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Das Spital Region Oberaargau übernimmt die medizinische Betreuung des SC Langenthal. Vorerst kümmert sich das Team von Orthopädie-Chefarzt Urs Hefti um die 1. Mannschaft. Aber auch der Nachwuchs soll von der Zusammenarbeit profitieren können.
«Die Athletik im Eishockey nimmt zu», sagt Gian Kämpf, Geschäftsführer des SC Langenthal. «Somit werden auch die Zusammenpralle immer heftiger – und die Verletzungen der Spieler gravierender.» Mit einem neuen medizinischen Partner will der SCL nun Schritt halten mit dieser Entwicklung. Das Spital Region Oberaargau (SRO) übernimmt die Betreuung der Nationalliga-B-Mannschaft. Bisher wurde die medizinische Versorgung des SCL durch Hausärzte aus der Region sichergestellt und vor allem durch den langjährigen Teamarzt Max Röthlisberger, der in Bützberg eine Arztpraxis betreibt. Er ist auch Mitglied im SRO-Verwaltungsrat und hat nun selbst die Zusammenarbeit mit dem Spital angeregt. Der Aufwand für die Administration und Organisation sei stark gestiegen, sagt er, der bisher pro Saison an 20 bis 30 Spielen als Arzt im Stadion Schoren anwesend war. «Vor allem aber braucht es vermehrt medizinische Kompetenzen, insbesondere von Orthopäden», sagt Röthlisberger. Deshalb sei die Zusammenarbeit mit dem SRO sinnvoll. Nach Schnitt- und Platzwunden seien es Verletzungen am Bewegungsapparat, von denen Eishockeyspieler am häufigsten betroffen sind. Darum kümmert sich das Team um Urs Hefti, Chefarzt Orthopädie und Sportmedizin im SRO. Die Ärzte haben bereits mit der Handball Nationalmannschaft und verschiedenen Fussball- und Eishockeyteams, etwa dem FC Luzern, zusammengearbeitet. «Wir wollen die medizinische Betreuung auf ein höheres Niveau bringen», sagt Hefti. «Immerhin spielt der SCL in der Nationalliga B, und die Spieler sind doch ein grosses Kapital.» Einer der vier Sportorthopäden wird immer an den Matchs anwesend sein.
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«Bevorzugte Behandlung»
Er sieht sich und sein Team auch als Anlaufstelle für die Spieler. Ihnen sollen die
«kurzen Wege» im Spital zugute kommen. «Bei einer Handverletzung oder Herzproblemen haben wir die Spezialisten ebenfalls im Haus», sagt Hefti. Zudem hat er das Ziel, das in Sportlerkreisen offenbar beliebte «Doktorhopping» zu unterbinden. «Wir können hier fast alle Probleme lösen, da braucht man nicht noch diesen oder jenen Arzt aufzusuchen.» Aber auch der Nachwuchs solle von der Zusammenarbeit profitieren können. Überhaupt: «Unsere Abteilungen steht allen Sportlern offen.» So stehe die Zusammenarbeit denn auch erst am Anfang, sagt SCL-Geschäftsführer Kämpf. Zu den Konditionen äussert er sich grundsätzlich nicht. «Alle Spieler des SCL sind unfallversichert», sagt er aber, «die Kosten für die Behandlung von Verletzungen sind primär durch die Versicherung gedeckt.» Den Spielern sei aber eine bevorzugte Behandlung sicher, wenn es etwa um eine Untersuchung im Magnetresonanztomografen geht. «Es ist wichtig, dass die Spieler fundiert betreut werden», sagt Kämpf. «Es ist klar, dass Sportler einfach schneller als andere wieder in den Alltag zurückgebracht werden müssen», sagt Urs Hefti. «Wir klären und rechnen jedoch genau wie bei allen anderen Patienten ab.» Wenn die Spieler sich zum Saisonstart einen ärztlichen Check absolvieren, werde dies dem Klub in Rechnung gestellt. «Es lässt sich aber natürlich nicht jede medizinische Leistung genau berechnen», so
der neue Mannschaftsarzt. Das SRO und der SCL haben deswegen einen Vertrag abgeschlossen. Darin ist etwa auch festgelegt, dass dem Spital Eisfläche für die Eigenwerbung zur Verfügung steht.
© Langenthaler Tagblatt, 23.08.2011
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