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Die Abteilung Marketing und Kommunikation ist für die interne und externe Kommunikation, Medienarbeit, Marketing, Publikationen sowie Veranstaltungen zuständig und steht allen Medienschaffenden gerne zur Verfügung.

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Als eines der ersten Spitäler der Schweiz hat sich die SRO AG für die Einführung eines digitalen Assistenzsystems im Operationsbereich entschieden.

Hohe Anspannung, Konzentration und Zeitdruck sind für die Mitarbeitenden im OP-Bereich eines Krankenhauses Alltag. Patientinnen und Patienten spüren davon nichts oder nur wenig, denn meistens schlafen diese, stehen unter Narkose. Doch gerade in der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen passiert parallel zur Operation eine ganze Menge. Diese Tätigkeiten haben direkten Einfluss auf die Qualität der Behandlung.

Die OP-Pflegekräfte beispielsweise müssen für jede Operation die richtigen Materialien, Instrumente, Implantate und Dokumente bereit legen, den Patienten richtig lagern, desinfizieren und vieles mehr. Bisher geschah dies in Langenthal ohne digitale Unterstützung. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter musste sich für diese komplexen Auf-gaben auf Papierlisten oder private Notizen verlassen. Papier ist als Informationsträger allerdings begrenzt. Abbildungen von den benötigten Materialien, von Lagerorten im Operationssaal oder Informationen zur eindeutigen Identifizierung waren mit diesen Mitteln nicht realisierbar. Dadurch erhöhte sich auch die Gefahr von Verwechslungen und führte zu unnötig geöffneten Materialverpackungen, sodass sich Dauer und auch Kosten einer Operation erhöhten. Hinzu kommt, dass die bisher eingesetzten Papierlisten den heutigen Hygienestandards nicht mehr entsprechen.

Die Lösung des Problems fand die SRO AG beim Schweizer Jungunternehmen chimpplus AG aus Solothurn. De-ren OP-Informationssystem «OP-Puls» schafft einen Rahmen zur Standardisierung und ist ein digitaler Helfer für Pflegende wie auch für Ärzte. Das System trägt dazu bei, die Informationsflut bei Materialien, operationsspezifi-schem Wissen und Gerätebedienung zu bündeln und zu kontrollieren. Anhand einer Checklistenfunktion wie aus der Luftfahrt bekannt, werden die Materialien und Instrumente exakt und korrekt vorbereitet. Dies bedeutet für den OP-Alltag: Das Wissen über Qualitätsstandards, Hygiene und Materialien muss nicht mehr aus verschiedenen Quellen (Ordnern, Loseblattsammlungen und Verzeichnissen) zusammengesucht werden. Das Wissen steht allen OP-Beteiligten aktuell und in Echtzeit zur Verfügung: Das Assistenzsystem von chimpplus AG läuft auf intuitiv be-dienbaren Tablets und ist seit August 2018 im Einsatz.

Zum Abschluss der Implementierung überreichte Christoph Bossert (Mitgründer von chimpplus AG) am 21. November 2018 ein Zertifikat an Nicole Ruf und Timo Thimm. Weiter bestätigte er die Aufnahme in das Operating Room Network. Bossert: «Dieses Zertifikat händigen wir dem Klinikmanagement aus, da es verstanden hat, dass Effizienz und Qualitätsverbesserung nur durchgängig digital und mobil funktionieren kann. In der SRO AG wurde eine OP-gerechte Basis für die beste Behandlungsqualität und für mitarbeiterförderndes Arbeiten geschaffen».

«OP-Puls» hat sich in der kurzen Einsatzzeit absolut bewährt und ist aus dem OP-Alltag nicht mehr wegzudenken.

Die Gesundheitskosten steigen jährlich, Ärzte und Spitäler stehen im Fokus. Die Diskussionen drehen sich um Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität von erbrachten Behandlungen.
In diesem Kontext hat sich die Chirurgie SRO für Transparenz entschieden – der gesamte Behandlungsprozess, von der Sprechstunde bis zur Nachkontrolle wird offen gelegt. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie die Klinik ihre Qualitätsdaten nutzt, um die erbrachten Leistungen weiter zu verbessern. Für diese Bestrebungen wurde die Chirurgie SRO mit dem T-Zertifikat ausgezeichnet.

«Das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten ist unser höchstes Gut», sagt Dr. med. Thomas Kinsbergen, Chefarzt Chirurgie SRO. «Transparenz, Nachvollziehbarkeit und umfassende Information des Patienten verstehen wir als zentrale Aspekte einer kompetenten und professionellen Behandlung», so Kinsbergen weiter.
Operationsindikationen werden in der Chirurgie SRO anhand der neusten Guidelines der Fachgesellschaften gestellt. Der Patient wird umfassend informiert, auch über mögliche Alternativen. Das besprochene Verfahren wird dokumentiert und begründet. «So stellen wir eine hohe Indikationsqualität sicher; die Entscheidung für das gewählte Verfahren bleibt nachvollziehbar», so Kinsbergen.
Die Bedeutung der Indikationsqualität unterstreicht Dr. med. Markus Trutmann vom Verband chirurgischer und invasiv tätiger Fachgesellschaften (FMCH): «Die Indikationsqualität gibt Auskunft auf die Frage, ob ein Eingriff bei bestimmten Patienten den erwarteten Nutzen erbracht hat. Somit stellt die Indikationsqualität für die chirurgischen und interventionell tätigen Fachgebiete das Herzstück der Qualitätssicherung dar. Die FMCH unterstützt alle Bestrebungen, die zu einer Stärkung der Indikationsqualität führen.»

Damit zukünftig auch der Nutzen einer Behandlung noch strukturierter ausgewertet werden kann, plant die Chirurgie SRO bereits die nächsten Schritte. «Wir planen die Einführung einer sogenannten Outcome-Messung für definierte Eingriffe», erklärt Dr. med. Dominik Lüdi, stv. Chefarzt Chirurgie SRO, «anhand von sechs Fragen wird vor dem Eingriff der Gesundheitszustand des Patienten erhoben; dieselben Fragen werden dem Patienten einige Wochen nach dem erneut Eingriff gestellt. Die Wirksamkeit der Behandlung wird gemeinsam mit dem Patienten überprüft.» Diese Daten werden im Register der Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie (AQC) erfasst und können strukturiert ausgewertet werden. «Diese Outcome-Messung ergänzt die bereits erhobenen Qualitätsdaten, wie beispielsweise das Auftreten von Komplikationen. Die erhobenen Daten sowie die Umsetzung der Qualitätskriterien des T-Zertifikats besprechen wir regelmässig im Ärzteteam und passen unsere Verfahren bei Bedarf entsprechend an. So wurde dieses Jahr unter anderem ein zweistufiger Aufklärungsprozess eingeführt; mit einer Erstaufklärung durch den Kaderarzt in der Sprechstunde und einer zweiten Aufklärung durch den Assistenzarzt einige Tage vor Spitaleintritt. Wir stellen so sicher, dass der Patient vor dem Eingriff alle Fragen stellen kann und mögliche Unsicherheiten geklärt werden können», führt Lüdi weiter aus.

Als Hausarzt überweist Dr. med. Thomas Ruckstuhl der Klinik für Chirurgie SRO regelmässig Patienten. Dass sich die Klinik für Chirurgie hat zertifzieren lassen und ihre tägliche Arbeit einer externen Prüfung unterzogen hat, unterstreicht für Ruckstuhl den Einsatz der Klinikleitung für eine bestmögliche Behandlungsqualität. «Eine angepasste Information des Patienten sowie eine zeitnahe und transparente Kommunikation gegenüber mir als Hausarzt fördert das Vertrauen und unterstützt den gesamten Behandlungsprozess. Hausarzt und Chirurg agieren als Team und setzen sich gemeinsam für die bestmögliche Versorgung des Patienten ein.»

Die Chirurgie SRO ist die erste Klinik der Schweiz, die sich hat zertifizieren lassen. Das T-Zertifikat ist neu und deshalb noch wenig bekannt. Mit der Société Générale de Surveillance SA (SGS) hat die Trägerin des Zertifikats, die T-Stiftung, eine der weltweit grössten Inspektions- und Zertifizierungsgesellschaften als Partner an der Seite. Die hohe Qualität der Zertifzierungsaudits wird durch Zertifizirungsexperten der SGS sowie durch einen Fachexperten aus dem zu zertifizierenden medizinischen Fachgebiet sichergestellt. PD Dr. med. Valentin Neuhaus, Leitender Arzt Traumatologie am Universitätsspital Zürich, überprüfte als ärztlicher Experte die Prozesse in der Chirurgie SRO. Er ist überzeugt, dass im Rahmen von externen Audits wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, wie Kliniken ihre Qualität weiter steigern können. Diese Erkenntnisse kommen schliesslich den Patientinnen und Patienten zu Gute, die ihr wertvollstes Gut, ihre Gesundheit, den behandelnden Ärztinnen und Ärzten anvertrauen.

Über das T-Zertifikat
Das «T» im T-Zertifikat steht für Transparenz. Die Patientinnen und Patienten wissen bei der Wahl eines T-zertifizierten Instituts, dass sich dieses für transparente Qualität einsetzt. Von der Indikationsstellung bis zur Ergebnismessung, arbeitet die Klinik nach anerkannten Standards und nutzt Ergebnisse in nachvollziehbarer Weise für die kontinuierliche Verbesserung Ihrer Prozesse.
Durch wertvolles Feedback aus der Zertifizierung werden Abläufe weiter optimiert. Das T-Zertifikat stärkt die Position einer Klinik oder Praxis gegenüber Krankenkassen und Ämtern.
Die T-Stiftung für Transparenz und Qualitätssicherung in der Medizin in Zürich hat die Oberaufsicht des Zertifikates. Die T-Stiftung ist eine gemeinnützige und steuerbefreite Stiftung unter Aufsicht der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht des SECO.

Alexander Mak heisst das erste Neugeborene der frisch eröffneten Frauenklinik

Vergangenen Freitag war es soweit: Alexander Mak erblickte als erstes Baby der neueröffneten Frauenklinik am 12.01.2018 um 22:46 Uhr das Licht zur Welt.
Die Mutter und das Frischgeborene sind wohlauf und erholen sich Zuhause von der Geburt.
Das SRO gratuliert den Eltern herzlich zu Ihrem Sohn und wünscht für die Zukunft nur das Beste!

Auch wenn für das Geburtshilfeteam des SRO‘s noch alles ganz neu und ungewohnt ist, haben sich Hebammen, Pflegeteam sowie Ärzte dennoch gut eingelebt und geniessen die neue, freundliche Umgebung samt modernsten Gerätschaften.
Da nun die gesamte Frauenklinik im selben Gebäude untergebracht ist, werden die Wege nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern natürlich auch für die Patientinnen kürzer, und dadurch eine noch komfortablere Behandlung erreicht.

Interessierte können am monatlich stattfindenden Informationsabend teilnehmen und sich selber vor Ort ein Bild der neuen Frauenklinik machen.

Bauchchirurgie: Spitäler Emmental und Oberaargau arbeiten zusammen

Das Spital Emmental und die Spital Region Oberaargau (SRO) haben einen Zusammenarbeitsvertrag für ihre Spezialgebiete in der Bauchchirurgie unterzeichnet. Eingriffe bei tiefliegenden Enddarm-Tumoren sollen für Patienten aus beiden Regionen in Burgdorf durchgeführt werden, Operationen am Magen wegen Übergewicht (bariatrische Chirurgie) in Langenthal.

Dazu gründen die beiden Spitalunternehmen die «Viszeralchirurgie Emmental-Oberaargau». Die Vor- und Nachbehandlungen werden wie bisher wohnortsnah im «Stammspital» des jeweiligen Patienten durchgeführt. Damit nutzen die Patienten beider Regionen wohnortsnah die Kompetenz der beiden erfahrenen Chirurgie-Teams.

Das Spital Emmental fokussiert sich am Standort Burgdorf seit 2010 auf die Entfernung von Enddarm-Tumoren und gehört in diesem Bereich zu den innovativsten Kliniken in der Schweiz. Im Sinne einer Konzentration der Eingriffe der tiefen Rektum-Chirurgie werden in Zukunft zusätzlich zu den Emmentaler Patienten auch Oberaargauer Patienten in Burgdorf operiert, letztere durch ein gemeinsames Operationsteam. Umgekehrt werden die Emmentaler Patienten für bariatrische Operationen in Burgdorf abgeklärt und in Langenthal am Referenzzentrum für bariatrische Chirurgie operiert.

Überregionale Zusammenarbeit
Die Kooperationsvereinbarung ist Zeichen des gegenseitigen Willens zu einer überregionalen langfristigen partnerschaftlichen Zusammenarbeit der beiden regionalen Spitalunternehmen. Die beiden Chefärzte der Chirurgie – Dr. med. Thomas Kinsbergen im SRO und Prof. Dr. med. Stephan Vorburger im Spital Emmental – arbeiten seit längerer Zeit auf diesen Schritt hin und freuen sich auf den Beginn der institutionellen Zusammenarbeit. Zu einem späteren Zeitpunkt ist auch der Miteinbezug der viszeralchirurgischen Aus- und Weiterbildung vorgesehen.

Vorläufiges HSM-Hindernis
Der Umsetzung des Kooperationsvertrags steht im Moment noch ein Entscheid des eidgenössischen Beschlussorgans für die Hochspezialisierte Medizin (HSM) entgegen. Da das Spital Emmental alle Auflagen erfüllt und zudem in der Qualität Spitzenwerte aufweist, erwartet es, dass es den Zuschlag für sein Spezialgebiet «tiefe Enddarmchirurgie» erneut erhalten wird.

In der erfolgreichen Vortragsreihe «Faszinierende Medizin» referierte PD Dr.med. Alexander Imhof, Chefarzt Medizinische Klinik und Mikrobiologie, zum Thema «Antibiotikaresistente Bakterien – die dunkle Bedrohung». Rund 50 Personen liessen sich im Vortragssaal des Spitals darüber informieren.

Von Brigitte Meier
Penicillin, eine bahnbrechende Entdeckung der Medizin: durch einen Zufall entdeckte Alexander Fleming 1928 die antibakterielle Wirkung eines Schimmelpilzes. Bereits in seiner Nobelpreisrede von 1945 warnte der schottische Mediziner vor der Gefahr, dass die Mikroben lernen, resistent gegen Penicillin zu werden. Heute sind Antibiotika aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Ein sorgfältiger und richtiger Einsatz verhindert die Bildung von Resistenzen. Antibiotika wirken bei bakteriellen Infektionskrankheiten und nicht gegen Viren (bei Grippe oder Erkältung). Wie Dr. Alexander Imhof erläutert, kann eine antibiotische Therapie die Selektion resistenter Erreger begünstigen: «Bakterien sind anpassungsfähig und vermehren sich rasch. Dabei kann sich deren Erbgut spontan verändern.» So haben die resistenten Bakterien einen Wachstumsvorteil gegenüber den sensibleren Bakterien, die durch das Medikament gezielt zum Absterben gebracht oder geschwächt werden.

Lebensmittel sind nie steril
Hände sollten vor und nach dem Zubereiten von Speisen mit Seife gewaschen werden, besonders nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Geflügel, Fisch oder Meeresfrüchten. Auch Arbeitsflächen und Küchenutensilien sind gründlich zu reinigen. Sonst besteht das Risiko, dass Bakterien auf den Menschen übertragen werden und zu Magen-Darm-Krankheiten führen. So konstatiert Dr. Imhof zweimal jährlich eine deutliche Zunahme von «Campylobacterinfektionen»; zu Beginn der Grillsaison und am Jahresende, wenn Fondue Chinoise aktuell wird. «Gerade Darmbakterien können sich über Kontakte zwischen Menschen, Tieren und über die Umwelt weiter verbreiten. Resistente Escherichia coli wurden auch in Schweizer Gewässern sowie in hohen Mengen im rohen Geflügelfleisch nachgewiesen», gibt der Chefarzt zu bedenken.

Ein natürliches Phänomen
Antibiotische Substanzen werden von Mikroorganismen produziert, um andere Bakterien zu verdrängen. Um sich selbst zu schützen, entwickeln Mikroorganismen eine Resistenz. «Diese Problematik hat sich ab dem Jahr 2000 rasant verstärkt. Die bakteriellen Krankheitserreger legten sich immer raffiniertere Mechanismen als Überlebensstrategien gegen die Wirkstoffe der Antibiotika zu», betonte Alexander Imhof. Werden Antibiotika zu häufig oder nicht in der richtigen Dosis und Dauer eingenommen, erhöht sich das Risiko, dass Resistenzen entstehen und sich ausbreiten. Bisher gut behandelbare Erkrankungen könnten wieder gefährlich werden, weil die üblichen Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken. Im Vergleich zu anderen Projekten sind diese Medikamente weniger lukrativ. Deshalb setzen viele Pharmaunternehmen auf rentablere Segmente. Zusehends wird die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe mit finanziellen Mitteln der öffentlichen Hand unterstützt. Wie Alexander Imhof informiert, sollten die dringend benötigten Antibiotika in fünf Jahren erhältlich sein.

Was tun gegen die zunehmenden Antibiotikaresistenzen?
Der Antibiotikakonsum ist einer der wichtigsten, beeinflussbaren Trigger für die Resistenzentwicklung. Mit einem optimierten Hygienemanagement in den Spitälern geht es darum, Neuinfektionen zu verhindern», sagt Imhof und hält fest, dass in den letzten zwei Jahren in der Mikrobiologie des SRO keine Übertragungen von Keimen mehr erfolgt sind. Der umsichtige Gebrauch von Antibiotika ist auch in der Landwirtschaft zu fördern. Viele der resistenten Bakterien stammen aus der Massentierhaltung. Mit dem Zentrum für Antibiotikaresistenzen in Bern verfügt die Schweiz erstmals über ein umfassendes Überwachungsinstrument
zur Kontrolle der Antibiotikaresistenzen.

Ein globales Problem
Bakterien halten sich nicht an Landesgrenzen. In einer globalisierten Welt verbreiten sich resistente Keime sehr rasch. Besonders ausgeprägt ist das Bewusstsein für eine verhältnismässige Verwendung von Antibiotika in skandinavischen Ländern. «Hingegen werden in Griechenland dreimal mehr Antibiotika verschrieben als in der Schweiz, wo der Verbrauch abgenommen hat», erklärt Alexander Imhof. In den Spitälern wird ein Rückgang von zehn Prozent verzeichnet und auch Hausärzte verordnen deutlich weniger Antibiotika.

© Unter-Emmenthaler

Spitalliste - Der Kanton Bern hat festgelegt, welche Spitäler 2020 welche psychiatrischen Leistungen erbringen dürfen. Noch ist die Liste unter Verschluss. Gerade für ländliche Regionen ist sie von grosser Bedeutung.

Dicke Post erhielt gestern das Spital Region Oberaargau in Langenthal (SRO) - und erst noch eingeschrieben. Dick war aber nur der Umfang, weniger der Inhalt der Spitalliste Psychiatrie 2020. «Wir können unser Angebot weiterführen», sagt Manuel Moser, Chefarzt Psychiatrische Dienste am SRO. Am Spital gibt es eine psychiatrische Grundversorgung für Erwachsenen- und Alterspsychiatrie. «Wir mussten kämpfen und unser Argumentarium darlegen», so Moser. Die kantonale Gesundheitsdirektion (GEF) von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) habe sich überzeugen lassen.

Erklärungsbedürftig war ein besonderes Angebot in Langenthal. Wenn Mütter an Kindbettdepressionen leiden, können sie sich mit dem Bébé hospitalisieren lassen, obwohl dieses nicht krank sei, wie der Chefarzt erklärt. Es gebe nur wenige Fälle, doch der Kanton habe eingesehen, dass ein striktes Festhalten an einer Mindestfallzahl hier wenig Sinn mache. Die Liste sieht generell vor, dass Behandlungen nur an Orten angeboten werden sollen, die darauf spezialisiert sind. Andere müssen darauf verzichten. So will der Kanton das Angebot an den 27 Spitalstandorten steuern.

Kurze Wege im Spital
Die Anbindung ans somatische Spital hat laut Moser den Vorteil, dass - um beim Beispiel zu bleiben - die Säuglingsschwester bei Bedarf zum Bébé oder der Gynäkologe zur Mutter kommen könne, wenn es nötig sei.

Die Nähe zum Spital ist auch für Thomas Ihde wichtig. Der Chefarzt Psychiatrie Spitäler FMI (Frutigen, Meiringen, Interlaken) verfügt am Standort Interlaken über eine eigene Station mit 10 Betten, die mehr als 100-prozentig ausgelastet sei. Auf Anfang 2020 werde sie darum auf 15 Betten aufgestockt. Die Zusammenarbeit mit anderen ärztlichen Disziplinen sei fruchtbar, so Ihde. Die Angliederung an ein Spital verringere auch die Stigmatisierung, die für viele Patienten mit der Psychiatrie verbunden sei. Wenn jemand «i ds Spital» gehen könne, lasse auch der Bergbauer seine jahrzehntealte Depression endlich behandeln, sagt Ihde. Im Oberland stütze sich die psy chiatrische Versorgung weitgehend auf die Spitäler ab. Freie Ärzte mit Spezialausbildung Psychiatrie gebe es kaum.

Den Überblick über die Spitallandschaft hat der Branchen verband Die Spitäler. Geschäftsführer Christoph Schöni hat noch nichts gehört von negativen Reaktionen auf die Liste: «Ob alle zufrieden sind oder ob es Rekurse gibt, weiss ich noch nicht.» Die «dicke Post» von der GEF sei schliesslich kein A4-Blatt, sondern ein Dossier mit vielen Details. «Die Verfügung enthält ausführliche Begründungen, die man studieren muss.» Allerdings sei es auch nicht so, dass eine Änderung die Betroffenen «auf dem linken Fuss erwischt», sagt der Geschäftsführer. Dem Entscheid gingen ausführliche Diskussionen voraus. «Meist spürt man im Verlauf des Prozesses, das etwas auf einen zukommen könnte.»

Die Universitären Psychiatrischen Dienste, früher im Volksmund Waldau genannt, haben das Dossier noch nicht studiert, wie Mediensprecher Mike Sutter sagt. «Die Details kennen wir nicht.» Alle Spitäler haben jetzt 30 Tage Zeit, die Verfügung zu studieren - und allenfalls Rekurs zu machen. Die bereinigte Spitalliste tritt dann Anfang 2020 in Kraft. Die letzte, bisher gültige stammt aus dem Jahr 2012.

© Der Bund

Schnelle Hilfe bei seelischen Krisen auf der Wöchnerinnen-Station – und möglichst wenig Zwangsmassnahmen für die Patienten: Diese beiden Psychiatrie-Projekte haben einen Preis erhalten.

Im Spital-Alltag auf einer Wöchnerinnen-Station ist es schwierig zu reagieren, wenn eine junge Mutter eine psychische Krise hat. Mutter und Kind in eine psychiatrische Klinik zu verlegen, geht häufig nicht.

Hilfe vor Ort dank Zusammenarbeit
In einem solchen Fall können die Psychiatrischen Dienste Spital Region Oberaargau (SRO) trotzdem Hilfe anbieten. Ihr Projekt «Psychische Gesundheit für Schwangere und junge Mütter im Oberaargau» sorgt für die nötige Unterstützung vor Ort. Gynäkologie und Psychiatrie arbeiten zusammen und beziehen auch lokale Beratungsstellen, etwa die Mütter-Väter-Beratung, mit ein.

Grosser Nutzen für die Patientinnen und deren Angehörige
Die Psychiatrischen Dienste haben für dieses Projekt den Prix Perspectives 2019 erhalten. Besonders beeindruckt waren die Juroren laut Jurymitglied Stefan Kaiser, Chefarzt Erwachsenenpsychiatrie an der Universitätsklinik Genf (HUG), vom grossen Nutzen für die Patientinnen und deren Angehörige sowie davon, dass Fachleute aus verschiedenen Richtungen zusammenarbeiten.

Neues Vorgehen zum Verhindern von Zwangsmassnahmen
Die Psychiatrischen Dienste SRO teilen die Preissumme von 25 000 Franken mit der Psychiatrie Baselland, die dieses Jahr ebenfalls mit dem Prix Perspectives ausgezeichnet worden ist. Mit ihrem Projekt versucht die Psychiatrie Baselland, Zwangsmassnahmen zu vermeiden.

Einblick in die Gefühle der Betroffenen
Und zwar tut sie das auf neue Art: Die beteiligten Fachleute drehen die therapeutische Sichtweise um und stellen sich vor allem zwei Fragen: Welche Gefühle lösen Zwangsmassnahmen bei Betroffenen aus und wie ähnlich oder unterschiedlich sind diese im Vergleich zu den Gefühlen der Mitarbeitenden? Dieser Wechsel der Perspektive soll helfen, die Patienten besser zu verstehen.

Der Prix Perspectives wird seit 2006 von der Pharmafirma Janssen-Cilag verliehen.

© Medinside

Die Dahlia Oberaargau AG hat ihr Alters- und Pflegezentrum am Stelliweg eröffnet –die Bewohner sind kürzlich eingezogen, alle Zimmer belegt. Im Juni ist schon die Ambulante Psychiatrie der SRO eingezogen. Weitere medizinische Angebote wie Physiotherapie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) machen das ehemalige Spital zum multifunktionalen Zentrum. Am kommenden Samstag kann sich die Bevölkerung ein Bild vom gelungenen Umbau machen und den PanoramaPark besichtigen.

«Anstehend sind jetzt nur noch Umgebungsarbeiten», sagt Urs Lüthi. Lüthi ist Delegierter des Verwaltungsrats der Dahlia Oberaargau AG, die im umgebauten Haus Ades PanoramaParks als Mieter drei Stockwerke belegt. Erst kürzlich konnten 42 Bewohner des Pflegeheims Wiedlisbach in die neuen, hellen und freundlichen Räume einziehen. «Die neuen, im Normalfall 16 Quadratmeter grossen Einzelzimmer bieten wesentlich mehr Komfort als jene in Wiedlisbach, wo unsere Bewohner teilweise in 3er-Zimmern untergebracht waren», gibt Lüthi zu verstehen. Auf jeder der drei Etagen gibt es einengrossen Aufenthaltsraum, in dem die Bewohner verweilen können – bei Bedarf können sie aber auch eine Küche benützen, wo sie zusammen mit den Mitarbeitenden kochen können. «Die Bewohner sollen so am alltäglichen Leben teilnehmen, etwas erleben können», sagt Urs Neuenschwander, Dahlia-Standortleiter in Buchsi.

Restaurant ist Zentrum und Verbindungsstelle
Zusammen mit dem Haus B, dem 2016 fertiggestellten Neubau, bietet die Dahlia Oberaargau AG in Herzogenbuchsee jetzt 85 Bettenplätze an. Verbunden werden die beiden Häuser durch einen eingeschossigen Zwischenbau, in dem sich Eingang und Empfang befinden und in dem auch das Restaurant untergebracht ist. «Das Restaurant ist die ideale Verbindung zwischen den beiden Häusern und gleichzeitig das Zentrum des PanoramaParks», gibt Urs Lüthi zu verstehen.

Qualität für die Bewohnenden
Seit Juni ebenfalls wieder im Haus ist nach dem Umbau die Physiotherapie der SRO. Sie sei froh, dass die Zeit der Provisorien vorbei sei und fühle sich wohl in den hellen, hohen Räumen, betont Bereichsleiterin Verena Sommer. «Dass die Physiotherapie im Haus ist, das ist Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner», ergänzt dem gegenüber Urs Lüthi.
Als externer Anbieter belegt das TCM Oberaargau ebenfalls Räume im PanoramaPark. «Damit sind wir im Oberaargau an den vier Standorten Herzogenbuchsee, Huttwil, Langenthal und Niederbipp vertreten – und wir sind glücklich hier,weil die Zusammenarbeit mit der Schulmedizin ausgezeichnet funktioniert»,versichert Wuling Fang, Geschäftsführerin von TCM Oberaargau.

Demenzabklärungen vor Ort
Im Attikageschoss eingezogenist schliesslich auch die Ambulante Psychiatrie der SRO. Der Aussenstandort Herzogenbuchsee sei vom wirtschaftlichen Standpunkt her betrachtet nicht optimal – für Klienten aus der Region hingegen schon. «Wir wollen mit diesem Angebot die lokale Versorgung stärken», betont denn auch Manuel Moser, Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie der SRO. Das Team sei nicht wesentlich erweitert worden, sondern an den neuen Standort versetzt worden, «weil wir wohnortsnah unterwegs sein wollen und unser Angebot vor Ort besser mit Hausärzten und Sozialdiensten vernetzen können». So können Angebote der Alterspsychiatrie wie beispielsweise Demenzabklärungen in Herzogenbuchsee vorgenommen werden, dort gibt es auch eine Gruppenraum für allfällige Gruppentherapien.

Kosten von insgesamt rund 26 Mio. Franken
Die Investitionen in den PanoramaPark belaufen sich auf ingesamt rund 26 Mio. Franken und werden vollumfänglich von der SRO AG getragen. Dabei hat die SRO für den Neubau von Haus Brund 10 Mio., für den Umbau von Haus Arund 16 Mio. Franken aufgewendet. Dazukommen die Kosten für die Umgebungsarbeiten, welche vollumfänglich von der Dahlia Oberaargau AG getragen werden.

© Oberaargauer

Die Dahlia Oberaargau AG hat ihr Alters- und Pflegezentrum am Stelliweg eröffnet. Aus dem umgebauten Spital ist ein multifunktionales Haus geworden.

Modern, freundlich, komfortabel. Das sind die ersten Attribute, mit denen man das umgebaute alte Spital am Stelliweg in Herzogenbuchsee beschreiben möchte. Wobei es eigentlich nicht passt, vom alten Spital zu sprechen: «Von diesem merkt man nichts mehr», meint Urs Lüthi, Verwaltungsratsdelegierter der Dahlia Oberaargau AG. Das umgebaute Gebäude ist nun als Haus A Teil des neuen Panoramaparks, den die Spital Region Oberaargau (SRO) AG für das Dahlia als Betreiberin realisierte. Bereits 2016 hatte der dreigeschossige Neubau, Haus B, bezogen werden können. Die beiden Gebäudeteile sind über einen einstöckigen Zwischenbau verbunden, in dem sich das Restaurant befindet.

Knapp zwei Jahre lang war der Panoramapark nun eine Baustelle. Und zumindest im Aussenbereich ist er es immer noch: Die Umgebungsarbeiten, welche die Dahlia als Mieterin selbst finanziert, dauern noch bis Ende Jahr. Im Haus selbst aber sei nun alles fertig, bestätigt Lüthi. Mitte August konnten die 42 Bewohner des Pflegeheims Widlisbach dorthin umziehen.

Eine «halbe Baustelle»
Schon deutlich früher eingezogen ist die Ambulante Psychiatrie der SRO, die sich im Attikageschoss eingerichtet hat. «Anfang Juni war das hier noch eine halbe Baustelle», meint Manuel Moser und lacht. Stolz führt der Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie durch die neuen Räumlichkeiten: Die fünf Sprechzimmer sind in warmen Farbtönen gehalten. Grosse Fenster sorgen für genügend Helligkeit. «Wir bringen Licht ins Leben der Menschen», sagt Moser. Hinzu kommt ein Gruppenraum, über den man hinaus auf die Attikaterrasse gelangt. Der alte Attikaaufbau ist einem modernen Holzbau gewichen. «Uns ist es wohl hier», so der Chefarzt. Sein Team besteht aus fünf Therapeuten, von denen am Montag der letzte seine Arbeit aufnehmen wird.

Der Betrieb sei gut angelaufen, freut sich Manuel Moser. «Von einem Sommerloch haben wir nichts gespürt.» Am Bedarf besteht kein Zweifel: Sei doch der Raum Herzogenbuchsee bisher unterversorgt gewesen. Im Dorf selbst gebe es nur gerade eine Psychiaterin, so Moser. Für ihn war deshalb klar: «Die zweitgrösste Gemeinde im Oberaargau darf nicht ohne psychiatrisches Ambulatorium bleiben.»

«Enormer Komfort»
Ein Rundgang führt vom obersten Stockwerk mit dem Lift hinunter in die drei ersten Obergeschosse, wo das Dahlia mit seinen drei Wohngruppen eingezogen ist. Hier würden sich die Bewohner Tag für Tag immer mehr einleben, sagt Urs Lüthi. Die Strategie, die Plätze von Wiedlisbach nach Buchsi zu verlegen, habe sich bereits bewährt: «Es ist toll, mit einem vollen Haus starten zu können.» Zusammen mit dem Neubau werden am Stelliweg jetzt 85 Betten angeboten.

Im Vergleich zur vorherigen Nutzung des Hauptgebäudes sei der Komfort, den die Bewohner in den neuen Räumlichkeiten geniessen würden, enorm, findet Lüthi. Exemplarisch hierfür präsentiert er eines der Zimmer: «Wir haben nur Einzelzimmer», sagt er. Diese sind in der Regel 16 Quadratmeter gross und verfügen über eine 4 Quadratmeter grosse Nasszelle. Ein grosser Aufenthaltsraum, der über breite Gänge mit den Zimmern verbunden ist, bildet das Herzstück jeder Etage. Zudem gibt es in jeder Wohngruppe eine grosszügige Küche. «Die Mitarbeitenden sollen zusammen mit den Bewohnern kochen können», sagt Lüthi. Es sei wichtig, dass sie sich am Leben im und rund um das Alters- und Pflegezentrum beteiligen könnten.

Dass die Dahlia-Bewohner im ganzen Haus verschiedenste medizinische Angebote nutzen könnten, sei natürlich eine grosse Qualität des neuen Panoramaparks, so der Verwaltungsratsdelegierte. «Es ist ein multifunktionales Haus.» Gemeint sind auch die Arztpraxen, die Physiotherapie und die Traditionelle Chinesische Medizin im Erdgeschoss. Für das leibliche Wohl wird ein Stock tiefer, in der komplett neu eingerichteten Küche, gesorgt. Neben dem Zivilschutzraum und den Garderoben befindet sich im Untergeschoss auch ein zusätzlicher Raum für Tagesgäste, samt Küche und Aussenbereich.

Total 26 Millionen Franken
So zufrieden wie Urs Lüthi mit dem Resultat auch ist, ganz einfach war der Weg zum fertigen Neubau nicht: Die Bauarbeiten, die ursprünglich im Sommer 2016 hätten beginnen sollen, verzögerten sich. Dies, nachdem der Kostenvoranschlag deutlich höher ausgefallen war als die anfangs erwarteten 6 bis 8 Millionen Franken. Die anschliessenden Kostenoptimierungen und Projektanpassungen nahmen rund ein Jahr Zeit in Anspruch (wir berichteten). Und so konnten die Bauarbeiter letztlich erst im Oktober 2017 loslegen. Insgesamt wurden im Panoramapark nun rund 26 Millionen Franken investiert: 10 in den Neubau, rund 16 in den Umbau des alten Spitals.

Die Arbeiten und der Heimbetrieb seien während der Umbauzeit gut aneinander vorbeigegangen, sagt Lüthi. Während der Neubau erstellt wurde, waren die Bewohner im alten Spital untergebracht worden. Später folgte der Umzug ins Haus B, bevor mit dem Umbau des Hauptgebäudes gestartet werden konnte. Lüthi: «Das war schon eine Challenge.»

Am Samstag, 14. September, ist die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür in den Panoramapark eingeladen. Zeit: 10 bis 16 Uhr.

© BZ Langenthaler Tagblatt

Ein angstfreier Tag im Spital: Während Kinder einen Bären retteten, wurden Gross und Klein zu Chirurgen im OP­-Saal oder marschierten durch einen Darm und konnten sich gar ärztlich be­raten lassen. Der Tag der offenen Tür im Spital Langental wurde zu einem Fami­lienfest.

Das war eine logistische Meisterleis­tung. Gegen 5000 Besucherinnen und Besucher wollten an diesem Tag der offenen einen Blick hinter die Kulis­sen des Spitals werfen. «Der Tagesbetrieb sollte dabei nicht gestört wer­den. Der Notfalldienst wurde aufrechterhalten. Und die im Spital untergebrachten Patienten sollten von all dem Besucherstrom nichts mer­ken», erklärte die neue Kommunikati­onsleiterin Carol Schmid. 180 Spi­talangestellte wurden für diesen eindrücklichen Tag zusätzlich aufge­boten. Und trotz des Andrangs wurden die Gäste sehr zuvorkommend emp­fangen. «Suchen Sie etwas Bestimm­tes? Wie können wir Ihnen helfen»; hiess es an allen Ecken und Enden. Und das Spital glich an diesem Tag ei­nem echten Bienenstock. Das Interes­se war enorm. Vor allem die neu reno­vierte Station mit den hellen Zimmern im vierten Stock vom Patientenhoch­haus war hoch im Kurs. Zeitweise konnte man sich da kaum um die eige­ne Achse drehen. Und wenn man sich beim Schlängeltanz durch die Menge mal der einen oder dem anderen der Gäste auf die Füsse trat, wurde das gelassen hingenommen. Für Notfälle waren Fachkräfte ja nicht weit.

Ärztliche Beratung
Spannend vor allem für die vielen Kinder waren die Krankenwagen und die inszenierte Bärenrettung, bei der vom Anruf an die Rettungszentrale bis hin zum Abtransport die Kinder tatkräftig mithelfen durften. Ein­drücklich war auch der Gang durch einen überdimensionierten Darm oder die faszinierende Reise mit Virtual Reality-Brillen durch den menschlichen Körper bis hin zum Be­such in alle Kammern eines Herzens . In einem OP-Saal konnten die Besucherinnen und Besucher - assistiert von Fachkräften - eine Operation an einem Modell durchführen und am Bildschirm verfolgen. Andernorts wurden die Möglichkeiten mit neus­ten Prothesen und künstlichen Gelen­ken aufgezeigt. Es wurde geschröpft, Tinkturen selber zusammengestellt oder man konnte einen Blick in die Mi­kroskope werfen. Bei der Physio- und Ergotherapie erhielt man Tipps und Anleitungen. Die Psychiatrischen Dienste vom SRO informierten unter anderem über ihr Tagesklinikangebot. Dabei standen neben den überall auch Ärztinnen und Ärzte beratend zur Sei­te und gaben über medizinische oder chirurgische Fragen ebenso Auskunft wie die Pflegefachkräfte. «Was pas­siert bei einer Darmspiegelung, was spürt man dabei», wollte etwa einöglicher Patient wissen. Im Labor wurden auch kleinere Untersuchungen wie etwa das Messen der Blutdruckerwerte durchgeführt. An einem Informationsstand wurde zum Werbung für die Spitalberufe gemacht. «Das Interesse war auch hier gross», freute sich Carol Schmid. Eine gelungene Charmeoffensive von SRO, die aus ihrem Tag der offenen Tür ein lockeres Familienhappening machten und so manche Angstschwele zur Spitalwelt abbauen konnte.

© Oberaargauer

Grossandrang herrschte am Wochenende im Spital Langenthal. Rund 6000 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür bei der SRO AG, um einen Blick auf den Spitalalltag zu werfen. «Das Interesse der Bevölkerung an unseren Angeboten und Tätigkeiten war gross und das Feedback auf unseren Anlass durchwegs positiv», zog eine sichtlich zufriedene Carol Schmid, Leiterin Marketing bei der SRO AG, ein erfreuliches Fazit.

Normalerweise verursacht ein Grossandrang in einem Spital Hektik und Stress. Obwohl die SRO AG beim Spital Langenthal am letzten Wochenende von Besuchern geradezu überschwemmt wurde, bewältigten die rund 210 im Einsatz stehenden SRO-Mitarbeitenden den Andrang stressfrei und ohne jede Hektik.
Der Grund lag darin, dass es sich bei den Besuchern nicht um Patienten handelte, sondern um Personen, die einen Blick auf den Spitalalltag werfen wollten. Mit einem Tag der offenen Tür gewährte das Spital die Möglichkeit, einmal einen Blick hinter die Kulissen der SRO AG zu werfen, die in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert, umgebaut und erneuert wurde und mittlerweile in einem vielschichtigen Gebäudekomplex umfassende Dienstleistungen und Angebote zur Verfügung stellt.

Patientenzimmer und Operationszentrum im Fokus
Auf einem gekennzeichneten Rundgang führte der Weg nicht bloss durch den gesamten Gebäudekomplex, sondern auch entlang zahlreicher Abteilungen und Institutionen, die im Spital untergebracht sind. Das Interesse an den Angeboten und Dienstleistungen der SRO AG sei riesig gewesen, bestätigte Carol Schmid. «Aber auch bei unseren Mitarbeitenden war die Motivation und Freude gross, einmal einen solchen Anlass organisieren und durchführen zu können», gab Schmid weiter zu verstehen. Von den rund 6000 Personen, die an diesem Tag das Spital besuchten, habe man zudem durchwegs positive Feedbacks erhalten.
Im Fokus der Besucher standen vorab die neue Pflegeabteilung mit den komfortablen, hellen und modernen Patientenzimmern im Bettenhochhaus sowie das Operationszentrum im Erdgeschoss, wo sich die Besucher als Chirurgen an einer Puppe versuchen konnten. Andere wiederum setzten sich eine Virtual-Reality-Brille auf und erkundeten den menschlichen Körper von innen. Am Empfang wurden die Besucher von Spitaldirektor Andreas Kohli höchstpersönlich begrüsst. Hier konnte man sich anhand einer Präsentation über die Entwicklung des Spitals Langenthal informieren sowie über die verschiedenen Bauphasen. Dabei erfuhren die Besucher beispielsweise, dass die Sanierung des Bettenhochhauses voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein wird. Bereits sind drei Stockwerke saniert und in Betrieb. Ein Highlight stellte für die jüngsten Besucher die Bärenrettung von Bruno der Bär dar, der mit dem Rettungsdienst ins Bärenspital gebracht wurde. Aber auch das Basteln eines Rettungsfahrzeugs stand bei den kleinen Besuchern hoch im Kurs.

Umfassendes Angebot
Bei den Erwachsenen standen dagegen die Angebote und Dienstleistungen im Vordergrund. Für beinahe sämtliche gesundheitlichen Probleme, Rehabilitations- oder Präventionsmassnahmen verfügt die SRO AG über entsprechende Abteilungen, ausgestattet mit Fachpersonen, die Betroffene versorgen, pflegen und betreuen. So begegnete man auf dem Rundgang beispielsweise der Diabetesberatung, die Patienten und Angehörige mit Informationen über die Zuckerkrankheit versorgen. Hier konnten sich die Besucher beispielsweise den Blutzucker messen lassen. Mit der Durchführung einer Aromapflege kann man sich im SRO gegen Schlafstörungen behandeln lassen. Die ambulante Herz-Re-habilitation im Oberaargau ermöglicht Patienten, nach einer Erkrankung des Herzens den Gesundheitszustand in vertrauter Umgebung wiederherzustellen.
Ein breites Angebot bietet die SRO AG auch im Bereich der psychischen Erkrankungen. Hier stehen Betroffenen die Psychiatrische Akuttagesklinik, die stationäre Psychiatrie oder die Psychiatrische Rehabilitationsklinik zur Verfügung. Aber auch angesichts des Todes ist man im Spital Langenthal gut aufgehoben, bietet doch die Spital Region Oberaargau die Palliative Betreuung an, eine umfassende Form der Begleitung, Betreuung, Behandlung und Pflege von Menschen, welche an einer schweren oder chronisch fortschreitenden Krankheit leiden, die nicht geheilt werden kann. Auch die Spitalseelsorge steht interessierten Patienten und Angehörigen im SRO zur Verfügung. «Viele Besucher waren überrascht, was bei uns alles geboten wird. Zugleich schätzten sie, dass an allen Stationen Fachpersonal für Auskünfte zur Verfügung stand», bilanzierte Carol Schmid.

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«Meine Blase – ein Tabuthema?». So lautete der Titel des Referats von Dr. med. Thomas von Rütte zur Urin-Inkontinenz. Der Leiter Urologie am Spital Region Oberaargau (SRO) verriet viel Wissenswertes über Anatomie, Inkontinenzformen, Symptome, Ursachen und Behandlungen.

Das Spital Region Oberaargau (SRO) lädt in der beliebten Serie «Faszinierende Medizin» seit vielen Jahren regelmässig zu öffentlichen Vorträgen in den SRO-Vortragssaal ein. Diesmal folgten rund 60 Interessierte den Ausführungen von Dr. med. Thomas von Rütte, Leitender Arzt am SRO, zur Urininkontinenz. Der Referent brachte der Zuhörerschaft – grossmehrheitlich Frauen – die Funktionen und Zusammenhänge auf selbst für Laien verständliche Weise näher. «Urologen werden oft etwas belächelt», sagte er, begründete aber sogleich, weshalb die Urologie wichtig und «die Blase etwas Zentrales des Körpers» sei. Der Leitende Arzt mit den Schwerpunkten Urologie, urologische Konsiliartätigkeit sowie gesamte operative und konservative Urologie riet, zur Blase Sorge zu tragen: «Wenn sie nicht funktioniert, ist man extrem eingeschränkt und geht von Toilette zu Toilette.»

Prostata spielt eine zentrale Rolle
Beim Mann spiele die Prostata eine zentrale Rolle, so Dr. med. Thomas von Rütte (Jahrgang 1982, Staatsexamen in Bern 2008). Er nannte die Symptome bei einer Benigne Prostatahyperplasie (BPH) – also einer gutartigen Vergrösserung der Prostata (Vorstehdrüse): «Initiales Warten, schwacher Harnstrahl, unterbrochener Harnstrahl, Press-Miktion, nachträufeln, Restharngefühl, häufiges Urin lösen, Urin lösen während der Nacht, Harndrang und Dranginkontinenz.»
Die Prostata, zuständig für den Samen des Mannes, könne man sich in Grösse und Form wie eine Nuss oder eine Kastanie vorstellen – mit einem Gewicht von 10 bis 40 Gramm, «normalerweise 20 Gramm». Ein fliessender Übergang in den Blasenhals sei entscheidend für die Blasenentleerung. «Prostata-Vorsorge ist wichtig», sagte der Referent. Dabei gelte es aber, nicht nur die Prostata anzuschauen, sondern das ganze System. Der Urologe unterstrich, dass das Entfernen der Prostata das Problem nicht automatisch löse. Er erwähnte Konstellationen, bei denen eine Prostata-Operation nichts bringen würde und zählte Ursachen einer Dranginkontinenz auf: «Abflussstörung – Prostata, Blasenhals, Harnröhre – Entzündungen, Blasentumor, nervöse Blase.»

Was bedeutet Dranginkontinenz?
Als Dranginkontinenz bezeichnet man eine Blasenspeicherungsstörung, bei welcher der Blasenschliessmuskel intakt ist, der Blasenmuskel jedoch zu empfindlich reagiert. Symptome bei Dranginkontinenz seien, so der Leiter Urologie am SRO, massiver Harndrang und Urinverlust, häufiges Urinieren tags und nachts sowie Schmerzen beim Urinieren. «Männer gehen erst zum Arzt, wenn ihre Frauen sie dazu zwingen», sagte Dr. med. Thomas von Rütte aus Erfahrung. Mit dieser Aussage löste er beim Publikum ein kollektives Schmunzeln aus. Der Referent riet, nicht zu schnell Medikamente einzusetzen: «Zuerst muss man das System verstanden haben.» Probleme mit der Prostata, der Drang- und der Urininkontinenz würden mit zunehmendem Alter vermehrt auftreten.

Urin-Inkontinenz bei Frauen häufig
Von einer Urin-Inkontinenz betroffen seien 5 bis 10 Prozent der Männer, Frauen 3- bis 4-mal häufiger, verriet der Referent, der darauf hinwies, dass die Häufigkeit altersabhängig sei. Die Urin-Inkontinenz – also der unkontrollierte Urinverlust über die Harnröhre – habe oft auch psychosoziale Folgen wie Isolation, Depression, Zurückgezogenheit.

Beckenbodengymnastik empfohlen
«Eine Urin-Inkontinenz-Behandlung ist abhängig von der Art», hielt der Urologe fest und nannte bei den konservativen Behandlungsmöglichkeiten primär die Beckenbodengymnastik – aber auch die Rehabilitation des  Beckenbodens, Trinkgewohnheiten, Medikamente, Einlagen und Katheter. Frauen würden ihren Beckenboden besser kennen als Männer. Der Urologe: «Beckenbodengymnastik nützt extrem, ist genial. » Das Beckenbodentraining wird zur Prophylaxe und Therapie empfohlen. Beim Entleeren des Urins werden die Schliessmuskeln am Blasenboden entspannt, sodass der Urin über die Harnröhre abfliesst. Bei Männern trete bei etwa 450 bis 750 Millilitern Blasenfüllmenge ein starker Harndrang ein, bei Frauen bereits bei etwa 350 bis 550 Millilitern, wusste der Urologe zum Thema Speicherphase und Entleerungsphase zu berichten.

Seltenes Urinieren antrainiert
Der Leiter Urologie am SRO erzählte das krasse Beispiel eines 45-jährigen Bergsteigers, der als Patient zu ihm kam, weil er zweimal täglich seine Blase entleeren musste – morgens und abends. Er habe dies als zu oft empfunden. Bei der Untersuchung habe sich gezeigt, dass er über eine eineinhalb Liter fassende Blase verfügt. Er hatte es sich über Jahre antrainiert, nur einmal täglich zu urinieren.

Viele Fragen aus dem Publikum
Am Schluss des Referats wurde Dr. med. Thomas von Rütte mit Fragen aus dem Publikum bombardiert. «Was halten Sie von der Blasen-Schliessmuskelprothese?», wollte eine Frau aus dem Publikum vom Experten wissen: «Am SRO in Langenthal bieten wir das nicht an – im Gegensatz zum Inselspital in Bern. Aus meiner Sicht ist eine solche Prothese nicht das Gelbe vom Ei.» Was er vom Aufhängen der Blase halte, wollte eine andere Interessierte wissen. «Man muss das System kennen, aber das Blase aufhängen würde ich nicht allen Frauen empfehlen», so die Antwort des Referenten. Ein Mann erkundigte sich bei Dr. med. Thomas von Rütte, ob man mit dem Beckenbodentraining aufhören könne, wenn man dieses ein halbes Jahr betrieben habe. «Nein», so der Experte. Man solle weiterfahren, könne jedoch versuchen, dieses Training allenfalls etwas weniger intensiv zu gestalten. Der Referent verwies auf den Oberaargauer Spitaltag vom 22. Juni 2019, wo das SRO in Langenthal von 9 bis 16.30 Uhr seine Türen für alle Interessierten öffnet und dabei Rundgänge durch verschiedene Fachbereiche und Abteilungen anbietet.

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