Wandtafel mit Wörter rund um Qualität

Einleitung und Rückblick

Die Re-Zertifizierung nach sanaCERT suisse bildete den Schwerpunkt im Qualitätsjahr 2019. Weiter die Planung und Umsetzung von Organisationsprojekten sowie die Förderung der interprofessionellen Kommunikation. 

Die Stiftung sanaCERT suisse zertifiziert das Qualitätsmanagementsystem von Spitälern und Institutionen aus der Langzeitpflege. 15 Spitäler oder Spitalgruppen sind aktuell nach sanaCERT suisse zertifiziert. Die Überprüfung erfolgt dabei im sogenannten "Peer"-System. Auditoren, welche in einer anderen Institution in leitender Funktion als Arzt, Pflegefachperson oder im Bereich Verwaltung arbeiten, prüfen vor Ort, ob die Vorgaben von sanaCERT suisse umgesetzt werden. Diese Überprüfung dauert zwei Tage und fand am 19. und 20. September 2019 in der SRO satt. Die SRO legte dabei folgende Standards zur Zertifizierung vor:

  • Grundstandard Qualitätsmanagement
  • Standard 1: Infektionsprävention und Spitalhygiene
  • Standard 2: Erhebung von Patientenurteilen
  • Standard 11: Umgang mit kritischen Zwischenfällen
  • Standard 12: Mitarbeitende Menschen - Human Resources
  • Standard 18: Umgang mit akut verwirrten Patientinnen und Patienten
  • Standard 20: Rettungsdienst
  • Standard 25: Palliative Betreuung

Am ersten Audit Tag fanden Interviews mit den verantwortlichen Personen pro Standard statt.  Am zweiten Tag befragten die Auditoren Mitarbeitende der verschiedenen Bereiche in der Akutsomatik. Auf diese Weise wird die Durchdringung geprüft. Die SRO hat das Audit mit 31 von 32 möglichen Punkten bestanden und damit ein hervorragendes Ergebnis erzielt.

Das Projekt AVOS (ambulant vor stationär) sowie das Projekt Reorganisation des stationären Behandlungspfades bildeten die Schwerpunkte bei den Organisationsprojekten. 
Mit Beschluss vom 20. Februar 2018 zur Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) hat sich das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI) entschieden, dass sechs Eingriffsgruppen von der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV) nur noch vergütet werden, wenn sie ambulant vorgenommen werden. Auf  Basis dieses Entscheides hat eine Projektgruppe den ambulanten Patientenprozess überarbeitet und verschiedene Anpassungen vorgenommen. Im neuen Prozess ist täglich ein chirurgischer Kaderarzt Ansprechpartner für Patienten und Mitarbeitende der Tagesklinik. Alle Patienten erhalten bei Austritt ein Schreiben mit den wichtigsten Warnsymptomen sowie dem weiteren Vorgehen. Auf Wunsch des Operateurs erkundigt sich der Kaderarzt am nächsten Tag telefonisch bei den Patienten nach dem Befinden. Der Patientenpfad konnte weiter beschleunigt und für den Patienten komfortabler werden, indem wo immer möglich auf Umlagerungen verzichtet wird. Die SRO ist überzeugt, dass mit der Reorganisation die Ziele eines schlanken, patientenfreundlichen und qualitativ hochstehenden und sicheren Prozesses erreicht werden konnten.
Der stationäre Behandlungspfad wurde beruhigt, indem wochenweise ein Assistenzarzt fest der Station seiner Klinik zugeteilt ist. Während dieser Woche wird er weder im Operationssaal noch im Notfallzentrum eingesetzt. Bei seiner Tätigkeit wird er von den verantwortlichen Kaderärzten unterstützt. Für Patienten ist somit jederzeit transparent, welcher Assistenzarzt für ihre Behandlung zuständig ist. 

Missverständnisse in der interprofessionellen (zwischen verschiedenen Berufsgruppen) und interdisziplinären (zwischen verschiedenen Fachgebieten) Kommunikation können Hindernisse in der optimalen Patientenversorgung darstellen. Aus diesem Grund bietet die SRO seit 2019 eine Fortbildung in dieser Thematik an. Die Teilnehmenden reflektieren dabei ihr eigenes Kommunikationsverhalten, erkennen den Zusammenhang zwischen Berufsrolle und Kommunikation und lernen verschieden Gesprächstechniken kennen. Dabei wechseln sich Theorie sowie praktisches Üben ab, um möglichst einen optimalen Lernerfolg zu erzielen. 

Qualitätsarbeit ist ein stetiger Prozess, welcher sich laufend für die Verbesserung der Prozesse und Dienstleistungen einsetzt und damit die Standardisierung und Patientensicherheit fördert. Qualitätsarbeit betrifft die gesamte Unternehmung, wird von den Führungsvorgesetzten und den Mitarbeitenden getragen und von Qualitätsgremien gelenkt, begleitet, umgesetzt und unterstützt.
Herzlichen Dank allen Mitarbeitenden, Führungsvorgesetzten und Fachspezialisten, welche sich auch im 2019 in dieser Weiterentwicklung engagiert haben.

31.03.2020 | Evelyn Müller, Qualitätsbeauftragte und die Mitglieder der Kommission Qualität und Sicherheit

 

 

 

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