Darmkrebs – Früherkennung

Die Darmspiegelung (Koloskopie) besitzt in der Abklärung der Darmkrebsvorsorge bei Patienten über 50 Jahren einen zentralen Stellenwert. Diese Untersuchung wird in der Gastroenterologie im Spital Langenthal, im Gesundheitszentrum Jura Süd und in der Gastroenterologie Oberaargau ambulant vorgenommen.

Tagtäglich erhalten 10 Personen die Diagnose Darmkrebs und pro Jahr sterben 1700 Personen an den Folgen der Krankheit. Männer sind etwas häufiger davon betroffen als Frauen. Darmkrebs ist in der Schweiz die dritthäufigste Krebsart, jedoch sehr gut heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird.

Darmkrebs entwickelt sich schleichend und oft unbemerkt. Polypen sind gutartige Schleimhautgewächse, die sich zu bösartigen Tumoren entwickeln können. Polypen und Tumore verursachen im Frühstadium praktisch nie Symptome. «Eine effiziente Früherkennung besteht darin, die Menschen mit noch heilbarem Darmkrebs oder, noch besser, diejenigen mit Polypen zu identifizieren. Bei den Krebsvorstufen hat man manchmal Blut im Stuhl; deshalb erfolgen auch Stuhltests», erläutert Alexander Braun, Leitender Arzt Gastroenterologie.

Alexander Braun: Eine Darmspiegelung ist die einzige Untersuchung, die Krebs verhindern kann. Weil wir damit die Krebsvorstufen zuverlässig sehen und allfällige Polypen gleichzeitig entfernt werden.

Effiziente Vorsorge als Zielsetzung
Gemäss internationalen Richtlinien sollten alle Menschen ab 50 Jahren, auch beschwerdefreie, mit der Vorsorge beginnen. Vorher sind Darmkrebserkrankungen selten, insbesondere wenn man keine Risikofaktoren hat. Zeitpunkt und Intervall der Darmspiegelung werden bei familiärer Belastung von Verwandtschaftsgrad und Erkrankungsalter bestimmt.

«Obschon Personen mit familiärer Belastung für Darmkrebs und chronische Darmentzündungen ein erhöhtes Risiko tragen, bilden sie nur einen Viertel der Darmkrebspatienten. Bei diesen Patienten wird die Darmspiegelung in kürzeren Intervallen und bereits in jungen Jahren vorgenommen. Oft wird sogar die vorsorgliche Entfernung des Dickdarms empfohlen », informiert Alexander Braun.

Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Darmspiegelung bei Personen von 50 bis 69 Jahren alle 10 Jahre einmal. «Wird nichts Auffälliges festgestellt, erfolgt die nächste Untersuchung in zehn Jahren. Muss jedoch ein Polyp abgetragen werden, wird die Darmspiegelung nach fünf Jahren oder noch früher wiederholt. Das hängt von diversen Faktoren ab, z.B. ob der Polyp gänzlich entfernt wurde oder ob es mehrere Polypen sind. In dieser Situation trägt die Krankenkasse die Kosten der Darmspiegelung.»

Neue Technik – Endoskopische Submukosadissektion (ESD)
In der Gastroenterologie im Spital Langenthal wird zur Abtragung grosser Polypen im Magen-Darm-Trakt eine neue Technik, die sogenannte endoskopische Submukosadissektion (ESD), angewandt. «Wir verwenden diese Methode bei Patienten mit Befunden im Magen-Darm-Trakt, die grösser sind als zwei Zentimeter oder Hinweise für ein frühes Krebsstadium haben. Diese En-bloc-Entnahme grosser Läsionen bietet klare Vorteile: Sie senkt das Risiko für einen Rückfall und lässt genauere feingewebliche Rückschlüsse zu, um gegebenenfalls die exakte weitere Therapie festegen zu können», betont Alexander Braun. Insgesamt bildet die ESD einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung gastrointestinaler Endoskopie und ermöglicht, offene chirurgische Eingriffe durch endoskopische Massnahmen zu ersetzen.

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