Rechte und Pflichten

Die Rechte und Pflichten der Patienten richten sich nach dem kantonalen Gesundheitsgesetz vom 2. Dezember 1984 (GesG) und nach der kantonalen Patientenverordnung vom 23. Oktober 2002 (PatV). Nachfolgend das Wichtigste in Kürze (massgebend ist jeweils das geltende Gesetzes- und Verordnungsrecht):  

 

Die Pa­ti­en­ten ha­ben das Recht auf:

  • In­for­ma­ti­on und Auf­klä­rung über den Ge­sund­heits­zu­stand und die vor­ge­se­he­nen Heil­mass­nah­men (Art. 39 GesG)
  • Zu­stim­mung bzw. Ver­wei­ge­rung be­stimm­ter Un­ter­su­chun­gen, Be­hand­lun­gen und Ein­grif­fe (Art. 40 GesG)
  • Schutz der Pri­vat­sphä­re. Das Per­so­nal un­ter­liegt dem Be­rufs­ge­heim­nis und der Schwei­ge­pflicht (Art. 27 GesG)
  • Ein­sicht in die Kran­ken­ge­schich­te (Art. 39a GesG)
  • Ein­rei­chung ei­ner Be­schwer­de. Be­schwer­de­instanz ist die Di­rek­ti­on der SRO AG

 

Die Pa­ti­en­ten ver­pflich­ten sich ins­be­son­de­re (Art. 16 PatV):

  • Zu ei­nem er­folg­rei­chen Ver­lauf der Be­hand­lung bei­zu­tra­gen.
  • Den zu­stän­di­gen Fach­per­so­nen die für die Be­hand­lung er­for­der­li­chen Aus­künf­ten über be­reits er­folg­te oder vor­ge­se­he­ne Mass­nah­men zu er­tei­len.
  • Die Re­geln des Hau­ses ge­mäss Pa­ti­en­ten­bro­schü­re ein­zu­hal­ten.
  • Auf Mit­pa­ti­en­ten so­wie das Per­so­nal Rück­sicht zu neh­men.
  • Zu ei­ner kla­ren Ver­stän­di­gung mit dem Per­so­nal bei­zu­tra­gen.

 

Pa­ti­en­ten­auf­klä­rung (Art. 39 GesG) Die Mass­nah­men zur Be­hand­lung oder Dia­gno­se be­dür­fen der Zu­stim­mung der Pa­ti­en­ten. Aus­nah­men gel­ten für Not­fäl­le, so­fern die Pa­ti­en­ten nicht an­sprech­bar sind oder gros­se Schmer­zen ha­ben, so­wie für me­di­zi­ni­sche Zwangs­mass­nah­men im Rah­men ei­ner für­sor­ge­ri­schen Frei­heits­ent­zie­hung.

Die Fach­per­son klärt die Pa­ti­en­ten vor der Durch­füh­rung der Mass­nah­me / Ope­ra­ti­on über de­ren Ge­sund­heits­zu­stand, die Dia­gno­se, die not­wen­di­gen Mass­nah­men, de­ren Zweck und Ri­si­ken, so­wie über mög­li­che Al­ter­na­ti­ven auf.

 

Ent­las­sung ent­ge­gen fach­li­chem Rat (Art. 17 PatV) – Be­ste­hen Pa­ti­en­ten ent­ge­gen fach­li­chem Rat und nach er­folg­ter Auf­klä­rung über Ri­si­ken und mög­li­che Fol­gen auf der Ent­las­sung, so ha­ben sie dies schrift­lich zu be­stä­ti­gen. Wenn sie die Un­ter­schrift ver­wei­gern, wird ein ent­spre­chen­der Ver­merk in die Be­hand­lungs­do­ku­men­te auf­ge­nom­men.

 

Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung (Art. 40b GesG)

  • Hat ein Pa­ti­ent im Vor­aus im Zu­stand der Ur­teils­fä­hig­keit schrift­lich oder münd­lich an­ge­ord­net, wel­che Be­hand­lungs­mass­nah­men er im Fall sei­ner Ur­teils­un­fä­hig­keit in ei­ner be­stimm­ten Si­tua­ti­on er­hal­ten oder ver­wei­gern will, so hat die Fach­per­son dies im Rah­men der Rechts­ord­nung zu be­ach­ten. 
  •  Je­der Pa­ti­ent kann im Vor­aus be­stim­men, wer im Fall sei­ner Ur­teils­un­fä­hig­keit über die tref­fen­den Mass­nah­men auf­zu­klä­ren und an­zu­hö­ren ist.
  • Die im Vor­aus ge­trof­fe­nen An­ord­nun­gen sind nicht mehr ver­bind­lich, wenn die Fach­per­son Kennt­nis da­von er­hält, dass sie nicht mehr dem ak­tu­el­len Wil­len des Pa­ti­en­ten ent­spre­chen.

 

Ob­duk­tio­nen/Ent­nah­me von Or­ga­nen (Art. 35 GesG) – Ei­ne Ob­duk­ti­on (Lei­chen­öff­nung) kann durch­ge­führt wer­den, wenn der Ver­stor­be­ne oder an sei­ner Stel­le die nächs­ten An­ge­hö­ri­gen bzw. ei­ne ihm na­he ste­hen­de Per­son das Ein­ver­ständ­nis er­klärt ha­ben. In der SRO AG wer­den zur­zeit bei Ver­stor­be­nen kei­ne Or­gan­ent­nah­men zu Trans­plan­ta­ti­ons-, For­schungs- oder an­de­ren Zwe­cken durch­ge­führt.