Steine bilden eine Brücke

Ausblick - Schwerpunkte für 2019

Mit dem Motto Qualität bewegt  will  die Kommission Qualität und Sicherheit die Mitarbeitenden für ihren Beitrag zur Qualitätsarbeit SRO sensibilisieren. Mitarbeitende engagieren sich in vielfältiger Weise, mit der Umsetzung von Qualitätsstandards, dem Engagement in CIRS oder der Umsetzung von Massnahmen zur Prozessverbesserung im eigenen Bereich.

Auch im Bereich Qualitätsmanagement "bewegt sich etwas". Mit der Umsetzung von Organisationsprojekten, der Förderung der interprofessionellen Kommunikation und der Weiterentwicklung des Kennzahlensystems in den Kliniken wird kontinuierlich an der Verbesserung der Prozesse und Dienstleistungen der SRO AG gearbeitet.
Erfahren Sie mehr zu folgenden Qualitätsaktivitäten des Jahres 2019.

Mit Beschluss vom 20. Februar 2018 zur Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) hat sich das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) entschieden, dass folgende sechs Gruppen von Eingriffen von der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) nur noch vergütet werden, wenn sie ambulant vorgenommen werden:

  • Einseitige Krampfaderoperationen der Beine
  • Eingriffe an Hämorrhoiden
  • Einseitige Leistenhernienoperationen, ausgenommen Rezidive
  • Untersuchungen/Eingriffe am Gebärmutterhals oder an der Gebärmutter
  • Kniearthroskopien inkl. arthroskopische Eingriffe am Meniskus
  • Eingriffe an Tonsillen und Adenoiden

Mit diesem Entscheid will das EDI die ambulante Leistungserbringung im Interesse der Patienten fördern und gleichzeitig zur Dämpfung der Kosten im Gesundheitsbereich beitragen (Bundesamt für Gesundheit, 2018). Die Liste mit den sechs Gruppen von Eingriffen, die zukünftig von der OKP nur noch vergütet werden, wenn sie ambulant vorgenommen werden, weist auf die zukünftige Entwicklung hin. Es ist zu erwarten, dass die Liste weiter ausgebaut wird und der Anteil an ambulanten Operationen stetig steigt.

Die SRO AG ist gefordert, ihre Prozesse so zu gestalten, dass die wachsende Zahl an ambulanten Spitalbehandlungen schlank, effizient und qualitativ hochstehend durchgeführt werden kann.

Umsetzungsziele

  • Definition eines schlanken Behandlungsprozesses. Abläufe sowie Material sind optimal auf den Patientenprozess ausgerichtet.
  • Optimale Integration aller ambulant durchgeführten Eingriffe ins Ambulante Operationszentrum (AOZ).

Wirkungsziele

  • Die ambulanten Behandlungsplätze der Tagesklinik werden an Betriebstagen mindestens doppelt besetzt.
  • Die zusätzlichen ambulanten Eingriffe, welche in Zusammenhang mit „ambulant vor stationär“ generiert werden, werden mit den vorhandenen Ressourcen behandelt.
  • Die Öffnungszeiten von Tagesklinik und Aufwachraum sind optimal auf den Bedarf des AOZ sowie weiterer Bereiche abgestimmt.

Qualitätsziele

  • Patienten fühlen sich optimal betreut. Es erfolgt eine standardisierte Nachsorge.
  • Das AOZ ist als Plattform organisiert, mit einem ärztlichen Ansprechpartner, welchen den effizienten und effektiven Behandlungsprozess sicherstellt.

Die Projektleitung liegt bei Dr. med. Thomas Kinsbergen, Chefarzt Chirurgie und ärztlicher Direktor.

Damit Kennzahlen akzeptiert und für Verbesserungsmassnahmen genutzt werden, müssen sie nachvollziehbar und möglichst rasch verfügbar sein. Die SRO AG plant deshalb das Kennzahlensystem der Kliniken mit intern erhobenen Zahlen zu Komplikationen zu erweitern. Diese Kennzahlen sollen auf Routinedaten basieren und quartalsweise ausgewertet und analysiert werden. Ein entsprechender Pilot ist in der Klinik für Innere Medizin geplant. Der Fokus liegt dabei auf katheterassoziierten Infektionen sowie nosokomialen Pneumonien. Nach Abschluss des Pilots wird die Einführung in weiteren Kliniken geprüft.

 

Bei der Entstehung von unerwünschten Ereignissen und Beinahe-Zwischenfällen ist die interprofessionelle Kommunikation, also die Kommunikation zwischen verschiedenen Berufsgruppen, ein wesentlicher Einflussfaktor. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2017) ereignen sich im Gesundheitswesen etwa 43 Millionen Schadenfälle weltweit. Statistisch gesehen sind 28.6 Millionen auf menschliche Fehler zurückzuführen und somit vermeidbar. Davon werden wiederum sieben bis 23 Millionen durch mangelnde Kommunikation verursacht.
Interprofessionelle Kommunikation findet an verschiedenen Stellen statt: Bei der Patientenübergabe, der Visite, am Telefon, zwischen "Tür und Angel", am Patientenbett u.a. Kommunikative Stolpersteine sind unter anderem die verschiedenen Perspektiven der Berufsgruppen, unvollständige Informationen, Unterbrechungen oder der Einfluss der Hierarchie.
Die SRO AG will die Mitarbeitenden für die interprofessionelle Kommunikation sensibilisieren und konkrete Hilfsmittel zur Förderung einer funktionierenden interprofessionellen Kommunikation vermitteln. In einem ersten Schritt werden Mitarbeitende aus der Pflege und der Physiotherapie geschult.
Für die Fortbildung wurden folgende Ziele definiert:
Die Teilnehmenden

  • lernen, ihre Sichtweise sachlich zu vertreten
  • erkennen den Zusammenhang zwischen der Berufsrolle und der Kommunikation
  • reflektieren den eigenen Kommunikationsstil
  • lernen verschiedene Gesprächstechniken kennen
  • kennen und nutzen "Speak Up" als Instrument

Die Schulung wurde von der Pflegeexpertise und dem Qualitätsmanagement gemeinsam mit Instruktoren aus den Bereichen Notfallpflege sowie Physiotherapie entwickelt und durchgeführt.
 

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