Wandtafel mit Wörter rund um Qualität

Einleitung und Rückblick

Die Förderung der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit sowie die Sicherstellung der Information an die Mitarbeitenden zu aktuellen Qualitätsthemen waren durch die Covid-19 bedingten Einschränkungen im Jahr 2020 besonders herausfordernd. Dies auch deshalb, weil die Pandemie andere Themen in den Hintergrund rückte. Dennoch konnten verschiedene Themen aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt werden.

Eine interdisziplinär und interprofessionell zusammengesetzte Arbeitsgruppe hat unter der Leitung des Qualitätsmanagements begonnen, die perioperativen Prozesse zu überarbeiten. Dazu zählen sämtliche Prozesse rund um die operative Behandlung von Patientinnen und Patienten. Geplant sind die Prüfung und Überarbeitung aller Prozesse von der Zuweisung bis zur Nachbehandlung. Diese Prozesse sind geprägt von vielfältigen Schnittstellen, im Spital selbst, wie auch gegen aussen. Eine erste Prozessanalyse zeigte mehrere Prozessschritte, bei welchen die Gefahr besteht, dass Informationen nicht, respektive zu spät oder unstrukturiert weitergeleitet werden. 
Im Jahr 2020 hat die Arbeitsgruppe die Prozesse Anmeldung zur Sprechstunde und Triage  sowie Anmeldung zur Operation mit präoperativer Abklärung der Operabilität überarbeitet. Dabei wurden unter anderen folgende Massnahmen umgesetzt:

  • Einbezug Zuweiserinnen und Zuweiser in die präoperativen Abklärungen: Publikation der vom Eingriff und der individuellen Patientensituation notwendigen Untersuchungen auf der Homepage
  • Standardisiertes Vorgehen zur Operationsanmeldung ohne bereits bestimmten OP-Termin definiert
  • Standardisiertes Vorgehen zur Kommunikation zwischen Anästhesiologie, Operateur, Patientendisposition und Intensivstation bei multimorbiden Patienten mit elektivem Eingriff
  • Agenda der Intensivstation im Kisim neu aufgebaut
  • Anmeldeprozess für geplante Anmeldungen Intensivstation über Kisim-Workflow definiert 
  • Schulung aller am Prozess beteiligten Personen über eine e-learning-Schulung

Im Jahr 2021 werden die Prozesse der präoperativen Sprechstunde bei regulären, elektiven Eingriffen sowie die Operationsaufklärung bearbeitet.

In einer weiteren interdisziplinär und interprofessionell zusammengesetzten Arbeitsgruppe wurde das Schulungskonzept Notfallsituationen in der Geburtshilfe erarbeitet. Notfallsituationen in der Geburtshilfe weisen bei einer kleinen Eintrittswahrscheinlichkeit ein hohes Schadenspotential auf. Das regelmässige Training dieser Situationen, auch im interdisziplinären und interprofessionellen Setting, ist für die Patientensicherheit deshalb zentral. Neben den fachlichen und praktischen Elementen werden auch die Themen der menschliche - Faktor  sowie die Bedeutung dernicht-technischen Fähigkeiten vermittelt. 

Der Qualitätszirkel sichere Medikation hat mit der Erarbeitung des Konzepts sichere Medikation gestartet. Ziel ist die einheitliche Gestaltung sicherer Prozessschritte über die verschiedenen Kliniken. Dadurch soll eine hohe Qualität im gesamten Medikationsprozess erreicht werden, sodass Fehler im Patientenprozess minimiert und die Patientensicherheit maximiert werden. Eine zentrale Rolle im Konzept spielt die Unterstützung, welche das Klinikinformationssystem im Medikationsprozess bieten kann. Dazu zählen unter anderen hinterlegte Hinweise zu Medikamenten, ein Duplikate- und Interaktionscheck sowie Hilfestellungen bei der einfachen Um- und Rückverordnung von allfälligen Generika. Neben dem patientenbezogenen Medikationsprozess von Anamnese bis Austritt, werden auch der Bestell- und Lagerprozess, die SRO-spezifische Arzneimittelliste, samt definierter Hochrisiko-Medikamente, sowie der Umgang mit Fehlern im Medikationsprozess definiert. 

Die Möglichkeit für Sitzungen und Konferenzen waren 2020 stark eingeschränkt und die digitalen Hilfsmittel zumindest zu Beginn noch ungenügend ausgebaut. In der SRO AG konnte dennoch im Jahr 2020 die erste interdisziplinäre MoMo (Morbidität und Mortalität) - Konferenz durchgeführt werden. Vertreter zweier Kliniken stellten je einen komplexen Patientenfall vor, welcher anschliessend mit den Anwesenden diskutiert wurde. Aus den Diskussionen ergaben sich mehrere Massnahmen, welche schliesslich in den Kliniken oder im Gesamtspital umgesetzt wurden.

Über aktuelle Themen aus dem Qualitätsmanagement konnte nicht im grossen Gremium informiert werden. Das Qualitätsmanagement veröffentlichte deshalb Folienpräsentationen und kurze Videos mit aktuellen Qualitätsthemen, sodass die Mitarbeitenden die Möglichkeit hatten, sich gezielt zu den Themen zu informieren, die sie interessieren und für ihren Alltag relevant sind. Weiter wurde das Angebot von e-learning-Schulungen zu Qualitätsthemen ausgebaut und umfasst mittlerweile zwölf Schulungen.

Qualitätsarbeit ist ein stetiger Prozess, welcher sich laufend für die Verbesserung der Prozesse und Dienstleistungen einsetzt und damit die Standardisierung und Patientensicherheit fördert. Qualitätsarbeit betrifft die gesamte Unternehmung, wird von den Führungsvorgesetzten und den Mitarbeitenden getragen und von Qualitätsgremien gelenkt, begleitet, umgesetzt und unterstützt.
Herzlichen Dank allen Mitarbeitenden, Führungsvorgesetzten und Fachspezialisten, welche sich auch im 2020 in dieser Weiterentwicklung engagiert haben. 

31.03.2021 | Evelyn Müller, Qualitätsbeauftragte und die Mitglieder der Kommission Qualität und Sicherheit

 

 

 

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