Patientenpfad

Bei der orthopädischen Abklärung einer Patientin mit Hüftarthrose werden Herz-Kreislauf-Risiken festgestellt. Hier ist das Zusammenspiel von verschiedenen Disziplinen wichtig.

Letztendlich war die geplante Hüftoperation ein Glück für die Patientin. Ohne die orthopädischen Vorabklärungen, die aufgrund von Herz-Kreislauf-Risiken eine kardiologische Untersuchung erforderlich machten, wären ihre schwerwiegenden Herzprobleme nicht festgestellt worden. «Der individuelle Behandlungsweg dieser Patientin zeigt auf, wie entscheidend die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung für erfolgreiche Interventionen ist», sagen Dr. med. Patrick Hilti und Dr. med. Michael Bergner, Fachärzte FMH für Kardiologie und Innere Medizin.

Für die 70-jährige Frau aus der Region Jurasüdfuss beginnt der Patientenweg in der Orthopädiesprechstunde im Gesundheitszentrum Jura Süd in Niederbipp. Sie wurde von ihrem Hausarzt dorthin überwiesen, weil sie an einer Hüftarthrose leidet. Vor der Implantation eines künstlichen Gelenkes (Prothese) sind orthopädische Abklärungen notwendig. Sowohl der Orthopäde wie auch der Hausarzt stellen fest, dass die Patientin Herz-Kreislauf-Risikofaktoren aufweist, und melden sie vor der Hüftoperation für eine kardiologische Abklärung an. Die Patientin schätzt es, dass diese in der kardiologischen Praxis unmittelbar neben der Orthopädie im Gesundheitszentrum Niederbipp stattfindet und sie keinen langen Anfahrtsweg hat.

Hand in Hand arbeiten
Erste Abklärungen ergeben, dass der Ultraschall des Herzens unserer Patientin unauffällig aussieht. Infolge ihrer Hüftprobleme (Arthrose) ist ein Belastungs-EKG auf dem Fahrradergometer jedoch nicht möglich. Deshalb führt der nächste Schritt ins SRO Langenthal. In Zusammenarbeit mit der Radiologie wird ein Herz-MRI gemacht. Aufgrund der Untersuchung durch die Kardiologen wird tatsächlich eine Durchblutungsstörung festgestellt. «Weil die Belastbarkeit durch die Hüftarthrose eingeschränkt war, hat die Patientin keine Herzbeschwerden oder entsprechenden Symptome wahrgenommen», erklärt Michael Bergner. Hinzu kommen zusätzliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes. Daher muss vor der Hüftoperation das Herz mit einer Koronarangiographie weiter abgeklärt werden.

Dafür geht die Patientin ans Inselspital Bern. Bei der Herzkatheteruntersuchung werden sehr schwere Verkalkungen der Herzkranzgefässe festgestellt, die eine Bypass-Operation erfordern. Bereits wenige Tage nach dem Eingriff erfolgt die Verlegung zur Nachbetreuung am Spital Langenthal mit Optimierung der medikamentösen Therapie in Zusammenarbeit mit der Inneren Medizin. Gleichzeitig wird die Rehabilitation geplant, welche ambulant in Langenthal durchgeführt wird. Aufgrund der optimalen Behandlung kann die Patientin das Spital nach wenigen Tagen wieder verlassen. Rund drei Monate nach der Bypass-Operation wird die Hüftoperation im Spital Langenthal durchgeführt. Ein idealer Zeitpunkt, weil sich die Patientin aktuell in einem guten Gesundheitszustand befindet. Der künstliche Gelenkersatz ist eine häufige und sehr erfolgreiche Operation, mit welcher die Beweglichkeit wesentlich verbessert werden kann. Auch hier gewährleistet ein interdisziplinäres Team einen reibungslosen Ablauf der Behandlung.

Vor und nach der Operation kümmern sich Spezialärzte wie Orthopäden, Anästhesisten und Radiologen um die Patientin. Nach dem Spitalaufenthalt absolviert die Patientin eine ambulante Physiotherapie.

«Diese Behandlungskette verbessert den Erfolg der Interventionen wesentlich und nachhaltig.»

«Am Beispiel dieser Patientin zeigt sich, welche vielfältigen Behandlungen möglich sind. Mit Ausnahme der Koronarangiographie und der Bypass-Operation, die am Inselspital durchgeführt wurden, konnten alle Abklärungen und Behandlungen im SRO Langenthal, im Gesundheitszentrum Jura Süd in Niederbipp und in der Kardiologie Oberaargau in Langenthal durchgeführt werden», betont Patrick Hilti. Die überblickbare Grösse im SRO und die kurzen Wege optimieren die Zusammenarbeit. Man kennt sich gegenseitig; dies ermöglicht eine rasche Kommunikation und steigert die Effizienz und die Qualität.

Der Kontakt und die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Hausärzten werden durch die angebotenen Sprechstunden Orthopädie und Kardiologie in Niederbipp verstärkt. Gerade für weniger mobile Menschen wie unsere Patientin ist es ein Vorteil, wenn erste Untersuchungen wohnortsnah durchgeführt werden können.

Ambulante Herz-Rehabilitation
Für Patienten nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation bietet die Physiotherapie SRO ein umfassendes Rehabilitationsprogramm an. Dies in enger Zusammenarbeit mit den Kardiologen. Dieambulante Herz-Rehabilitation im Oberaargau ermöglicht, nach einer Erkrankung des Herzens den Gesundheitszustand in vertrauter Umgebung wiederherzustellen. Dank den erfahrenen Herztherapeuten kann auch mit einer Patientin, die weniger mobil ist, ein abwechslungsreiches Belastungsprogramm durchgeführt werden: Fitness aufbauen und Spass an der Bewegung sind das Hauptziel. So lernt sie, mit ihrer Herzkrankheit aktiv zu sein und gleichzeitig ihre Lebensqualität zu steigern. Bei einem komplikationslosen Verlauf erfolgt die Herzkontrolle etwa ein Jahr nach der Bypass-Operation und danach in regelmässigen Abständen.

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