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Alarmzentrale Solothurn. Wenn die Rettungsdienste der SRO-Standorte Spital Langenthal, Spital Niederbipp oder Standort Huttwil ausrücken, haben sie ihren Auftrag zuvor von der Alarmzentrale Solothurn entgegengenommen. Seit rund zwei Jahren läuft die Alarmierung für sie schon über diese Stelle, und die Zusammenarbeit mit dem Kanton Solothurn funktioniert hervorragend.
Die Alarmzentrale Solothurn ist eine von dreien in der ganzen Schweiz, wo die Notrufe für die Polizei, Feuerwehr und den Rettungsdienst zusammenlaufen – seit rund zehn Jahren schon. Der Rettungssanitäter Fabian Burkhalter, operativer Leiter der kantonalen Alarmzentrale Solothurn (Bereich Sanität), hat diese dem «UE» vorgestellt. Keine der hier tätigen Personen könnte sich etwas Idealeres als diese Zentrale vorstellen. Zwar arbeiten Polizei (welche auch die Feuerwehr-Notrufe entgegennimmt) und Rettungsdienst autonom. Wenn aber «Not am Mann» ist, helfen sich die Dienste gegenseitig aus, und nicht selten lassen sich ihre Einsätze sogar über die Tische hinweg koordinieren, was unter Umständen wertvolle Minuten einspart. Die eingehenden Anrufe unterscheiden sich durch optische und akustische Signale (112/117 für die Polizei und 144 für den Rettungsdienst). Der Rettungsdienst wiederum nimmt einerseits die Notrufe für Ambulanzfahrten – seien es Unfälle, medizinische/psychiatrische Notfälle oder Verlegungsfahrten – entgegen, dann aber auch Anrufe auf die Notarzt-Nummer. Denn im ganzen Kanton Solothurn ist der Ärztenotfalldienst koordiniert. Sobald die Telefonnummer eines Anrufers (falls sie nicht unterdrückt ist) auf dem entsprechenden Display in der Alarmzentrale aufleuchtet, startet die diensthabende Person bereits das Suchsystem nach den nächstliegenden Ärzten, die für den Notfalldienst eingeteilt sind. Der Anrufer erhält die Telefonnummer des Arztes, oder auch mehrerer, allenfalls eines Spitals und kann dann selbst Kontakt aufnehmen.
Riesiges Einzugsgebiet Sechs Rettungsdienst-Standorte werden von der Alarmzentrale Solothurn aus koordiniert: Solothurn, Olten, Grenchen und von der SRO Langenthal, Niederbipp und Huttwil. Das Gebiet, welches diese Rettungsdienste abdecken, ist riesig, zieht sich dem ganzen Jura-Südfuss von Lengnau bis ins solothurnische Erlinsbach entlang und dehnt sich südlich über den Oberaargau hinweg bis an den Rand des Emmentals und des Luzerner Hinterlandes in die abgelegenen Gebiete Ahorn / Oberwald. Über 300 000 Menschen leben in dieser Region. |
Die Mitarbeitenden in der Alarmzentrale arbeiten unglaublich schnell und konzentriert, erfassen die Details bei jedem Notruf fast so schnell wie die Person am andern Ende spricht. In vielen Fällen sind es Ärzte, die kurze, klare Anweisungen erteilen.
Es können aber auch Private sein, die für Nahestehende Hilfe brauchen und in einer verzweifelten Situation sind. Dann heisst es für das Personal in der Alarmzentrale kühlen Kopf bewahren, gezielte Fragen stellen, das Gespräch in ruhigere Bahnen leiten. Fabian Burkhalter erinnert sich an ein Gespräch, «wo ich wirklich laut werden musste, weil die Frau nicht zuhörte», wie er gegenüber dem «UE» sagt. Wie staunte er jedoch, als diese Frau Stunden später nochmals anrief und sich für seine Haltung und die professionelle Hilfe am Telefon bedankte.
Reif und überlegt Hie und da hat er es auch mit «Stammkunden» zu tun. Stark berührt ihn jeweils der Anruf eines – inzwischen etwa zwölfjährigen – Sohnes einer drogensüchtigen Frau. Mehrmals sei es schon vorgekommen, dass diese nach einer Überdosis Stoff bewusstlos geworden sei. «Es ist unglaublich, wie reif und überlegt der Knabe reagiert», stellt der Rettungsdienstmitarbeiter beeindruckt fest.
Modernste Anlagen lassen die Mitarbeitenden in der Alarmzentrale jederzeit wissen, welches Rettungsteam, beziehungsweise Rettungsfahrzeug und zu welchem Zweck es sich wo befindet. Einerseits können sie dann sekundenschnell die nächstmöglichen Fahrzeuge disponieren und je nachdem auch Leerfahrten vermeiden, wobei die Kantone Solothurn und Bern hervorragend zusammenarbeiten.
Die Arbeit in der Alarmzentrale ist anstrengend, aber überaus abwechslungsreich, Fabian Burkhalter möchte sie nicht missen. Er arbeitet hier aber «nur» 60 Prozent; die restlichen 40 Stellenprozente versieht der Rettungsdienstsanitäter draussen im Rettungseinsatz. «Für mich eine Super-Kombination», wie er gegenüber dem «UE» feststellt. Fabian Burkhalter ist von der Solothurner Spitäler AG angestellt.
© Unter-Emmentaler, 06.03.2010 |