Wundambulatorium

Die Wund­be­hand­lung bün­delt pfle­ge­ri­sches und ärzt­li­ches Spe­zi­al­wis­sen und ba­siert auf in­ter­pro­fes­sio­nel­ler Zu­sam­men­ar­beit. Das Wun­dam­bu­la­to­ri­um Hutt­wil hat sich zu einem Kom­pe­tenz­zen­trum für den ge­sam­ten Ober­aargau entwickelt. Be­treut wer­den die Sprech­stun­den in Hutt­wil, Lan­gen­thal und Nie­der­bipp von einer zer­ti­fi­zier­ten Wund­ma­na­ge­rin®.

Im Wun­dam­bu­la­to­ri­um, wer­den Wun­den, die meist auf­grund von Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen (Dia­be­tes) und/oder Durch­blu­tungs­stö­run­gen ent­ste­hen, so­wie nicht oder schwer hei­len­de Ope­ra­ti­ons- und Un­fall­wun­den be­han­delt.

Chro­ni­sche Wun­den kön­nen sehr schmerz­haft sein und die be­trof­fe­nen Pa­ti­en­ten auch psy­chisch stark be­las­ten. Ei­ne ein­fühl­sa­me Be­glei­tung und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl sind eben­so be­deut­sam wie ei­ne dif­fe­ren­zier­te Be­hand­lung und ei­ne qua­lita­tiv hoch­wer­ti­ge Wund­ver­sor­gung. Die oft zeit­auf­wän­di­ge The­ra­pie er­for­dert viel Ge­duld und Dis­zi­plin von bei­den Sei­ten. Ne­ben der Ur­sa­chen­ab­klä­rung und der Be­hand­lung ist die Mo­ti­va­ti­on des Pa­ti­en­ten sehr wich­tig.

We­sent­lich ist die in der SRO AG be­ste­hen­de Mög­lich­keit ei­ner in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Zu­sam­men­ar­beit mit wei­te­ren Spe­zia­lis­ten zur Ur­sa­chen­ab­klä­rung und -be­hand­lung.

Das Be­hand­lungs­kon­zept um­fasst un­ter an­de­rem ei­ne pha­sen­ge­rech­te Wund­be­hand­lung mit mo­der­nen Ver­bän­den, de­ren Be­schaf­fen­heit den Pa­ti­en­ten im All­tag we­ni­ger ein­schrän­ken. Ver­band­wech­sel er­fol­gen prak­tisch schmerz­los und je nach Wund­be­schaf­fen­heit in re­la­tiv gros­sen Zeit­ab­stän­den. In aus­ge­wähl­ten Fäl­len wer­den auch die Va­ku­um­the­ra­pie und die The­ra­pie mit ste­ri­len Flie­gen­ma­den an­ge­wandt.

Um ei­ne op­ti­ma­le Ver­sor­gung von Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­gen zu ge­währ­leis­ten, wird eng mit den Spitex­diens­ten zu­sam­men­ge­ar­bei­tet
 

Moderne Wundtherapie

Jede Wunde durchläuft während des Heilungsprozesses verschiedene Stadien:

1. Entzündung (Exsudation)
Wundreinigung, Infektionsbekämpfung. In diesem Stadium sondert die Wunde meistens reichlich Wundflüssigkeit ab. Abgestorbenes Gewebe und Eiweissbeläge werden abgebaut.

2. Gewebeneubildung (Granulation)
Gefässe spriessen ein und die Wunde wird mit neuem, gut durchblutetem Gewebe aufgefüllt.

3. Wundverschluss (Epithelisation)
Die Wunde zieht sich zusammen und wird mit Epithel (äusserste Hautschicht) verschlossen. Wunden, die nach 6 Wochen noch keine Heilungstendenz zeigen, werden als chronisch bezeichnet.
 

Verlauf der physiologischen Wundheilung


Die Heilungsstadien können sich überlappen. Die Wunde muss laufend neu beurteilt und die Behandlung dem Heilungsstadium angepasst werden. Die Heilung kann in einem Stadium stecken bleiben oder die Wunde sogar in ein vorangegangenes Stadium zurückfallen.

Es ist heute bekannt, dass für die Wundheilung ein feuchtes und leicht saures Milieu optimal ist. Eine moderne Wundauflage muss also folgenden Anforderungen genügen:

  • Wunde soll feucht und warm gehalten werden
  • Wunde soll vor äusseren Einflüssen geschützt werden
  • Verband soll Schmerzen verhindern
  • Verband kann überschüssiges Wundsekret aufnehmen und zurückhalten
  • Verbandstoffe sind untereinander kombinierbar

Moderne Wundauflagen sind relativ teuer. Es ist deshalb wichtig, dass sie fachgerecht angewendet werden. Wenn durch sie die Heilungsdauer verkürzt und die Anzahl Verbandwechsel verkleinert wird, ist ihr Einsatz auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Dank der Vielfalt der Wundauflagen kann man jede Wunde nach den gegebenen Kriterien optimal versorgen. Um die verschiedenen Verbandstoffe und deren Einsatz kurz zu erläutern, teilen wir diese in vier Gruppen ein.

Hydrokolloidverbände bestehen aus einer hydrophoben (wasserabstossenden) Matrix, in welche hydrophile (wasseraufnehmende) Partikel eingelagert sind. Hauptbestandteile sind Cellulose und Pektin, wodurch der Hydrokolloidverband seine Quelleigenschaften bekommt. Er wird bei leichter bis mittelstarker Exsudation eingesetzt. Der Verband nimmt Wundflüssigkeit auf und verwandelt sie in ein Gel, welches aufquillt und sich der Wunde anpasst. Er ist sehr elastisch und flexibel.  Die Tragedauer beträgt ca. 3-7 Tage.
 

Alginate bestehen aus Braunalgen und können ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Flüssigkeit binden. Durch einen Ionenaustausch zwischen Wunde und Verband bildet sich ein Gel, welches die Wunde feucht hält. Es saugt zudem auch Wundsekret und Gewebetrümmer auf und schliesst sie ein. Alginatverbände eignen sich besonders bei mittel bis stark exsudierenden, belegten Wunden als Wundfüller. Um Mazerationen (aufweichendes Gewebe) zu vermeiden, sollten Alginate nicht über den Wundrand hinaus angebracht werden.
 

Das Prinzip der Vakuumversiegelung (Vakuumverband) besteht darin, durch Auflegen oder Einbringen eines Schwammes / Fliesses die Vakuumwirkung einer Saugdrainage grossflächig auf die ganze Wundoberfläche zu verteilen. Dadurch wird einerseits das Wundsekret mit schädlichen Entzündungsstoffen kontinuierlich abgesaugt. Andererseits regt das Vakuum die Wundheilungsprozesse an und führt zu einer gesteigerten und schnelleren Bildung von gesundem Heilungsgewebe (Granulationsgewebe). Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich, dass sich ein Vakuumverband insbesondere für infizierte und stark nässende Wunden sowie für chronische Wunden mit ungenügender Bildung von Granulationsgewebe eignet. Auch Verbrennungswunden und komplizierte Operationswunden werden zunehmend mit dieser Methode behandelt.
 

Der Schaumverband enthält einen Schaumstoffkern mit einer Folie. Er nimmt in kurzer Zeit grosse Mengen Flüssigkeit auf, leitet sie nach oben von der Wunde weg und speichert sie. Überschüssiges Exsudat wird durch die Folie abgedampft. Schaumverbände eignen sich bei mittleren bis stark exsudierenden oberflächlichen Wunden als Primär-, bei tiefen Wunden als Sekundärverband.

Eine Hydrofaser ist 100%ig gebundene Cellulose, die in Kontakt mit Wundflüssigkeit ein formstabiles Gel bildet. Die Faser saugt Wundflüssigkeit und Zelltrümmer ausschliesslich vertikal auf und gibt sie auch unter Druck nicht wieder ab. Dadurch ist der Schutz des Wundrandes vor Mazerationen (Schädigung durch Aufquellen) gewährleistet. Tiefe Wunden sollten nur leicht tamponiert werden, da der Verband aufquillt. Bei zu trockenen Wundverhältnissen kann man die Hydrofaser mit Ringerlösung befeuchten.

Sowohl Hydrokolloid- als auch Schaumstoff- und Hydrofaserverbände werden heute auch als Silberverbände angeboten. Die enthaltenen Silberionen wirken zusätzlich antibakteriell. Diese Verbände werden deshalb bei infizierten oder infektgefährdeten Wunden eingesetzt.

Die Madentherapie kommt vor allem bei chronischen und infizierten Wunden sowie Wunden, die abgestorbenes Gewebe enthalten, zum Einsatz, bei denen die üblichen Massnahmen wie normale Wundreinigung und Antibiotikatherapie keinen genügenden Effekt zeigen. Ausgezeichnete Resultate zeigen sich insbesondere bei Patienten mit Diabetes und komplizierten Wunden. In Ausnahmefällen kann auch bei «sauberen» chronischen Wunden wie venösen Ulcera (offenen Beinen), welche trotz Anwendung aller üblichen Massnahmen keine Heilungstendenz zeigen, ein Therapieversuch unternommen werden. Dabei hofft man vor allem, vom zusätzlichen Effekt einer Anregung zur Bildung von Granulationsgewebe zu profitieren und die Wunde so in eine entscheidende, neue Heilungsphase zu bringen.

Sprechstunden

Spital Langenthal

Wundambulatorium
Ärztehaus 2 / EG
T 062 959 68 62
wundambulatorium(at)sro.ch

Gesundheitszentrum Jura Süd

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Hauptgebäude / EG
T 062 959 68 62
wundambulatorium(at)sro.ch

Gesundheitszentrum Huttwil

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Hauptgebäude / EG
T 062 959 68 62
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