Steine bilden eine Brücke

Ausblick - Schwerpunkte für 2020

Mit dem Motto Safety first will  die Kommission Qualität und Sicherheit mit verschiedenen Aktivitäten das Thema Patientensicherheit zusätzlich in den Fokus rücken. 

Die Patientensicherheit ist einer der zentralen Punkte in allen Aktivitäten des Qualitätsmanagements. In diesem Jahr unterstreicht die SRO mit dem Qualitätsmotto Safety first ihre diesbezüglichen Bemühungen. Informieren Sie sich über verschiedene Aktivitäten zum Schwerpunkt Patientensicherheit im Jahr 2020.

Medikationsfehler gehören zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen während einer Hospitalisation. Fehler können in den verschiedenen Prozessschritten, wie auch bei den Schnittstellen zum Spital, also bei Ein- und Austritt vorkommen. In folgenden Prozessschritten sind Fehler möglich:

  • Bei der Verordnung 
  • Bei der Kontrolle der Verordnung
  • Bei der Vorbereitung
  • Bei der Verabreichung
  • Bei der Dokumentation

In der SRO werden kritische Ereignisse in Zusammenhang mit der Verordnung und Verabreichung von Medikamenten im CIRS (Critical Incident Reporting System) erfasst. Die Meldungen zwischen 2015 und 2019 wurden geprüft und wie folgt kategorisiert:

  • Prozessschritt, in welchem der Fehler gemacht wurde
  • Prozessschritt, in welchem der Fehler erkannt wurde
  • Art des Fehlers

Dabei wurden auch Veränderungen über die Jahre analysiert.

Zur Verbesserung der Medikationssicherheit hat die SRO eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hat den Auftrag, die Vorgaben des sanaCERT Standards Sichere Medikation umzusetzen und die Mitarbeitenden entsprechend zu schulen. Weiter, auf Basis der Erkenntnisse der internen Auswertung, zusätzliche Schwerpunkte zu identifizieren und entsprechend Massnahmen zu definieren und umzusetzen. Die SRO orientiert sich dabei auch an den Vorgaben der Stiftung Patientensicherheit Sichere Medikation an Schnittstellen. In diesem Projekt hat sich die SRO 2015-2016 als Pilotspital engagiert.

Die Arbeitsgruppe wird als Qualitätszirkel geführt. Folgende Funktionen nehmen Einsitz:

  • Kaderarzt Innere Medizin
  • Kaderarzt Chirurgie
  • Kaderarzt Orthopädie
  • Leitung Akutpflege Management
  • Leitung Akutpflege Expertise
  • Apotheker
  • Applikationsverantwortliche Klinikinformationssystem
  • Qualitätsmanager

Mit der Aufarbeitung des sanaCERT Standards werden im Konzept der sicheren Medikation folgende Inhalte geprüft und überarbeitet:

  • Medikationsanamnese und Umgang mit Selbstmedikation
  • Verständliche Patienten-Information bei neuen Medikationsverordnungen
  • Standards zu Verordnung, Bestellung, Richten und Verabreichen von Medikamenten
  • Umgang mit unerwünschten Ereignissen im Medikationsprozess
  • Besprechung der Medikation bei Austritt
  • Information an nachbetreuende Partner

Die SRO strebt an, den Standard Sichere Medikation 2022, im Rahmen der sanaCERT Re-Zertifizierung, zu zertifizieren. 

Weitere Informationen:

Stürze werden in der SRO in einer internen Sturzstatistik erfasst. Weiter wird die Sturzrate jährlich im Rahmen der Prävalenzmessung ANQ erhoben.

In der Prävalenzmessung des ANQ liegt die Sturzprävalenz der vergangenen 30 Tage unter dem nationalen Mittelwert des gleichen Spitaltyps. 

Grafik: Entwicklung Sturzprävalenz SRO 2011-2019 und nationaler Vergleich

In der internen Messung wird die Sturzinzidenz als Anzahl Stürze pro 1'000 Pflegetagen berechnet. Diese hat sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:

  • 2014: 3.8
  • 2015: 3.9
  • 2016: 5.4
  • 2017: 5.6
  • 2018: 6.6
  • 2019: 4.8

Nachdem die Sturzrate 2014 bis 2018 gestiegen ist, konnte im 2019 erstmals wieder eine Reduktion erzielt werden.
Im Bereich der Sturzprävention wurden in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen umgesetzt:

  • Wiederholte Schulungen in Kinästhetik für das Pflegepersonal
  • Anschaffung von Bodenpflegebetten
  • Sturzscreening
  • Sturzabklärung mit Physiotherapie
  • Anschaffung von Stopper-Socken
  • Sturzvisiten der Pflegeexpertinnen
  • Sensibilisierung der Pflegenden zum Thema Frailty
  • Überarbeitung Sturzkonzept
  • Einführung und Zertifizierung des sanaCERT Standards Umgang mit akut verwirrten Patientinnen und Patienten
  • Broschüre zur Patientenedukation

Im 2020 soll das Thema der Sturzprävention im interprofessionellen Setting nochmals vertieft werden. Mit Vertretern aus den Bereichen Pflege, Ärzte, Physiotherapie, Apotheke und Qualitätsmanagement sollen folgende Themenbereiche vertieft werden:

  • Zusammenhang zwischen Medikation und Sturzrisiko
  • Patienten- und Angehörigenedukation
  • Prüfung und allenfalls Pilot des Mobility Monitors
  • Einführung interdisziplinärer und interprofessioneller Auswertungs-Meetings

In diesem Setting wird auch die Aufnahme des sanaCERT Standards zur Sturzprävention geprüft. 

Weitere Informationen:

Die Messung der Potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen zählt zu den obligatorischen Messungen des ANQ. Auf Basis des Datensatzes, welchen die Spitäler zuhanden des Bundesamtes für Statistik (BfS) erstellen müssen, berechnet ein Algorithmus von SQLape potentiell vermeidbare Rehospitalisationen. Die Spitäler erfahren dann mit einer Verzögerung von zwei Jahren, ob ihre Rate der potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen gemäss Algorithmus höher oder tiefer als der vom Algorithmus berechnete erwartete Wert lag.
Das Thema der Potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen ist in den letzten Jahren auf grosses Medieninteresse gestossen. Die Werte der SRO lagen für die Jahre 2016 und 2017 signifikant höher, als vom Algorithmus erwartet. Im 2017 verzeichnete die SRO 334 potentiell vermeidbare Rehospitalisationen und lag damit zwei Rehospitalisationen über dem oberen 5% Signifikanzniveau der erwarteten potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen.

Die Spitäler haben die Möglichkeit, die vom SQLape Algorithmus identifizierten internen Rehospitalisationen mit dem kostenpflichtigen SQLape Monitor auszuwerten. Die Fälle der extern (in ein anderes Spital) rehospitalisierten Fälle können die Spitäler nicht identifizieren. Der SQLape Monitor ist eine Dienstleistung der Firma Inmed GmbH. Das Spital reicht den BfS - Datensatz ein und erhält von Inmed die entsprechende Fallliste.  

Die SRO hat die potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen 2017 über den SQLape Monitor auswerten lassen. Das Tool identifizierte 308 potentiell vermeidbare, interne Rehospitalisationen. Diese verteilten sich auf 263 Patienten. Die SRO hat diese Fälle intern auf Ebene des einzelnen Falles analysiert. 
Die Analyse führte zur Erkenntnis, dass Rehospitalisationen bei chronischen Erkrankungen häufiger sind. Insbesondere bei Patienten mit Krebserkrankungen, mangelnder Complinace (Therapietreue) oder dem Wunsch des Patienten, auf jeden Fall wieder nach Hause auszutreten, auch wenn das Behandlungsteam eine poststationären Nachsorgelösung empfiehlt,weisen hohe Rehospitalisationsraten aus. Krebserkrankungen können aus verschiedenen Gründen, wie starke Schmerzen, Nebenwirkungen einer Chemotherapie oder einem Infekt zu Hospitalisationen führen. Unter mangelnde Therapietreue fällt das Absetzen der Medikamente durch den Patienten, das Verlassen des Spitals entgegen des ärztlichen Ratschlags oder das Weiterführen von gesundheitsschädigendem Verhalten. 
Die Analyse hat aber auch Fälle als potentiell vermeidbar ausgewiesen, bei welchen es sich um geplante Wiedereintritte oder Verlegungen handelte oder Fälle, welche in keinem Zusammenhang standen. 

Die Kliniken der SRO sind bestrebt, Rehospitalisationen, wenn möglich, zu vermeiden. Aus diesem Grund lassen sie für das Jahr 2020 die potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen quartalsweise durch den SQLape Monitor auswerten. Anschliessend werden die Fälle auf Fallebene analysiert und in den Kliniken besprochen.
Mit dieser zeitnahen Auswertung streben die Kliniken eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kennzahl an, welche es ermöglicht, unmittelbar Faktoren, welche zu vermeidbaren Rehospitalisationen geführt haben, zu erkennen und entsprechende Verbesserungsmassnahmen zu planen und umzusetzen. 

www.anq.ch

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