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Der Rettungsdienst der Spital Region Oberaargau betreibt den Standort Niederbipp künftig allein. Die Solothurner Partner sind abgesprungen, weil sie sich nicht am Defizit beteiligenwollten.
Seit gut einem Jahr dauert die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen nun schon: Den Rettungsdienststandort in Niederbipp betreiben die Spital Region Oberaargau (SRO) AG und die Solothurner Spitäler AG SOH seit dem 1.Januar 2011 gemeinsam. Jetzt ist Schluss: Wie die SRO und die SOH gestern gemeinsam mitteilten, wird die Zusammenarbeit per 1.Februar 2012 aufgelöst. Dieser Schritt erfolge «in gegenseitigem Einvernehmen », heisst es im Schreiben. Grund: Der gemeinsame Rettungsdienst sei «finanziell und organisatorisch nur mit einemgrossen Aufwand zu bewältigen ».Für beide Seiten sei es einfacher, ihren Rettungsdienst künftig separat zu betreiben.
Das Defizit ist «beträchtlich»
Der Rettungsdienst in Niederbipp kostet als 24-Stunden-Betrieb rund 1,5 Millionen Franken im Jahr. Tagsüber stehen jeweils eine Equipe von SRO und SOH im Einsatz, in der Nacht nur eine der SRO. Weil es in der Nachtweniger Einsätze gibt, ist in dieser Zeit auch das Defizit höher. Laut SRO-Direktor Andreas Kohli ist das Minus «beträchtlich», es beträgt mehrere Hunderttausend Franken.
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Die SRO sei nicht mehr bereit gewesen, diesen Betrag alleine zu tragen. «Wir teilen das Attraktive, also gehört auch das weniger Attraktive dazu», findet Kohli. Letztlich seien die Verhandlungen daran gescheitert. Das Aus der Zusammenarbeit führt nun zur paradoxen Situation, dass das Angebot sogar besser wird. Denn die SRO wird wie bisher in Niederbipp eine Ambulanz 24 Stunden im Einsatz haben. Und die Solothurner betreiben ab dem 1.Februar eine 24- Stunden-Ambulanz von Balsthal aus. Insgesamt steht für die Grossregion also künftig eine Ambulanzschicht mehr im Einsatz. Die Regel, wonach 90 Prozent aller Fälle innert 15 Minuten erreicht werden sollen, kann damit auch weiterhin erfüllt werden.
Die Nachbarschaftshilfe bleibt
Dennoch bedauert SRO-Direktor Kohli das Ende der Zusammenarbeit, wie er sagt. Solche Formen der Kooperation seien sinnvoll. «Davon bin ich überzeugt. » Ganz beendet ist die kantonsübergreifende Zusammenarbeit indessen doch nicht. Denn die sogenannte Nachbarschaftshilfe gilt weiterhin. Wenn es also auf Berner oder
Solothurner Boden einen Engpass gibt, springen die Kollegen jeweils ennet der Grenze ein.
© Berner Zeitung, 06.01.2012
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