Kompass zeigt auf Trend

Kennzahlen 2020

Die SRO AG hat auch im Jahr 2020 an den vom ANQ (Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken) vorgegebenen Messungen teilgenommen. Im Bereich Patientenzufriedenheit wurde die interne Messung weitergeführt sowie während eines Monats die Zufriedenheit der stationären Patienten mit dem Austrittsmanagement erhoben. Weitere Kennzahlen zu Prozessqualität und Outcome runden das Kennzahlensystem im Bereich Qualität ab. 

Mit dem Erheben, Analysieren und Interpretieren von Kennzahlen können Schwachstellen und Handlungsbedarf in Prozessen identifiziert und Verbesserungsmassnahmen geplant und umgesetzt werden. Im Bereich Qualitätsmanagement wird mit den Kennzahlen des ANQ, den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) publizierten Qualitätsindikatoren der Schweizer Akutspitäler sowie mit weiteren, themenspezifischen internen Kennzahlen gearbeitet. Kennzahlen werden intern publiziert. Die Kennzahlen des ANQ und des BAG werden auch extern publiziert.

Die SRO AG hat im Jahr 2020 an allen Messungen des nationalen Messplans des ANQ teilgenommen.
Im Bereich Akutsomatik waren dies folgende Messungen:

  • Nationale Auswertung der potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen
  • Nationale Erhebung der postoperativen Wundinfektionen
  • Nationale Prävalenzmessung Sturz (2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht durchgeführt)
  • Nationale Prävalenzmessung Dekubitus (2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht durchgeführt)

Im Bereich Erwachsenen-Psychiatrie waren dies folgende Messungen:

  • Veränderung Symptombelastung zwischen Ein- und Austritt (Fremdbewertung)
  • Veränderung Symptombelastung zwischen Ein- und Austritt (Selbstbewertung)
  • Erhebung der freiheitsbeschränkenden Massnahmen
  • Nationale Patientenzufriedenheitsmessung (Messung 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie auf 2021 verschoben)

Alle Resultate sind über die Homepage des ANQ abrufbar.

Im Folgenden werden drei zusätzliche, SRO-interne Messungen kurz erläutert.

Eine Wiederaufnahme wird per Definition als potentiell vermeidbar angesehen, wenn sie zum Zeitpunkt der letzten Entlassung nicht voraussehbar war, wenn sie mindestens von einer Erkrankung verursacht wird, die bei der Entlassung schon bekannt war, und wenn sie innert 30 Tagen nach Austritt erfolgt (www.anq.ch).

Die ANQ-Messung zu den potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen bezieht sich auf den Datensatz, welchen alle Spitäler dem Bundesamt für Statistik liefern (BfS-Datensatz). Mit einer Verzögerung von zwei Jahren erfahren die Spitäler, ob das Verhältnis der potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen zur Gesamtaustrittszahl über oder unter dem für das Spital erwarteten Wert liegt. Dabei werden die potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen vom Algorithmus SQLape ermittelt, welcher auch Rehospitalisationen in anderen Spitälern erkennt. Die erwartete Rate berechnet sich aus dem Gesamtkollektiv, das heisst den potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen aller Spitäler, welche an der Messung teilnehmen. 

Die Arbeit mit der Kennzahl der potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen war lange Zeit unbefriedigend. Dies aufgrund der Verzögerung, bis die Daten vorliegen. Weiter werden den Spitälern die Fälle, welche vom Algorithmus als potentiell vermeidbare Rehospitalisationen identifiziert wurden, nicht mit den Resultaten zugestellt. Die Spitäler können diese Fälle zwar kostenpflichtig erwerben. Die Diskussion derselben mit den Klinikleitern ist aufgrund der zeitlichen Verzögerung jedoch nicht zielführend.

Die Kommission Qualität und Sicherheit hat deshalb beschlossen, ab 2020 die potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen fortlaufend und quartalsweise über den SQLape Monitor auswerten zu lassen. Die Analyse erfolgt anschliessend im ersten Schritt durch das Qualitätsmanagement. Dabei werden die Gründe für die beiden Hospitalisationen nachgeschlagen und anschliessend wird die Rehospitalisation kategorisiert. Die entsprechenden Kategorien wurden vom Qualitätsmanagement festgelegt. Dabei wird bewusst darauf verzichtet, sogenannt falsch positive Fälle zu identifizieren.

Folgende Kategorien werden unterschieden:

  • Fortschreitende Erkrankung
  • Komplikation (z.B. Blutung, Pneumonie, Harnwegsinfektion, Wundinfektion, Medikamenten assoziiert, Schmerzen)
  • Rückfall
  • Verunsicherter Patient

Die Auswertung erfolgt anschliessend auf Stufe Klinik nach Kategorie, Hauptdiagnosegruppe sowie Tage bis zum Wiedereintritt. Die Resultate und Falllisten werden den Klinikleitern quartalsweise zugestellt und besprochen. Ziel dieses Vorgehens ist zum einen die Sensibilisierung für die Thematik, zum anderen die Identifikation von Verbesserungspotential aufgrund der Fallanalyse. 

 

Im dritten Quartal 2020 wurden alle stationär ausgetretenen Patientinnen und Patienten zur Zufriedenheit mit dem Austrittsmanagement befragt. Dazu wurde ein interner Fragebogen verwendet. Das Kollektiv umfasste alle stationären Patienten der Akutsomatik, welche zum Zeitpunkt des Austritts > 16 Jahre alt waren und deren Aufenthalt mindestens 24 Stunden betrug. Der Fragebogen wurde zwei Wochen nach Austritt verschickt und ans Qualitätsmanagement retourniert, welches die Auswertung übernahm. Die Fragebogen waren pseudonymisiert, sodass die Auswertung klinikspezifisch erfolgen konnte.

Folgende Haupt-Fragen wurden gestellt:

  • Wie zufrieden waren Sie mit der Organisation Ihres Spitalaustritts?
  • Wie zufrieden waren Sie mit den Unterlagen, die Sie beim Spitalaustritt erhalten haben?
  • Wurde Ihnen der Zweck der Medikamente, die Sie zu Hause einnehmen sollten, verständlich erklärt?
  • Wie zufrieden waren Sie mit den Informationen, die Sie für die Zeit nach dem Spitalaustritt erhalten haben (beispielsweise Heilungsverlauf, nächste Termine)?
  • Wurden Ihre Fragen, die Sie in Zusammenhang mit dem Spitalaustritt hatten, verständlich beantwortet?
  • Mussten Sie in Zusammenhang mit dem Spitalaustritt Wartezeiten in Kauf nehmen?

Ergänzend wurden die Länge der Wartezeiten sowie die Information über die Gründe erfragt. Die Patientinnen und Patienten hatten weiter die Möglichkeit, ihre Antworten mit einem Freitext zu ergänzen. Als Skala wurde eine quantitative sechser Skala gewählt (Schulnotensystem). 

Insgesamt wurden 1'398 Fragebogen verschickt. 470 Fragebogen wurden retourniert, was einem Rücklauf von 33.6% entspricht.

Die Resultate zeigen folgenden Trend: Patientinnen und Patienten sind mit der Verständlichkeit, mit welcher Fragen beantwortet werden sehr zufrieden. Verbesserungspotential besteht bei den Informationen zum weiteren Heilungsverlauf sowie bei der verständlichen Erklärung der Medikamente. 

Unter anderen wurden folgende Massnahmen umgesetzt:

  • e-learning-Schulung zum Austrittsmanagement für neu eintretende Assistenzärztinnen und -ärzte sowie Pflegefachpersonen
  • Aufnahme des Themas Austrittsmedikation im Qualitätszirkel sichere Medikation

Seit September 2020 ist zudem auf der Station für Orthopädie und Traumatologie eine Advanced Practice Nurse tätig, welche die Assistenzärzte bei der Stationsarbeit unterstützt, indem sie Patientinnen und Patienten mit Routineeingriffen in stabilen Situationen betreut. 

Die SRO AG führt seit 2013 eine kontinuierliche Messung der stationären Patientenzufriedenheit durch. Bei Austritt erhalten alle Patientinnen und Patienten einen Fragebogen mit sieben Fragen zur quantitativen Beurteilung sowie der Möglichkeit, diese durch einen Freitext zu ergänzen. Folgende sieben Fragen werden gestellt und durch die Patientinnen und Patienten auf einer quantitativen sechser Skala bewertet:

  • Wie zufrieden waren Sie insgesamt mit uns?
  • Wie beurteilen Sie die pflegerische Dienstleistung?
  • Wie beurteilen Sie die ärztliche Dienstleistung?
  • Wie verliefen die Aufnahmeformalitäten im Spital?
  • Wie gut war Ihre Entlassung durch das pflegerische und ärztliche Personal organisiert?
  • Wie zufrieden waren Sie mit dem Essen im Spital?
  • Wie zufrieden waren Sie mit der Sauberkeit im Spital?

In den Ergebnissen zeigen sich seit 2017 anhaltend sehr hohe Zufriedenheitswerte. Im Jahr 2020 wurden in den Themen pflegerische Dienstleistungen, Verpflegung und Sauberkeit im Vergleich zum Vorjahr signifikante Verbesserungen erreicht. Im Bereich Verpflegung werden seit 2020 auf allen Stationen Gastronomie-Fachpersonen eingesetzt, welche die Patientinnen und Patienten in der Menüwahl beraten. 

Das grösste Verbesserungspotential besteht nach wie vor im Austrittsmanagement. 

Grafik: Entwicklung interne Patientenzufriedenheitsmessung 2017-2020

 

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