Moser. Für ihn war deshalb klar: «Die zweitgrösste Gemeinde im Oberaargau darf nicht ohne psychiatrisches Ambulatorium bleiben.»

«Enormer Komfort»
Ein Rundgang führt vom obersten Stockwerk mit dem Lift hinunter in die drei ersten Obergeschosse, wo das Dahlia mit seinen drei Wohngruppen eingezogen ist. Hier würden sich die Bewohner Tag für Tag immer mehr einleben, sagt Urs Lüthi. Die Strategie, die Plätze von Wiedlisbach nach Buchsi zu verlegen, habe sich bereits bewährt: «Es ist toll, mit einem vollen Haus starten zu können.» Zusammen mit dem Neubau werden am Stelliweg jetzt 85 Betten angeboten.

Im Vergleich zur vorherigen Nutzung des Hauptgebäudes sei der Komfort, den die Bewohner in den neuen Räumlichkeiten geniessen würden, enorm, findet Lüthi. Exemplarisch hierfür präsentiert er eines der Zimmer: «Wir haben nur Einzelzimmer», sagt er. Diese sind in der Regel 16 Quadratmeter gross und verfügen über eine 4 Quadratmeter grosse Nasszelle. Ein grosser Aufenthaltsraum, der über breite Gänge mit den Zimmern verbunden ist, bildet das Herzstück jeder Etage. Zudem gibt es in jeder Wohngruppe eine grosszügige Küche. «Die Mitarbeitenden sollen zusammen mit den Bewohnern kochen können», sagt Lüthi. Es sei wichtig, dass sie sich am Leben im und rund um das Alters- und Pflegezentrum beteiligen könnten.

Dass die Dahlia-Bewohner im ganzen Haus verschiedenste medizinische Angebote nutzen könnten, sei natürlich eine grosse Qualität des neuen Panoramaparks, so der Verwaltungsratsdelegierte. «Es ist ein multifunktionales Haus.» Gemeint sind auch die Arztpraxen, die Physiotherapie und die Traditionelle Chinesische Medizin im Erdgeschoss. Für das leibliche Wohl wird ein Stock tiefer, in der komplett neu eingerichteten Küche, gesorgt. Neben dem Zivilschutzraum und den Garderoben befindet sich im Untergeschoss auch ein zusätzlicher Raum für Tagesgäste, samt Küche und Aussenbereich.

Total 26 Millionen Franken
So zufrieden wie Urs Lüthi mit dem Resultat auch ist, ganz einfach war der Weg zum fertigen Neubau nicht: Die Bauarbeiten, die ursprünglich im Sommer 2016 hätten beginnen sollen, verzögerten sich. Dies, nachdem der Kostenvoranschlag deutlich höher ausgefallen war als die anfangs erwarteten 6 bis 8 Millionen Franken. Die anschliessenden Kostenoptimierungen und Projektanpassungen nahmen rund ein Jahr Zeit in Anspruch (wir berichteten). Und so konnten die Bauarbeiter letztlich erst im Oktober 2017 loslegen. Insgesamt wurden im Panoramapark nun rund 26 Millionen Franken investiert: 10 in den Neubau, rund 16 in den Umbau des alten Spitals.

Die Arbeiten und der Heimbetrieb seien während der Umbauzeit gut aneinander vorbeigegangen, sagt Lüthi. Während der Neubau erstellt wurde, waren die Bewohner im alten Spital untergebracht worden. Später folgte der Umzug ins Haus B, bevor mit dem Umbau des Hauptgebäudes gestartet werden konnte. Lüthi: «Das war schon eine Challenge.»

Am Samstag, 14. September, ist die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür in den Panoramapark eingeladen. Zeit: 10 bis 16 Uhr.

© BZ Langenthaler Tagblatt

Ein angstfreier Tag im Spital: Während Kinder einen Bären retteten, wurden Gross und Klein zu Chirurgen im OP­-Saal oder marschierten durch einen Darm und konnten sich gar ärztlich be­raten lassen. Der Tag der offenen Tür im Spital Langental wurde zu einem Fami­lienfest.

Das war eine logistische Meisterleis­tung. Gegen 5000 Besucherinnen und Besucher wollten an diesem Tag der offenen einen Blick hinter die Kulis­sen des Spitals werfen. «Der Tagesbetrieb sollte dabei nicht gestört wer­den. Der Notfalldienst wurde aufrechterhalten. Und die im Spital untergebrachten Patienten sollten von all dem Besucherstrom nichts mer­ken», erklärte die neue Kommunikati­onsleiterin Carol Schmid. 180 Spi­talangestellte wurden für diesen eindrücklichen Tag zusätzlich aufge­boten. Und trotz des Andrangs wurden die Gäste sehr zuvorkommend emp­fangen. «Suchen Sie etwas Bestimm­tes? Wie können wir Ihnen helfen»; hiess es an allen Ecken und Enden. Und das Spital glich an diesem Tag ei­nem echten Bienenstock. Das Interes­se war enorm. Vor allem die neu reno­vierte Station mit den hellen Zimmern im vierten Stock vom Patientenhoch­haus war hoch im Kurs. Zeitweise konnte man sich da kaum um die eige­ne Achse drehen. Und wenn man sich beim Schlängeltanz durch die Menge mal der einen oder dem anderen der Gäste auf die Füsse trat, wurde das gelassen hingenommen. Für Notfälle waren Fachkräfte ja nicht weit.

Ärztliche Beratung
Spannend vor allem für die vielen Kinder waren die Krankenwagen und die inszenierte Bärenrettung, bei der vom Anruf an die Rettungszentrale bis hin zum Abtransport die Kinder tatkräftig mithelfen durften. Ein­drücklich war auch der Gang durch einen überdimensionierten Darm oder die faszinierende Reise mit Virtual Reality-Brillen durch den menschlichen Körper bis hin zum Be­such in alle Kammern eines Herzens . In einem OP-Saal konnten die Besucherinnen und Besucher - assistiert von Fachkräften - eine Operation an einem Modell durchführen und am Bildschirm verfolgen. Andernorts wurden die Möglichkeiten mit neus­ten Prothesen und künstlichen Gelen­ken aufgezeigt. Es wurde geschröpft, Tinkturen selber zusammengestellt oder man konnte einen Blick in die Mi­kroskope werfen. Bei der Physio- und Ergotherapie erhielt man Tipps und Anleitungen. Die Psychiatrischen Dienste vom SRO informierten unter anderem über ihr Tagesklinikangebot. Dabei standen neben den überall auch Ärztinnen und Ärzte beratend zur Sei­te und gaben über medizinische oder chirurgische Fragen ebenso Auskunft wie die Pflegefachkräfte. «Was pas­siert bei einer Darmspiegelung, was spürt man dabei», wollte etwa einöglicher Patient wissen. Im Labor wurden auch kleinere Untersuchungen wie etwa das Messen der Blutdruckerwerte durchgeführt. An einem Informationsstand wurde zum Werbung für die Spitalberufe gemacht. «Das Interesse war auch hier gross», freute sich Carol Schmid. Eine gelungene Charmeoffensive von SRO, die aus ihrem Tag der offenen Tür ein lockeres Familienhappening machten und so manche Angstschwele zur Spitalwelt abbauen konnte.

© Oberaargauer

Grossandrang herrschte am Wochenende im Spital Langenthal. Rund 6000 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür bei der SRO AG, um einen Blick auf den Spitalalltag zu werfen. «Das Interesse der Bevölkerung an unseren Angeboten und Tätigkeiten war gross und das Feedback auf unseren Anlass durchwegs positiv», zog eine sichtlich zufriedene Carol Schmid, Leiterin Marketing bei der SRO AG, ein erfreuliches Fazit.

Normalerweise verursacht ein Grossandrang in einem Spital Hektik und Stress. Obwohl die SRO AG beim Spital Langenthal am letzten Wochenende von Besuchern geradezu überschwemmt wurde, bewältigten die rund 210 im Einsatz stehenden SRO-Mitarbeitenden den Andrang stressfrei und ohne jede Hektik.
Der Grund lag darin, dass es sich bei den Besuchern nicht um Patienten handelte, sondern um Personen, die einen Blick auf den Spitalalltag werfen wollten. Mit einem Tag der offenen Tür gewährte das Spital die Möglichkeit, einmal einen Blick hinter die Kulissen der SRO AG zu werfen, die in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert, umgebaut und erneuert wurde und mittlerweile in einem vielschichtigen Gebäudekomplex umfassende Dienstleistungen und Angebote zur Verfügung stellt.

Patientenzimmer und Operationszentrum im Fokus
Auf einem gekennzeichneten Rundgang führte der Weg nicht bloss durch den gesamten Gebäudekomplex, sondern auch entlang zahlreicher Abteilungen und Institutionen, die im Spital untergebracht sind. Das Interesse an den Angeboten und Dienstleistungen der SRO AG sei riesig gewesen, bestätigte Carol Schmid. «Aber auch bei unseren Mitarbeitenden war die Motivation und Freude gross, einmal einen solchen Anlass organisieren und durchführen zu können», gab Schmid weiter zu verstehen. Von den rund 6000 Personen, die an diesem Tag das Spital besuchten, habe man zudem durchwegs positive Feedbacks erhalten.
Im Fokus der Besucher standen vorab die neue Pflegeabteilung mit den komfortablen, hellen und modernen Patientenzimmern im Bettenhochhaus sowie das Operationszentrum im Erdgeschoss, wo sich die Besucher als Chirurgen an einer Puppe versuchen konnten. Andere wiederum setzten sich eine Virtual-Reality-Brille auf und erkundeten den menschlichen Körper von innen. Am Empfang wurden die Besucher von Spitaldirektor Andreas Kohli höchstpersönlich begrüsst. Hier konnte man sich anhand einer Präsentation über die Entwicklung des Spitals Langenthal informieren sowie über die verschiedenen Bauphasen. Dabei erfuhren die Besucher beispielsweise, dass die Sanierung des Bettenhochhauses voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein wird. Bereits sind drei Stockwerke saniert und in Betrieb. Ein Highlight stellte für die jüngsten Besucher die Bärenrettung von Bruno der Bär dar, der mit dem Rettungsdienst ins Bärenspital gebracht wurde. Aber auch das Basteln eines Rettungsfahrzeugs stand bei den kleinen Besuchern hoch im Kurs.

Umfassendes Angebot
Bei den Erwachsenen standen dagegen die Angebote und Dienstleistungen im Vordergrund. Für beinahe sämtliche gesundheitlichen Probleme, Rehabilitations- oder Präventionsmassnahmen verfügt die SRO AG über entsprechende Abteilungen, ausgestattet mit Fachpersonen, die Betroffene versorgen, pflegen und betreuen. So begegnete man auf dem Rundgang beispielsweise der Diabetesberatung, die Patienten und Angehörige mit Informationen über die Zuckerkrankheit versorgen. Hier konnten sich die Besucher beispielsweise den Blutzucker messen lassen. Mit der Durchführung einer Aromapflege kann man sich im SRO gegen Schlafstörungen behandeln lassen. Die ambulante Herz-Re-habilitation im Oberaargau ermöglicht Patienten, nach einer Erkrankung des Herzens den Gesundheitszustand in vertrauter Umgebung wiederherzustellen.
Ein breites Angebot bietet die SRO AG auch im Bereich der psychischen Erkrankungen. Hier stehen Betroffenen die Psychiatrische Akuttagesklinik, die stationäre Psychiatrie oder die Psychiatrische Rehabilitationsklinik zur Verfügung. Aber auch angesichts des Todes ist man im Spital Langenthal gut aufgehoben, bietet doch die Spital Region Oberaargau die Palliative Betreuung an, eine umfassende Form der Begleitung, Betreuung, Behandlung und Pflege von Menschen, welche an einer schweren oder chronisch fortschreitenden Krankheit leiden, die nicht geheilt werden kann. Auch die Spitalseelsorge steht interessierten Patienten und Angehörigen im SRO zur Verfügung. «Viele Besucher waren überrascht, was bei uns alles geboten wird. Zugleich schätzten sie, dass an allen Stationen Fachpersonal für Auskünfte zur Verfügung stand», bilanzierte Carol Schmid.

© Unter-Emmentaler

Das Spital verfügt endlich über genügend gedeckte Parkplätze.

Es ist nicht zu übersehen, das Parkhaus aus Beton und Holz beim Spital Region Oberaargau (SRO) direkt an der Langete. 365 gedeckte Abstellplätze bietet dieses, darunter 4 Elektroauto-Ladestationen. Am 1. April sind die ersten Fahrzeuge eingefahren, am 20. Mai auch der Rettungsdienst. Derzeit finden noch Umgebungsarbeiten statt. Der Gehweg entlang des Bachs ist fertig und soll nach den Vorstellungen der SRO-Verantwortlichen zu einer Begegnungszone werden. «Die Situation hat sich enorm verbessert», sagt Marcel Geisseler, Bereichsleiter Technik/Bau/Infrastruktur beim SRO. Es gebe jetzt für Angestellte und Besucher kein Suchen mehr nach freien Parkplätzen. Etwas weniger als ein Jahr dauerten die Bauarbeiten für das 135 Meter lange und zweistöckige Parkaus. Während der Bauphase mietete die SRO AG 80 Abstellplätze auf dem Avesco-Areal hinzu und bot provisorische Parklätze auf dem Land von Alt-Stadpräsident Thomas Rufener an. Diese sollen noch bis zum Tag der offenen Tür vom 22. Juni bestehen bleiben, danach werden sie zurückgebaut.

© BernerZeitung

«Meine Blase – ein Tabuthema?». So lautete der Titel des Referats von Dr. med. Thomas von Rütte zur Urin-Inkontinenz. Der Leiter Urologie am Spital Region Oberaargau (SRO) verriet viel Wissenswertes über Anatomie, Inkontinenzformen, Symptome, Ursachen und Behandlungen.

Das Spital Region Oberaargau (SRO) lädt in der beliebten Serie «Faszinierende Medizin» seit vielen Jahren regelmässig zu öffentlichen Vorträgen in den SRO-Vortragssaal ein. Diesmal folgten rund 60 Interessierte den Ausführungen von Dr. med. Thomas von Rütte, Leitender Arzt am SRO, zur Urininkontinenz. Der Referent brachte der Zuhörerschaft – grossmehrheitlich Frauen – die Funktionen und Zusammenhänge auf selbst für Laien verständliche Weise näher. «Urologen werden oft etwas belächelt», sagte er, begründete aber sogleich, weshalb die Urologie wichtig und «die Blase etwas Zentrales des Körpers» sei. Der Leitende Arzt mit den Schwerpunkten Urologie, urologische Konsiliartätigkeit sowie gesamte operative und konservative Urologie riet, zur Blase Sorge zu tragen: «Wenn sie nicht funktioniert, ist man extrem eingeschränkt und geht von Toilette zu Toilette.»

Prostata spielt eine zentrale Rolle
Beim Mann spiele die Prostata eine zentrale Rolle, so Dr. med. Thomas von Rütte (Jahrgang 1982, Staatsexamen in Bern 2008). Er nannte die Symptome bei einer Benigne Prostatahyperplasie (BPH) – also einer gutartigen Vergrösserung der Prostata (Vorstehdrüse): «Initiales Warten, schwacher Harnstrahl, unterbrochener Harnstrahl, Press-Miktion, nachträufeln, Restharngefühl, häufiges Urin lösen, Urin lösen während der Nacht, Harndrang und Dranginkontinenz.»
Die Prostata, zuständig für den Samen des Mannes, könne man sich in Grösse und Form wie eine Nuss oder eine Kastanie vorstellen – mit einem Gewicht von 10 bis 40 Gramm, «normalerweise 20 Gramm». Ein fliessender Übergang in den Blasenhals sei entscheidend für die Blasenentleerung. «Prostata-Vorsorge ist wichtig», sagte der Referent. Dabei gelte es aber, nicht nur die Prostata anzuschauen, sondern das ganze System. Der Urologe unterstrich, dass das Entfernen der Prostata das Problem nicht automatisch löse. Er erwähnte Konstellationen, bei denen eine Prostata-Operation nichts bringen würde und zählte Ursachen einer Dranginkontinenz auf: «Abflussstörung – Prostata, Blasenhals, Harnröhre – Entzündungen, Blasentumor, nervöse Blase.»

Was bedeutet Dranginkontinenz?
Als Dranginkontinenz bezeichnet man eine Blasenspeicherungsstörung, bei welcher der Blasenschliessmuskel intakt ist, der Blasenmuskel jedoch zu empfindlich reagiert. Symptome bei Dranginkontinenz seien, so der Leiter Urologie am SRO, massiver Harndrang und Urinverlust, häufiges Urinieren tags und nachts sowie Schmerzen beim Urinieren. «Männer gehen erst zum Arzt, wenn ihre Frauen sie dazu zwingen», sagte Dr. med. Thomas von Rütte aus Erfahrung. Mit dieser Aussage löste er beim Publikum ein kollektives Schmunzeln aus. Der Referent riet, nicht zu schnell Medikamente einzusetzen: «Zuerst muss man das System verstanden haben.» Probleme mit der Prostata, der Drang- und der Urininkontinenz würden mit zunehmendem Alter vermehrt auftreten.

Urin-Inkontinenz bei Frauen häufig
Von einer Urin-Inkontinenz betroffen seien 5 bis 10 Prozent der Männer, Frauen 3- bis 4-mal häufiger, verriet der Referent, der darauf hinwies, dass die Häufigkeit altersabhängig sei. Die Urin-Inkontinenz – also der unkontrollierte Urinverlust über die Harnröhre – habe oft auch psychosoziale Folgen wie Isolation, Depression, Zurückgezogenheit.

Beckenbodengymnastik empfohlen
«Eine Urin-Inkontinenz-Behandlung ist abhängig von der Art», hielt der Urologe fest und nannte bei den konservativen Behandlungsmöglichkeiten primär die Beckenbodengymnastik – aber auch die Rehabilitation des  Beckenbodens, Trinkgewohnheiten, Medikamente, Einlagen und Katheter. Frauen würden ihren Beckenboden besser kennen als Männer. Der Urologe: «Beckenbodengymnastik nützt extrem, ist genial. » Das Beckenbodentraining wird zur Prophylaxe und Therapie empfohlen. Beim Entleeren des Urins werden die Schliessmuskeln am Blasenboden entspannt, sodass der Urin über die Harnröhre abfliesst. Bei Männern trete bei etwa 450 bis 750 Millilitern Blasenfüllmenge ein starker Harndrang ein, bei Frauen bereits bei etwa 350 bis 550 Millilitern, wusste der Urologe zum Thema Speicherphase und Entleerungsphase zu berichten.

Seltenes Urinieren antrainiert
Der Leiter Urologie am SRO erzählte das krasse Beispiel eines 45-jährigen Bergsteigers, der als Patient zu ihm kam, weil er zweimal täglich seine Blase entleeren musste – morgens und abends. Er habe dies als zu oft empfunden. Bei der Untersuchung habe sich gezeigt, dass er über eine eineinhalb Liter fassende Blase verfügt. Er hatte es sich über Jahre antrainiert, nur einmal täglich zu urinieren.

Viele Fragen aus dem Publikum
Am Schluss des Referats wurde Dr. med. Thomas von Rütte mit Fragen aus dem Publikum bombardiert. «Was halten Sie von der Blasen-Schliessmuskelprothese?», wollte eine Frau aus dem Publikum vom Experten wissen: «Am SRO in Langenthal bieten wir das nicht an – im Gegensatz zum Inselspital in Bern. Aus meiner Sicht ist eine solche Prothese nicht das Gelbe vom Ei.» Was er vom Aufhängen der Blase halte, wollte eine andere Interessierte wissen. «Man muss das System kennen, aber das Blase aufhängen würde ich nicht allen Frauen empfehlen», so die Antwort des Referenten. Ein Mann erkundigte sich bei Dr. med. Thomas von Rütte, ob man mit dem Beckenbodentraining aufhören könne, wenn man dieses ein halbes Jahr betrieben habe. «Nein», so der Experte. Man solle weiterfahren, könne jedoch versuchen, dieses Training allenfalls etwas weniger intensiv zu gestalten. Der Referent verwies auf den Oberaargauer Spitaltag vom 22. Juni 2019, wo das SRO in Langenthal von 9 bis 16.30 Uhr seine Türen für alle Interessierten öffnet und dabei Rundgänge durch verschiedene Fachbereiche und Abteilungen anbietet.

© Unter-Emmentaler

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