Kugeln bilden einen Sternenkreis

Projekt: Aufbau Delirmanagement

Die Entwicklung eines akuten Delirs ist eine der häufigsten Komplikationen im Rahmen von stationären Spitalaufenthalten. Gefährdet sind insbesondere Patientinnen und Patienten über 65 Jahre. Die neu erarbeiteten Standards setzen deshalb bei Prävention und Früherkennung an.

Mit der höheren Lebenserwartung und der verbesserten medizinischen Therapiemöglichkeiten steigt die Zahl der älteren multimorbiden Patienten im Spital. Das Thema Delir, respektive Delirmanagement wird zu einer zunehmenden Herausforderung. Dies insbesondere auch deshalb, da Patienten mit einem Delir neben einer längeren Verweildauer im Spital auch ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse, wie beispielsweise einen Sturz im Spital, aufweisen.

Unter der Leitung von Dr. med. Torsten Weirauch, Facharzt Innere Medizin, Dr. med. Paul Hartman, Facharzt für Alterspsychiatrie und Sibylle Allenbach, Pflegeexpertin, hat der Qualitätszirkel Delirmanagement ein entsprechendes Konzept erarbeitet und implementiert.  Neben der Vermittlung von theoretischen Grundlagen liegen die Schwerpunkte des Konzepts auf Präventionsmassnahmen, dem Einsatz von Screening- und Assessmentinstrumenten zur Früherkennung des Delirs sowie dessen Behandlung. Das Thema der Behandlung beinhaltet dabei konkrete und spezifische Therapievorschläge.
Im Konzept wurde auch das Thema der bewegungseinschränkenden Massnahmen aufgenommen und entsprechende Richtlinien zum Umgang mit diesen Massnahmen definiert. Dies unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Erwachsenenschutzgesetzes sowie der neusten evidenzbasierten Erkenntnissen.
Der Einbezug und die Information der Angehörigen ist gerade bei deliranten Patienten von grosser Wichtigkeit. Mit der Broschüre Plötzlich verwirrt, welche sich spezifisch an die Angehörigen von deliranten Patienten richtet, werden wichtige Informationen vermittelt.

Das Konzept Delirmanagement wurde durch Dr. med. Torsten Weirauch und Sibylle Allenbach gemeinsam im ärztlichen und pflegerischen Bereich, inklusive Notfallstation geschult. Mit diesem Vorgehen wird die Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit im Delirmanagement unterstrichen.
Um eine hohe Umsetzungsqualität zu erreichen wurden die Inhalte des Konzepts ins Klinikinformationssystem integriert. Die Assessment- und Screeninginstrumente stehen zur Verfügung und über die entsprechenden Pflegediagnosen kann aus einem vorgegebenen Massnahmenset zu Prävention und Behandlung ausgewählt werden. Weiter wurden in den verschiedenen Teams Themenverantwortliche definiert, welche Mitarbeitenden bei Fragen zur Verfügung stehen und die Umsetzungsqualität auf der Station prüfen.

Die Broschüre Plötzlich verwirrt für Angehörige von deliranten Patient ist unter diesem Link abrufbar:

Broschüre «Plötzlich verwirrt - Informationen für Angehörige»
 

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